Diese Idee hat es in sich. Die beiden Stadtparlamentarier Christoph Gehrig (CVP) und Roman Rutz (EVP) wollen vorwärts machen in der Turnhallen-Thematik. Die Problematik sei vor allem im Lindenhof-Quartier besonders prekär, wo Primar-, Oberstufen- und Berufsschüler sowie Vereine in die drei Hallen drängten. Gehrig und Rutz sehen ein zusätzliches Problem darin, dass es in der Stadt Wil an passenden Unterkünften mangelt, um bei mehrtätigen Turnieren oder Trainingslagern übernachten zu können.

Darum präsentieren sie nun die Idee einer 3-fach-Turnhalle samt zusätzlichem Gebäude mit Übernachtungsmöglichkeit. Dies soll auf dem Bergholz-Parkplatz realisiert werden. Und zwar dort, wo heute 120 Parkfelder sind. Damit soll das Angebot im Bergholz abgerundet werden. Bereits wurden Pläne ausgearbeitet. Die Halle ist breiter angedacht als normal, so dass nebeneinander zum Beispiel Handball und Unihockey gespielt werden könnte. Zuschauer finden auf einer Galerie sowie mobilen Tribünen Platz. Auch ein Fitnessraum gehört dazu. Über eine Rampe analog dem Aufgang zum Schwimmbad gelangen die Besucher auf eine Plattform mit den Eingängen.

Im Video: Was es mit der Bergholz-Turnhalle auf sich hat

 
Stadtparlamentarier Roman Rutz begründet, warum man sich für den Bergholz-Parkplatz entschieden hat.

Ein- oder zweistöckige Garage

Bei dieser Rampe wäre auch der Zugang zur Unterkunft mit 60 bis 90 Betten. Diese hat eine kleine Küche, Platz für eine eigene Festwirtschaft, einen Aufenthaltsraum, Schulungsräume und einen Speisesaal. Eine eigene Gastroküche ist nicht vorgesehen, da die Verpflegung über die Wiler Sportanlagen AG (Wispag) erfolgen soll. Angedacht ist, dass das Essen aufgewärmt und ausgegeben werden kann. Vorgesehen sind 2er- bis 6er-Zimmer, so dass ein zwei- oder dreistöckiger Komplex entstünde, je nach Anzahl Betten.

Und was passiert mit den Parkplätzen, die überbaut werden sollen? Sie würden grossmehrheitlich in den Untergrund verschoben werden. Das von «Modest Architektur» ausgearbeitete Projekt sieht eine ein- oder zweistöckige Tiefgarage und einige Aussenparkplätze vor, so dass die heutige Anzahl Parkplätze erhalten werden könnte.

Piratenspielplatz bleibt bestehen

Im Projekt werden auch Angaben zu den Kosten gemacht. Zwar sei es noch zu früh, um diese detailliert zu berechnen. Eine erste Grob-Schätzung erwartet aber Investitionen von rund 20 Millionen Franken. Der direkt nebenanliegende Piratenspielplatz soll von diesen Plänen nicht tangiert werden und bestehen bleiben.

Ob und wann das Projekt Wirklichkeit wird, steht noch in den Sternen. Eine entsprechende Motion ist am Donnertagabend im Rahmen des Wiler Stadtparlaments eingereicht worden und wurde von 28 der 35 anwesenden Stadtparlamentarier unterschrieben. In einem nächsten Schritt wird in ebendiesem Parlament zu befinden sein, ob die Motion für erheblich erklärt wird. Zu erwarten ist, dass das Projekt emotional diskutiert und auch kritisch eingestimmte Anwohner auf den Plan rufen wird.

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So würden sich Turnhalle und Gebäudekomplex in das Bergholz-Quartier integrieren.

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Noch eine 3-fach-Turnhalle soll gebaut werden

Im Stadtparlament hat am Donnerstagabend Marcel Malgaroli (FDP) eine Interpellation eingereicht, welche ebenfalls den Bau einer 3-fach-Turnhalle fordert. Entweder auf der Wiese zwischen Fahnen Heimgartner und der Auto Garage Eberle an der Zürcherstrasse, oder auf dem Bauland «Klinik Nord». Dies im Rahmen eines Schulhaus-Neubaus mit Aula, Gruppen- und Werkräumen, Aussensportplatz und Infrastruktur für die Tagesstruktur oder allenfalls Tagesschule.

Dieser Neubau soll das Schulhaus Allee ersetzen, welches laut Malgaroli den heutigen Bedürfnissen nicht mehr entspricht und einem anderen Verwendungszweck zugeführt werden soll. Das Allee-Schulhaus wurde 1905 in Betrieb genommen.