In Zusammenarbeit mit dem Reiseunternehmen Dähler, Niederuzwil stellte der Vereinspräsident Nikolaus Roos dieses Jahr ein Programm zusammen, das mehrere unvergessliche Höhepunkte enthielt. Weil sich die Mehrzahl der Mitglieder bereits im Pensionsalter befindet, entschied sie sich an der Jahresversammlung für eine dreitägige Tour während der Woche. So versammelten sich kürzlich am frühen Mittwochmorgen rund 30 erwartungsvolle VMCA-Mitglieder auf dem Töbeliparkplatz in Niederuzwil. Herrliches, warmes Spätsommerwetter versprach genussvolle Urlaubstage, was sich denn auch voll erfüllte. Obwohl die Prognosen für den dritten Tag etwas Niederschlag ankündeten, fiel während dem ganzen Ausflug kein einziger Tropfen Regen. Reiseziel war diesmal die Stadt Bozen mit zwei Übernachtungen im Stadt Hotel Città, ein geeigneter Ausgangspunkt für die geplanten Aktivitäten.

Das Apfelland Südtirol
Nach der Fahrt durch Vorarlberg und den Arlbergtunnel war ein Kaffeehalt in Zirl bei Innsbruck angesagt. Ein reichlich belegtes XL-Sandwich und der Kaffee vertrieben die letzte Müdigkeit, bevor die Weiterfahrt über den Brenner ins Südtirol folgte. Neben der schönen Landschaft beeindruckten dort die riesigen Obstplantagen und die Rebberge um Brixen und vor allem im Vinschgau. In Brixen erwartete ein erster Höhepunkt die Reisegesellschaft. In der grössten Apfelverwertungsstelle des Südtirols bekamen die Ostschweizer bei einer informativer Power Point Präsentation Einblick in den Jahresablauf der Apfelproduktion. Neben Apfelsaft und Kostproben dreier Apfelsorten schenkten die Gastgeber grosszügig Apfellikör und Schnaps ein. Nach dieser Vorspeise mit stimmungsförderndem Apéro folgte in einem Vorort von Brixen eine zweistündige Mittagspause mit einer ausgiebigen Mahlzeit in einem Landgasthof.

Hoch über der Stadt Bozen
Der zweite Tag im Südtirol war geprägt von den Ausflügen mit Bergbahnen. Der Mittelschullehrer und Reiseführer Harald Niederseer begleitete die Ostschweizer Veloclübler. Er vermittelte ihnen interessante Informationen über die Geschichte, die Kultur und die touristische Bedeutung der Region. Römersiedlungen zeugen davon und wichtige Handelswege führten durch die Südtiroler Täler. Früh wurden auch die Höhen rund um Bozen touristisch erschlossen. Führte seit 1907 die Rittner Schmalspurbahn von der Hauptstadt hinauf nach Oberbozen, so fährt die Nostalgiebahn heute nur noch auf dem sonnigen Hochplateau. Die reisefreudigen Ostschweizer durften das romantische Erlebnis durch eine wunderbare Landschaft mit lockeren Wäldern und saftigen Alpweiden geniessen. Seit 1966 überwindet die Rittner Seilbahn mit einer Länge von 4,5km die fast 1000 Höhenmeter. Die Modernisierung, die mit zehn Kabinen eine grössere Kapazität und Reisezeit bewirkte, erfolgte 2009.

Naturphänomen Erdpyramiden
Von der Endstation Klobenstein wanderten die VMC-Mitglieder zu den Erdpyramiden im Finsterbachtal. Der Führer erklärte die Entstehung dieses spektakulären Naturphänomens. Es geht auf die Eiszeit zurück, als Gletscher Moränenlehm zu Pyramiden aufschütteten, die manchmal durch grosse Steine vor der Auswitterung geschützt wurden. Auf der Wanderung erzählte Harald Niederseer auch von berühmten Persönlichkeiten, die auf dem Ritten zahlreiche schöne Ansitze erbauten oder ihren Urlaub verbrachten. So erwähnte er auch die Grafen Toggenburg, die einst aus der Schweiz ins Südtirol kamen. Nach einem Mittagessen erfolgte die Rückfahrt nach Bozen mit dem FC St.Gallen-Car der Firma Dähler. So ergab sich bis zum nächsten Termin genügend Gelegenheit, durch die malerische Altstadt zu bummeln. Abends ging es auf die andere Talseite, wo die angeblich älteste Personenseilbahn den VMCA hinauf nach Kohlern führte. Im Berghotel kamen hervorragende kulinarische Genüsse und die Tiroler Gastlichkeit voll zum Tragen.

Die Gärten von Schloss Trautmannsdorf
Am dritten Tag führte die Reise zum Schloss Trautmannsdorf bei Meran. Zwei kompetente Führerinnen empfingen die Gäste aus der Schweiz. Sie informierten über die Geschichte des einstigen Ferienschlosses der Kaiserin Elisabeth, dessen weitläufige Gartenanlagen in sieben Jahren zu einer einzigartigen Erlebniswelt gestaltet und 2001 eröffnet wurden. Sie führten durch einen Teil der in vier Themengärten mit über 80 unterschiedlichen Gartenlandschaften aufgeteilten Anlage und machte auf dem Rundgang auf die Besonderheiten aufmerksam. Die Gärten werden gemäss Aussage der Führerinnen jährlich von über 400‘000 Gästen besucht. Die Teilnehmenden staunten über die die Vielfalt an Pflanzen, Bäumen und Blumen in diesem fantastischen Touristenmagnet. Ein schmackhaftes Mittagessen in einer gemütlichen Gaststätte in Partschins schloss sich der interessanten Führung an, bevor die Heimreise über den Reschenpass und durch den Arlberg führte.