Volksmusik in Variationen

Zum Abschluss des dreijährigen Hackbrett-Studiums bot Emanuel Krucker aus Bichwil eines seiner drei Bachelor-Konzerte im heimatlichen Oberstufenzentrum Oberuzwil. Traditionelles verbindet sich mit Fremden um Neuartigem - ganz im Sinn des Mottos «Hackbrett reloaded»

Der junge Musiker (1994) zeigte sich sehr überrascht vom grossen Besucheraufmarsch für sein Bachelor-Konzert und freute sich sehr. Das Konzert gehört zu seiner Ausbildung, die er an der Hochschule für Musik in Luzern absolviert. Er dankte zum Schluss allen, die ihn auf seinem bisherigen Weg tatkräftig unterstützt haben, vor allem seiner Familie und den Sponsoren.

Versierter Komponist

Die Gestaltung des Konzertes war den Studenten freigestellt. Emanuel Krucker hat sich zu eigenen Kompositionen entschieden – und sein Talent ist offensichtlich. Beigetragen zum erfolgreichen Auftritt haben auch die drei Studienkolleginnen Helen Maier (Geige), Kristina Brunner (Cello) und Madelaina Küng (Kontrabass). Das sehr versierte Quartett präsentierte abwechslungsreiche Musik vom Feinsten. Die Begeisterung der vier jungen Menschen war sicht- und spürbar, der Funke sprang sofort über auf die Gäste. Das Hackbrett ist auch bei den Zuhörenden sehr beliebt, verbindet es doch Tradition und Moderne und strahlt Fröhlichkeit aus. Auf ihm lässt sich Volksmusik ebenso spielen wie rockige Klänge und das Zusehen beim Spielen ist ebenfalls spannend.

Kompositionen aus dem Alltag

Die zehn Stücke aus der Feder des jungen Mannes erzählen von Alltagssituationen und Erlebnissen. So heissen sie zum Beispiel am « Abend am Seealpsee, Luzerner Flanieren, Heiweh, auf der Rodelbahn usw.», auch eine typisch irische Melodie bereicherte das Konzert. Besonders beeindruckte der musikalische Rückblick auf den Generalstreik 1918, wegweisend für die heutige Schweiz. Dazu angeregt hat ihn eine Fernsehsendung. Mal fröhlich-tänzerisch, mal ernst oder melancholisch, traditionell oder modern – die wunderschönen Melodien schlichen sich direkt in die Herzen der Zuhörenden, die sich mit langem kräftigem Applaus für den abendlichen Genuss bedankten. Den gebotenen Apéro nutzten sie auch zum Gespräch mit Emanuel. Zurzeit unterrichtet er an den Musikschulen Gossau und Herisau sowie im luzernischen Rain. Zudem arbeitet er im Leiterteam des Schweizer Hackbrettjugendlagers mit.

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Strahlende Gesichter beim tosenden Applaus nach dem begeisternden Konzert

Langer Weg

Schon früh interessierte sich Emanuel für die Appenzeller Volksmusik. Bei seinem Grossvater fand er einige CD’s mit dieser Musik. Dort hat er das Hackbrett entdeckt –es liess ihn nicht mehr los, und so nahm er Unterricht bei Ruedi Bischoff. Der berührende Klang und die zahlreichen Möglichkeiten der Interpretation faszinieren ihn besonders an seinem Instrument. Während vier Jahren war er Mitglied im Hackbrett Jugendorchester Schweiz, das 2015 in Oberuzwil konzertierte. Es führte ihn auf verschiedene Konzertreisen in Europa, unter anderem an den Hackbrett-Weltkongress in England. Von 2013 bis 2015 studierte er in Basel Geschichte und Musikwissenschaften, im Herbst 2015 nahm er das Studium in Luzern mit dem Hauptfach Hackbrett in Angriff. Er ist erst der vierte Student auf diesem Instrument und im Moment der einzige. Bis zum Master heisst es, weitere zwei Jahre pauken. Dann folgt ein Jahr Pädagogik, um an einer Kantonsschule unterrichten zu können.


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Der Weg zum Ziel ist lang, aber Emanuel ist glücklich


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Sie freuen sich mit dem jungen Musikanten, von links: die Grosseltern Friedrich und Rosmarie Manser - Emanuel Krucker - die Eltern Ingrid und Gabriel Krucker