Auf einen kalten Januar folgten milde Tage im Februar, dann wehte Polarluft durch den Frühling und im Sommer gabs viel Regen – so abwechslungsreich wie das Wetter war auch die diesjährige Pollensaison. «Anfangs Jahr flogen die Hasel- und Erlenpollen schweizweit in hohen Konzentrationen. Die Birkenpollensaison hingegen war aber an mehreren Messtationen die schwächste seit Messbeginn», resümiert Biometeorologin Regula Gehrig von MeteoSchweiz. Ebenfalls interessant: Die Gräser, die am häufigsten Heuschnupfen verursachen, erreichten später als üblich hohe Pollenmengen. Diese Wellen waren auch am Beratungstelefon von aha! Allergiezentrum Schweiz spürbar: Bei starkem Hasel-Pollenflug im Februar gingen zum Beispiel doppelt so viele Anrufe von Pollenallergikerinnen und -allergikern ein als 2020, dafür fast um die Hälfte weniger im April, als die Birke eher schwach blühte.

Ab Januar: Hasel und Erle regional sehr intensiv

Auf der Alpennordseite flogen ab Anfang des Jahres beide Pollenarten gleichzeitig los: Die Hasel zeitlich im Durchschnitt; die Erle leicht verfrüht. Aufgrund der milden Tage im Februar gab es regional teils sehr hohe Belastungen – etwa in der Deutschschweiz, in Locarno oder La Chaux-de-Fonds.

Birke und Esche: überall schwach

Wegen der Kälte im April sowie des natürlichen Rhythmus der Bäume, die beide letztes Jahr sehr stark geblüht hatten, fiel der Pollenflug von Birke und Esche in diesem Jahr schwach aus – und zwar in der ganzen Schweiz.

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Die diesjährige Pollensaison ist schweizweit unterschiedlich spürbar. (Symbolbild von unsplash.com)


Gräserpollen: in unserer Region schwächer

Die Gräserpollensaison startete zwar früh – im Tessin etwa bereits im März drei Wochen früher als im Durchschnitt. Sie wurde dann aber durch Kälte und Schnee stark abgebremst. Erst gegen Ende Mai stiegen die Konzentrationen fast überall in der Schweiz auf starke Werte an; an manchen Stationen war es gemäss MeteoSchweiz der bisher späteste Anstieg. Hervorzuheben ist der regionale Unterschied: Wurden im Mittelland deutlich mehr Tage mit sehr starkem Pollenflug gemessen als im Schnitt, verzeichneten die meisten anderen Stationen aufgrund der häufigen Niederschläge im Mai und Juni weniger «starke» Tage als üblich.

Mit Desensibilisierung starten

Die kommende Pollen-Pause sollten Allergikerinnen und Allergiker nutzen und eine Desensibilisierung, auch allergenspezifische Immuntherapie genannt, beginnen. Dabei wird der Körper langsam an das Allergen gewöhnt, bis er schliesslich kaum mehr darauf reagiert. «Heuschnupfen-Symptome werden so um rund 75 bis 80 Prozent reduziert und der Medikamentenverbrauch kann so deutlich reduziert werden», weiss Sereina de Zordo, Leiterin Fachdienstleistungen bei aha! Allergiezentrum Schweiz.

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Mit der Desensibilisierung sollten die Allergiker in der Pollen-Pause, also jetzt beginnen, schreibt das Allergiezentrum Schweiz.