Thiemo Sutter (23) ist Gemüsegärtner, seine Schwester Delia (21) Grafikdesignerin, und sagt von sich, dass „es mir nicht liegt, immer dasselbe zu machen; ich brauche Abwechslung in meinem Leben“. Und so kam es der jungen Frau gerade recht, als der ältere Bruder vor gut zwei Jahren mit ein paar Fässern Erdbeeren nach Hause kam. Mit überreifem Obst, das weggeschmissen werden sollte. Thiemo wollte dem Food Waste aber entgegenwirken und liess daraus Erdbeerschnaps herstellen. „Somit hatte ich auch schon das passende Weihnachtsgeschenk für meine Freunde und Verwandte“, erinnert er sich lachend. Während er an der Rezeptur tüftelte, designte die Schwester die Etikette. Das Präsent kam gut an, und das Geschwisterpaar selbst auf den Geschmack. „Wir fragten uns, warum wir nicht gleich etwas machen sollten, was uns selbst schmeckt“, so Delia. Dass es auf Weihnachten 2021 hin dann die populäre Wacholderspirituose wurde, ist kein Zufall. „Im Ausgang trinken beide gerne mal einen Gin; da lag die Idee nahe, es einmal mit einem solchen zu versuchen“, so Thiemo.

Basilikum kam am besten an

Gedacht, getan. Die Geschwister überlegten, was für eine Art von Gin sie noch nie gehabt hatten, konsultierten Webseiten und bestellten beim Gewürzhändler eine Gewürzliste, die sie gemeinsam studierten. „Teilweise wussten wir, wie etwas schmeckt, teilweise recherchierten wir die verschiedensten Botanicals“, erklärt Thiemo. Botanicals sind im Gin all jene Substanzen aus der Natur, welche der Spirituose ihren Geschmack verleihen. Dabei kann es sich um Wurzeln, Beeren, Blätter, Blütenblätter, Baumrinde, Gräser, Samen, Fruchtschalen und andere pflanzliche Bestandteile handeln. Danach bestellten sie diverse Botanicals und – fingen in der elterlichen Küche an, viel zu experimentieren. Am Schluss hatten sie vier Rezepte. Dass ihr „Erstling“ in Sachen Gin auf dem Botanical Basilikum basiert, hat zwei einfache Gründe: „Er schmeckte uns am besten und wir fanden heraus, dass es auf dem Markt praktisch keinen Basilikum Gin gibt - also entschieden wir uns dafür“, so Delia Sutter.

Bald ein zweiter Gin bei „zwei“?

Ziel war es, die erste Charge – 93 Flaschen - an Weihnachten 2021 fertig zu haben. Die ganz genaue Ausarbeitung des Spirituosenrezeptes benötigte dabei viel Zeit wie auch die Organisation des sehr schönen Designerflaschen. „Da mussten wir auf einmal feststellen, dass es gar nicht so einfach war, während Corona zu den gewünschten Waren zu kommen. Aber am Ende hat es geklappt“, freute sich Thiemo.

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Edel aufgemacht kommt der Basilium Gin von „zwei“ in einer schwarzen Flasche und mit einer selbstgestalteten Etikette daher.

Herstellen liessen sie den Basilkum Gin bei der Edelbrennerei Brunschwiler in Oberuzwil, was sich für die Sutters als goldrichtige Entscheidung erwies, denn „Judith Brunschwiler konnte mit ihrer jahrzehntelanger Erfahrung uns wertvolle Tipps geben und einen Gin brennen, der uns, unsere Freunde und Kunden begeistert“, hält Thiemo sachlich fest. Grund zur Freude haben beide jedoch, denn auch die zweite Charge – nun mit 191 Flaschen doppelt so gross – verkauft sich gut. So gut, dass die Geschwister vielleicht schon bald einen weiteren Gin auf den Markt bringen. Dazu drängen lassen wollen sie sich aber nicht. „Für uns ist es ein Hobby, das einfach Spass macht. Und solange die Qualität stimmt, und die Menschen Freude an unserem Gin haben, spricht nichts dagegen, dass wir weitere Gins herstellen. Rezepte haben wir noch zu Genüge“, so Delia Sutter.

Hier gibt’s den «Zwei»-Basilikum-Gin

Selbstredend kann der Wacholderschnaps bei den Produzenten direkt bestellt werden. Die 0,5 Liter-Flasche kostet 55 Franken plus Versandkosten.

zwei

Thiemo Sutter

Kreienbergstrasse 6

9248 Bichwil

+41 78 656 05 25

zwei.gin@gmail.com


Daneben gibt es in der Gegend noch drei weitere Verkaufsstellen:


Sonido Vino

Toggenburgerstrasse 61

9500 Wil


Roli's Wythek AG

Roland Götte

Bahnhofstrasse 25

9606 Bütschwil


Edelbrennerei Brunschwiler

Flawilerstrasse 65

9242 Oberuzwil