Einige Bilder und weitere persönliche Utensilien der Familie sind derzeit als Teilladung eines Schiffscontainers unterwegs in die Schweiz. «Die Frachtgebühren sind derzeit sehr hoch», erzählt der 45-jährige Alexander Huwyler. Viele europäische Angestellte verlassen Südostasien. Hotels, Airlines und verschiedene Unternehmen reduzieren als Folge von Corona ihren Bestand an Kaderpersonal.

Welle an Rückkehrern

Zum Teil werden auch bisherige Lohn-Nebenleistungen, wie bezahlter Schulbesuch für die Kinder, Geschäftsauto sowie Übernahme der Mietkosten für die Wohnung, gestrichen. Damit sind die Anstellungsbedingungen für viele westliche Arbeitskräfte nicht mehr interessant. Sie brechen ihre Zelte in Südostasien ab. «Wirtschaftlich geht es Malaysia nicht gut», sagt Alexander Huwyler. Vor einigen Jahren zählte es noch zu den boomenden «Tigerstaaten».

Der Grafik-Designer mit Wiler Wurzeln lebte seit 2004 in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur mit rund 1,6 Millionen Einwohnern. Er arbeitete dort in einer Werbeagentur, zuerst als Angestellter später als Partner. Er gestaltete unter anderem Jahresberichte sowie verschiedene andere Werbematerialien für grössere Firmen und auch für staatliche Behörden in Südostasien. In der Schweiz sucht er nach einer Teilzeitanstellung in seinem Beruf.

Umgang mit der Pandemie

Mit ein Grund für die Rückkehr nach Wil war für ihn auch die Corona-Situation in Malaysia. Dort konnten seine Töchter im Alter von 8 und 10 Jahren während Monaten infolge Lockdowns die Schule nicht besuchen; sie wurden online unterrichtet.

Die malayische Regierung geht bei der Eindämmung der Pandemie rigoros vor. «Wenn sich an einem Ort besonders viele Personen angesteckt haben, kommt das Militär und riegelt den Wohnblock oder das Quartier für vierzehn Tage mit Stacheldraht ab», weiss Alexander Huwyler aus eigener Anschauung.


Rasch Anschluss gefunden

Seine Töchter besuchten in der malayischen Hauptstadt die deutsche Schule. An ihrem neuen Wohnort gehen sie zum Unterricht ins Alleeschulhaus, sprachliche Verständigungsschwierigkeiten entfallen. «Sie haben bereits Schulgespänli gefunden», erzählt ihr Vater.

Sie waren zuvor mehrfach ferienhalber in der Schweiz, ihre neue Heimat ist ihnen somit nicht ganz unvertraut, auch nicht deren Schnee im Winter. Sie haben hier auch einmal eine Skischule besucht. «Allerdings waren wir noch nie im Frühling oder Herbst hier, sie kennen diese Jahreszeiten nicht», erzählt ihr Vater. Im subtropischen Malaysia sind diese jahreszeitlichen Übergänge unbekannt.

Fernausbildung

Ihre aus Borneo stammende Mutter arbeitete in Kula Lumpur über längere Zeit im Personalwesen einer spanischen Firma. Mittlerweile lässt sie sich online zur Yogalehrerin ausbilden. Ihr Ausbildner sitzt in Indien. «Sie muss jeden Tag rund sechs Stunden üben und am Wochenende Ausbildungsberichte schreiben», erzählt ihr Mann.

Wenn alles nach Plan läuft, wird sie bald an einem Deutschkurs teilnehmen. Ihr ist positiv aufgefallen, dass die Menschen in Wil freundlich sind und man sich grüsst, in der Grossstadt Kuala Lumpur war der Umgang sehr viel anonymer und distanzierter.