Rund 70 Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer strömten am Sonntagmorgen in die Probelokale im Schulhaus Grünau. Dort wurde morgens an den Stücken geübt, die am Nachmittag in zwei Orchestern einstudiert wurden. Schnell wurde klar: Die Egerländer Musiker nehmen ihre Unterhaltungsmusik ernst, sie kamen nach Sirnach, um mit den Thurgauer Musikern zu arbeiteten, und zwar intensiv. Das wurde auch geschätzt. Marcel Bürgi, Tubist der Stadtmusik Frauenfeld sagt: «Hier wird konsequent an den Basics der Spielweise gearbeitet, was echt lehrreich ist.» Kursleiter Michael Müller, Euphonist mit klassischer Hochschulausbildung, greift während der Probe auch immer wieder selbst zu seinem Instrument und spielt perfekt vor, wie er es von seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerne hören möchte. «Es hat mich gefreut zu sehen, dass die Teilnehmer extrem motiviert und wissbegierig waren», so Michael Müller.

Auch Klarinettist und Dirigent Stefan Zeller, der für diesen Kurs aus dem rheintalischen Lüchingen angereist war, fand den Workshop aufschlussreich: «Die fünf Egerländer-Spezialisten haben den Inhalt frisch vermittelt und eine zwar fordernde, aber dennoch lockere Workshop-Atmosphäre geschaffen.» Er schätze es, dass die Kursleiter so offen und ohne Berührungsängste auftraten, so Zeller. «Ihr Auftritt sowie die Probenarbeit waren dadurch authentisch.»

Grosser Aufwand und viel Freude

Für die Organisatorin Yvonne Kohler endet mit diesem 19. Januar auch eine lange Vorbereitungszeit. Bereits 2017 brachte die Musikkommission des TKMV die Idee für diesen Kurs auf Papier. «Ein solcher Kurstag ist organisatorisch und finanziell aufwändig. Wir wussten bei der Ausschreibung ja noch nicht, wie viele Teilnehmer sich anmelden würden», so Kohler. Ihr «Herzensprojekt» stiess jedoch auf viel Interesse, auch in anderen Kantonen sowie der Blaskapellenszene. (pd)