Die Pfarrwahlkommission sah sich in einer komfortablen Situation. Rund ein Dutzend Bewerberinnen und Bewerber hatten Interesse an der Pfarrstelle bekundet. Der ausserordentlichen Kirchbürgerversammlung hat die Kommission Lars Heynen zur Wahl vorgeschlagen. Auf den 5. Januar war ein Vorstellungsgottesdienst anberaumt worden. An dieser ersten gutbesuchten Kontaktmöglichkeit hatte der Bewerber offensichtlich einen guten Eindruck hinterlassen. Seine Wahl erfolgte einstimmig.

Lars Heynen kommt wie sein Vorgänger Marc Ditthardt ursprünglich aus Deutschland. Er wurde 1975 in Mönchengladbach geboren. Zum Beruf des Pfarrers ist er auf dem zweiten Bildungsweg gekommen. Nach der Realschule hat er zwei Jahre Religionspädagogik an der Fachoberschule für Sozialpädagogik studiert. Weil infolge von Sparmassnahmen in den Kirchgemeinden die Zahl der Stellen reduziert wurde, hat er sich zum Theologiestudium entschlossen. Dazu musste er das Abitur nachholen. Das machte er am Abendgymnasium, parallel zu einer Lehre als Kaufmann. Dann hat er an den Universitäten in Wuppertal und Heidelberg Theologie studiert. Ein zweieinhalbjähriges Vikariat hat er im Saarland absolviert. Daran schloss sich seine erste befristete Pfarrstelle im Bergischen Land an. 


Vom Rheinland in den Thurgau

Weil es in der rheinischen Kirche in dieser Zeit zu viele Pfarrer gab, hat er sich in der Schweiz nach einer Stelle umgesehen. Er ist als Pfarrer von Wigoltingen-Raperswilen gewählt worden, wo er momentan im zwölften Jahr wirkt. Nach eigenem Bekunden gefällt es ihm in der Doppelkirchgemeinde mit Kirchen in Wigoltingen und Raperswilen und dem Kirchgemeindehaus, der «Chileschür», in Wigoltingen sehr gut. Zur evangelisch-reformierten Schweizer Landeskirche sieht er von seinem calvinisch-reformierten Ursprung her keine nennenswerten Unterschiede.

Lars Heynen ist mit der Architektin Christiane Heynen-Schild verheiratet. Die beiden sind Eltern der neunjährigen Tochter Anne Ida und des acht Jahre alten Sohnes Samuel Tobias. Die Familie wird ins Pfarrhaus in Niederuzwil einziehen.

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Ihre Arbeit war zu bewältigen: Valentin Arnold und Gabriela Immoos zählen die 75 eingegangenen Stimmausweise.


Stellt seinen Mann in der Feuerwehr

Als Hobbys gibt der neue Pfarrer an: Gitarre spielen, Singen, Musik, Literatur, Geschichte und Gesellschaftsfragen. Am jetzigen Wohnort Wigoltingen wirkt er in der Feuerwehr mit. Lars Heynen wird nun auf Ende Januar in Wigoltingen kündigen, damit er unter Einhaltung der sechsmonatigen Kündigungsfrist seine Stelle in Uzwil am 1. August antreten kann.