Private starteten im 1968 mit der Gründung der Genossenschaft. Heute gehören neben zahlreichen Privaten die Politische Gemeinde die beiden Landeskirchen Katholisch und Evangelisch, die Ortsgemeinde, Gewerbeverein, Industrievereinigung und der Rotary- und Lionsclub als Genossenschafter an. Sie zählt aktuell 66 Mitglieder.

Aus der Not eine Tugend gemacht
Im Rückblick auf die Entstehungszeiten der Genossenschaft erinnerte Präsident Bruno Gähwiler daran, dass es im 1968 in Wil weder ein Altersheim noch Alterswohnungen gegeben habe. Mit 12 Privatpersonen sei die Gründung der Genossenschaft für Alterswohnungen vollzogen worden. Die breitere Abstützung habe dann schnell eingesetzt mit öffentlichen Korporationen, damit es im 1971 zum Bau des ersten Wohnblocks an der Flurhofstrasse gereicht habe. Die Kath. Kirchgemeinde ist mit Abstand im Besitz der grössten Zahl Genosssenschaftsanteile.

Die heute zur Genossenschaft gehörenden Wohnblöcke seien optimal auf das ganze Stadtgebiet verteilt, um Betagten den Übertritt in der Nähe, ohne Verlust der bisherigen Umgebung, zu ermöglichen. Das letzte Bauvorhaben wurde im 2013 umgesetzt an der Haldenstrasse 16a, beim Alterszentrum Sonnenhof, im Volksmund ob seiner Fassadengestaltung auch Kachelofen genannt.

Der Aufenthalt der Bewohner beträgt im Schnitt acht Jahre. Wohnen im Alter verlange heute individuellen Service. Die Wohnungen sind sehr gut ausgelastet, aktuell ist nur die 1-Zimmerwohung frei. Es gebe immer eine Warteliste. Stärker gefragt seien die Wohnungen im Stadtzentrum. 

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Präsident Bruno Gähwiler bei der Durchführung der 49.GV. Der Vorstand v.l.: Irene Blättler, Vertreterin Ortsgemeinde, Finanzchef Hans Osterwald, Präsident Bruno Gähwiler, Stadtrat Dario Sulzer und Aktuar Armin Eugster.

Rechtsform „Genossenschaft“
Die Genossenschaft für Alterswohnungen Wil schreibt als Zielsetzung „Bereitstellung von preisgünstigen Wohnungen“. Die Genossenschaft agiert politisch und konfessionell neutral. Dank Sozialangebot ist sie steuerbefreit. Die Anteilscheine (1'000 Franken) werden mit dem halben Referenzzinssatz mit 0,75% verzinst.

Der Verwalter Willi J. Helg arbeitet im Mandatsverhältnis, keine Anstellung. Gähwiler erinnerte weiter an langjährige Mitarbeitende. In den 50 Jahren amtiere er als vierter Präsident. Auch im Vorstand seien langjährige Mitglieder aktiv.

Dass weitere Angebote im Bereich Alterswohnungen notwendig werden, zeigt sich aus der Planung gleich dreier Spitex-Stützpunkte, neben Bronschofen im Lindenhof und Flurhof.

Stadtpräsidentin erinnerte an solidarische Landabgabe
In ihren Grussworten erinnerte die Stadtpräsidentin Susanne Hartmann an ihre schöne Jugendzeit an der Thuraustrasse, nahe der Alterswohnungen. Aus der Familiengeschichte wies sie darauf hin, wie damals Bauland abgegeben wurde mit der Auflage zur Erstellung von Alterswohnungen. Solidarität sei die Grundhaltung gewesen. Heute sei die solidarische Haltung gegenüber den alternden Personen noch wichtiger geworden.

Um das Jahr 1900 habe man in der Schweiz um 200'000 Personen über 65 gezählt, heute seien es über 1,5 Mio. Menschen. Im Jahr 1900 habe man fünf 100-Jährige gezählt, heute seien es 1'500. Um 1800 sei das Alter als Kult wahrgenommen worden, heute seien Betagte eher eine Last. Weil die Betagten letztlich Anteil hätten an unserem Wohlstand, gelte es, ihnen im Alter etwas zurück zu geben. Hartmann schloss mit dem Zitat: „Alt werden ist schön, das Alter sei aber nicht immer schön“. Darum sei das Angebot der Genossenschaft heute noch wichtiger geworden.

Die Abwicklung der Traktanden der 49. GV konnte Präsident Bruno Gähwiler zügig abwickeln, da keine besonderen Geschäfte anstanden. Begleitet von festlichen Klängen seitens des Duos von Arte Vienna konnte zur Festfeier übergegangen werden mit einem schmackhaften Menu aus der Hofküche. 

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Die jüngst erbaute Liegenschaft "Sonnenhof" an der Haldenstrasse 16a, erbaut im 2013 mit 26 Wohnungen.

Genossenschaft für Alterswohungen bietet 198 Wohneinheiten an
1971 Liegenschaft Flurhofstrasse 4, Umbau 1998 (42 Wohnungen)
1973 Flurhofstrasse 5/, Umbau 1996 (27+1)
1977 Bergholzstrasse 16a, Umbau 2006 (25+1)
1985 Thuraustrasse 26/26a, Umbau 2013 (33)
1993 Bergholzstrasse 16b/c (45)
2013 Haldenstrasse 16a (26 Wohnungen)

Finanzen
Jährlicher Ertrag 2,82 Mio. Franken
Aufwand 0,8 Mio. 
Abschreibungen 2 Mio.
Gewinn 0,02 Mio. Franken
Buchwerte Liegenschaften 16,7 Mio.
Amtliche Verkehrswerte 43,6 Mio.

Günstigste Wohnung (1 Zi-Wohnung) 537 Franken
Teuerste Wohnung (3,5 Zi-Wohnung) 1'962 Franken.