Ganz genau 200 Challenge-League-Spiele hat der französisch-serbische Doppelbürger Marko Muslin für den FC Wil bestritten. Dazu kommen 13 Partien im Cup. Er ist somit jener Spieler, der mit Abstand am öftesten im Dress der Wiler aufgelaufen ist. Zu einem 201. Meisterschaftsspiel wird es aber nicht kommen. Denn Muslin wechselt zum FC Wohlen, der sich hinsichtlich dieser Saison aus wirtschaftlichen Gründen «freiwillig» von der Challenge League in die Promotion League zurückgezogen hat. Im Freiamt unterzeichnete Muslin einen bis Saisonende gültigen Leihvertrag. Der Kontrakt des 33-Jährigen bei den Aargauern endet somit zeitgleich mit jenem auf dem Bergholz.

Der Wechsel wird ausgerechnet am Tag vor dem Cupspiel dieser beiden Teams publik. Schiesst Muslin seinen ehemaligen Arbeitgeber, wo es zuletzt im Fanionteam keinen Platz mehr gegeben hat für ihn, aus dem Cup und somit zur grossen Überraschung? Nein, denn für das Cupspiel ist Muslin noch nicht spielberechtigt. Der Franzose, dessen Vater bis kurz vor der Fussball-WM 2018 Trainer der serbischen Nationalmannschaft war, kehrt somit nach Wohlen zurück. Bei den Aargauern hat er bereits zwischen 2015 und 2017 während zwei Saisons in der Challenge League gespielt. Eine Rückkehr ist für ihn nichts Neues. Zum FC Wil kam er gleich zweimal retour – nach Gastspielen bei Lausanne-Sport und eben Wohlen. Den ersten Kontrakt auf dem Bergholz hatte Muslin vor knapp zehn Jahren unterschrieben. Zwischenzeitlich war er auch Captain der Wiler. Seit dieser Saison spielte der polyvalent einsetzbare Spieler in den Planungen seines nun Ex-Vereins keine Rolle mehr und er hielt sich in der zweiten Mannschaft fit.

Einen Vertrag aufgelöst, einen unterzeichnet
Auch sonst gibt es im Kader der Äbtestädter Mutationen. Der Vertrag mit dem 26-jährigen Goalie Hrvoje Bukovski wurde im gegenseitigen Einvernehmen per sofort aufgelöst. Das ist darum bemerkenswert, weil Bukovski einer jener Spieler war, der noch einen verhältnismässig hoch dotierten Vertrag aus der Zeit der türkischen Investoren hatte. Seit diesem Sommer war Bukovski an den albanischen Verein FC Luftetari ausgeliehen. Er beendete das Engagement jedoch auf eigenen Wunsch frühzeitig.

Zudem verpflichteten die Wiler einen weiteren Junioren-Nationalspieler. Es handelt sich um den 19-jährigen Ajet Sejdija. Der Mittelfeldspieler durchlief die gesamte fussballerische Ausbildung beim FC St. Gallen. Für dessen U21-Team erzielte er in dieser Saison in der 1. Liga vier Tore in fünf Spielen. Der Schweizer U20-Internationale unterschrieb beim FC Wil einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 plus Option auf Verlängerung. Er soll über die Talentgruppe an die erste Mannschaft herangeführt werden. Will heissen: Trainings mit der ersten Mannschaft, Spiele vornehmlich mit dem U20-Team in der 2. Liga interregional.