Die Grasshoppers mit 3:2 besiegt - nach einem 1:2-Rückstand. Rogerio und zweimal Fabinho mittels Penalty waren die Torschützen. Sie sorgten dafür, dass der FC Wil den ersten und bis dato einzigen «Kübel» seiner Vereinsgeschichte holte. Noch immer ist es der letzte Pott, der in die Ostschweiz ging. Und noch immer ist der FC Wil der einzige Klub des Landes, der alle Cupfinal-Teilnahmen positiv gestaltet hat.

Da der Bergholz-Klub genau einen Monat später als Absteiger in die zweithöchste Spielklasse feststand und sich Wil und die Grasshoppers mittlerweile in der Challenge League duellieren, sind die Erinnerungen an jenen Ostermontag im «Joggeli» umso einmaliger. Was ist aus den Spielern von damals geworden? Nicht alle sind im Rampenlicht geblieben. Einige aber schon.

Die Geschichte der Cup-Helden

  • Daniel Lopar (Torhüter): Er kam in Basel zum Einsatz, weil sich Stammgoalie Nicolas Beney verletzt hatte. Lopar war in der Folge während Jahren die unbestrittene Nummer Eins und Publikumsliebling beim FC St. Gallen. Seit vergangenem Sommer spielt der bald 35-Jährige bei den Western Sydney Wanderers in Australien, wo er seinen Vertrag unlängst bis Sommer 2022 verlängert hat.
  • Patrick Winkler (Verteidiger): Er beendete wenige Wochen nach dem Cupsieg seine Aktiv-Karriere und hat den Weg ins Trainer-Business eingeschlagen. Zuerst war er bei Future Champs Ostschweiz für die U18 und die U21 de FC St. Gallen verantwortlich, ehe er im Sommer 2017 zum FC Balzers wechselte. Dort schaffte er es wieder in den Cupfinal (Liechtenstein), um dann aber eine Niederlage gegen den favorisierten FC Vaduz zu beziehen. Seit vergangenem Sommer ist Winkler Trainer beim 1.-Liga-Club FC Gossau, liegt aktuell aber auf einem Abstiegsplatz.
  • Philippe Montandon (Verteidiger): Nach dem Cupsieg mit dem FC Wil spielte er noch über ein Jahrzehnt weiter und war zwischenzeitlich Captain des FC St. Gallen. Nach der achten Hirnerschütterung beendete er im Frühjahr 2015 seine Karriere. Heute tritt Montandon als Experte bei Teleclub auf, auch bei Challenge-League-Liveübertragungen.
  • Massimo Rizzo (Verteidiger): Er ist wieder beim FC Zürich, wo er auch gross geworden war. Aktuell betreut Rizzo die U18-Mannschaft der Stadtzürcher. Zuvor hatte gut ein halbes Jahr lang die U21 trainiert und war im August 2015 auch mal sechs Spiele Interimstrainer des NLA-Teams im Letzigrund gewesen.
  • Stephan Balmer (Verteidiger): Wurde im Cupfinal schon vor der Pause für Rizzo eingewechselt. Seine Profi-Karriere endete im Sommer 2004 in Wil.
  • Stefan Blunschi (Verteidiger): Wie so viele Spieler verliess auch er nach dem Abstieg im Sommer 2004 den FC Wil und wechselte zum FC Aarau. Ab 2005 kickte er siebeneinhalb Jahre für den SC Cham, ehe seine Karriere zu Ende ging.
  • Michel Renggli (Mittelfeldspieler): Wie Philippe Montandon ist auch er heute TV-Experte, allerdings beim Schweizer Fernsehen SRF. Nach dem Cupsieg wechselte Renggli wegen der Relegation der Äbtetaädter zum FC Thun, wo er Vizemeister wurde. Nach weiteren Stationen bei GC und Luzern beendete Renggli 2014 die Profi-Karriere.
  • David Callà (Mittelfeldspieler): Er ist noch immer aktiv und in der laufenden Saison Gegner des FC Wil. Als Captain des FC Winterthur ist der heute 35-Jährige im Sommer 2018 zu seinen Wurzeln in der Eulachstadt zurückgekehrt. Zuvor spielte Callà nach dem Cupsieg mit dem FC Wil für Servette, St. Gallen, GC, Aarau und Basel.
  • Fabinho (Mittelfeldspieler): Mit seinen beiden Penalty-Toren machte sich Fabinho zu einer lebenden Legende beim FC Wil. Im Sommer 2018 kehrte er aufs Bergholz zurück und trainiert seither die zweite Mannschaft in der 2. Liga interregional. Wie schon in der vergangenen Saison muss sich diese allerdings gegen den Abstieg wehren. Der Brasilianer hatte nach dem Cupsieg zum FC St. Gallen, später zu Schaffhausen und nach Herisau gewechselt. Die Appenzeller waren dann während acht Jahren auch seine erste von bisher zwei Trainerstationen.
Doppeltorschütze Fabinho wurde im Cupfinal zum Wiler Matchwinner.
  • Kristian Nushi (Mittelfeldspieler): Hat seine Profi-Karriere beim FC Wil lanciert. Sein fussballerischer Weg führte ihn später via Aarau, St. Gallen, Winterthur und Tuggen zum FC Uzwil. Trotz seiner mittlerweile 37 Jahre ist er noch immer für das Team in der 2. Liga interregional im Einsatz und hat in 76 Einsätzen schon 36 Tore für Uzwil erzielt.
  • Rogerio (Stürmer): Der Brasilianer legte mit dem Kopfball-Treffer zum 1:0 im Cupfinal die Basis zum Sieg. Wenige Wochen nach dem Cupsieg wechselte Rogerio ausgerechnet zu den Grasshoppers. Es folgte ein dreijähriges Gastspiel bei Aarau, ehe er zum Rekordmeister zurückkehrte. Seine Karriere ging 2010 zu Ende.
  • Felix Mordeku (Stürmer): Er pendelte in seiner Karriere zwischen Wil und den Vereinigten Arabischen Emiraten hin und her. Die Aktivlaufbahn beendete er im Jahr 2008 beim FC Herisau.
  • Nenad Savic (Stürmer): Ein halbes Jahr nach dem Cupsieg wechselte er zum FC Thun, kehrte aber ein weiteres halbes Jahr Später aufs Bergholz zurück. Zwischen 2007 und 2013 spielte Savic bei mehreren griechischen Vereinen, ehe er im Frühjahr 2013 die Karriere beendete.
  • Stephan Lehmann (Assistenz-Trainer): Ganz offiziell war Joachim Müller im Cupfinal Trainer der Wiler. Allerdings wurde schnell ersichtlich, dass der Ost-Deutsche «nur» die Papiere brachte. In Tat und Wahrheit hatte Stephan Lehmann das Sagen. Unvergessen ist seine Motivationsrede am Tag vor dem Final. Der einstige Schweizer Nationalgoalie – er war bei der WM 1994 in den USA und bei der EM 1996 in England dabei – ist seit 2017 wieder zurück beim FC Wil. Als Goalietrainer.