«Was will die Kunst? Will sie provozieren, will sie gefallen oder will sie ganz einfach nur Freude bereiten?» Diese Fragen stellte Dora Hadorn, Präsidentin der Galeriekommission, an den Anfang ihrer Begrüssung. Die Antwort darauf sei so vielfältig wie die Kunst widersprüchlich. Die Kunst mache Aussagen, die Meinung dazu müssten wir uns selber bilden. Und weil kaum jemand besser über das Werk eines Künstlers reden könne als er selber, wurde an der Vernissage für einmal auf fachbezogene Würdigungen verzichtet. Die Künstler kamen selber zu Wort.

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Für die musikalische Umrahmung sorgte das Trio IntoNation mit Margreth Lowe an der Violine, Silvia Abegg am Akkordeon und Margreth Manser am Kontrabass.

Erfolg über Grenzen hinweg

Virginia Costa ist 1971 in Argentinien geboren worden. Sie hat Betriebswirtschaft studiert. Ihr Interesse hat aber schon früh der Malerei gegolten. Deshalb hat sie schliesslich an der nationalen Kunstakademie in Buenos Aires Malerei studiert. Nebenbei hat sie schon früh gemalt. Vor 20 Jahren ist sie in die Schweiz gekommen. Sie lebt in Niederweningen im Kanton Zürich. Seit 15 Jahren widmet sie sich mit voller Kraft der Malerei. Durch ihre zwei Kinder werde sie nicht nur beansprucht. Die Kinder seien auch ihre ersten und besten Kritiker. Erfreut stellte sie fest, dass ihre Werke – ein Teil ihrer Seele – über Landes- und Kontinentsgrenzen hinweg Beachtung und Käufer fänden.

Immer auf der Suche

Wer die ausgestellten Werke von Virginia Coste betrachtet, sieht ihre Aussage bestätigt, dass sie immer auf der Suche nach Neuem sei, dass sie gerne neue Techniken und neue Stile teste. Neben fotorealistischen Ölbildern zum Thema Wasser findet man Bilder über magische Momente oder Acryl-Bilder mit klar strukturierter Linienführung und reliefartig mit Holzteilchen bestückte Bilder. Die Künstlerin ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden.

Gegensätze und Übereinstimmungen

Urs-Antoine Stöckli stellt Skulpturen aus Holz und Bronze aus: Von Form und Volumen her Gegensätze zu Öl- und Acrylbildern. Und doch gibt es zwischen dem Werk und dem Wesen der Künstler auch Übereinstimmungen. Beide Künstler engagieren sich mit Herzblut, sie trennen sich oft schwer von einem Werk – machen es trotzdem aus wirtschaftlicher Notwendigkeit. Skulpturen und manche Bilder stimmen überdies im schwungvollen Linienfluss überein.

Quereinstieg in der Lebensmitte

Urs-Antoine Stöckli lebt in Hosenruck in der thurgauischen Nachbarschaft. Er ist 1960 in Zug geboren und aufgewachsen. Als Offsetdrucker besuchte er die Kunstgewerbeschule und absolvierte die Meisterprüfung. 1997 aber hat er sich entschlossen, den Beruf aufzugeben und sich ganz der Kunst zu widmen. Autodidaktisch hat er sich zum Allrounder gebildet. Er arbeitet hauptsächlich mit einheimischem Holz, das er zuerst mit der Motorsäge bearbeitet und nach dem Feinschliff beizt. Neuerdings kommen Bronzeplastiken dazu.

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Öffnungszeiten

Die Galerie zur alten Bank ist jeweils am Donnerstag von 18 bis 20 Uhr, am Samstag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Urs-Antoine Stöckli ist am Sonntag, 2. September und am Sonntag, 16. September anwesend. An der Finissage am Sonntag, 23. September sind beide Künstler anwesend.

Organisation

Die Galerie zur alten Bank ist eine 1977 gegründete Kunstgalerie. Sie ist ein Kulturangebot der Gemeinde Uzwil und wird von der Galeriekommission betrieben. Jährlich werden rund sechs Kunstausstellungen präsentiert.

Mitglieder der Galeriekommission sind: Dora Hadorn (Präsidentin), Simone Egloff, Barbara Böhi, Anja Nützi und Hanspeter Urech. Während den Öffnungszeiten sind Ingrid Cantieni, Doris Decurtins und Lotty Schai für die Besucher da.