Die Bühler AG und die CN & Partners AG geben heute ihr Joint Venture zur Gründung der Circular Food Solutions Switzerland AG bekannt, einem neuen Unternehmen, das eine Schweizer Fleischalternative auf Basis von upgecyceltem Biertreber aus der Schweiz herstellen wird. Das lokal produzierte Produkt ist eine echte Upcycling-Lösung, die reich an Proteinen und Fasern ist und eine geringe Umweltbelastung hat. «Jahrzehntelang wurde Biertreber als Futtermittel für Tiere verwendet. Jetzt verwenden wir sie wieder, um gesunde und schmackhafte Fleischalternativen herzustellen», sagt Johannes Wick, CEO des Geschäftsbereichs Grains & Food von Bühler. «Wir haben uns einer nachhaltigen Lebensweise verschrieben und stellen dies durch unser Handeln unter Beweis», sagt der Schweizer Unternehmer Christoph Nyfeler, Inhaber der CN & Partners AG.

Upcycling, ein Prozess, bei dem Nebenprodukte und Abfallstoffe in neue Materialien oder Produkte umgewandelt werden, die einen höheren Wert haben, ist der heilige Gral der Kreislaufwirtschaft. Beim Bierbrauen wird die Stärke des Gerstenmalzes zur Herstellung von Bier verwendet. Der Rest wird als Treber bezeichnet. Traditionell wird er als Futtermittel für Tiere verwendet. Doch ein Grossteil des nahrhaften Teils des Getreides befindet sich in diesem Biertreber.

Der Schweizer Unternehmer Christoph Nyfeler ist ein Joint Venture mit der Bühler AG eingegangen, um das neue Unternehmen Circular Food Solutions Switzerland AG mit Sitz im schweizerischen Lenzburg zu gründen. Die Partnerschaft kombiniert das Verarbeitungs-Know-how und das geistige Eigentum von Bühler mit den Fähigkeiten, der Erfahrung und dem Netzwerk von CN & Partners, um eine neue Lösung für den Markt für pflanzliches Fleisch zu schaffen. Circular Food Solutions Switzerland wird Biertreber von Schweizer Brauereien beziehen, die Schweizer Malz verwenden. «Wir arbeiten eng mit Bühler an der Detailplanung am gewählten Standort zusammen. Können wir eine effiziente Lieferkette sicherstellen, erwarten wir, dass der Betrieb im Sommer 2023 aufgenommen wird», sagt Nyfeler.

Schmackhaft, nachhaltig, lokal

Der Markt für pflanzliches Fleisch wächst schnell mit einer jährlichen Wachstumsrate von 15 bis 20 Prozent. Es besteht daher ein Bedarf an zusätzlichen Proteinquellen als nachhaltigere Option für die Produktformulierung. Die pflanzlichen Fleischprodukte von Circular Food Solutions Switzerland haben in dieser Hinsicht mehrere entscheidende Vorteile.

Der Hauptrohstoff von Circular Food Solutions Switzerland – Biertreber – wird von den Brauereien oft entsorgt. «Die Aufwertung dieses Nebenstroms trägt zur Kreislaufwirtschaft bei und hilft, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Ausserdem werden wir Zutaten aus der Region verwenden, da die Produktionsstätte in der Nähe des Hauptrohstofflieferanten liegt. Es ist darum viel nachhaltiger als andere pflanzliche Proteine mit langen Lieferwegen», sagt Nyfeler. Ein weiteres Merkmal, das die Umweltbelastung reduziert: Der frische Biertreber wird direkt entnommen und verarbeitet, ohne dass ein energieintensiver Trocknungsprozess notwendig ist.

Circular Food Solutions Switzerland hat noch weitere Vorteile, die für die Konsumentinnen und Konsumenten attraktiv sind. Die Produkte von Circular Food Solutions Switzerland sind von Natur aus reich an Ballaststoffen, Proteinen und Spurenelementen. Die Fleischersatzprodukte haben auch eine überzeugende Textur und einen top Geschmack, wie mehrere Blindverkostungen mit anderen Marktteilnehmern gezeigt haben.

Innovation kombiniert mit Unternehmertum

Die ursprüngliche Idee, Biertreber auf diese Weise zu nutzen, entstand im Rahmen eines Innovationswettbewerbs bei Bühler. Das Team, das dahinterstand, sah die Chance, aus diesem wertvollen Nebenstrom ein neues Produkt zu schaffen, und hat dessen Entwicklung durch ein Start-up, die Circular Food Solutions AG (CFS Global), vorangetrieben, das inzwischen aus Bühler ausgegliedert wurde. Mit der CN & Partners AG hat Bühler einen echten Unternehmer mit Start-up-Mentalität gefunden, der den Weg zur Marktreife und zum Proof of Concept schafft. «Im Januar 2022 haben wir mit der Schweizer Mälzerei AG die Produktion von Schweizer Malz aufgenommen, und schon bald werden wir ein echtes Schweizer Upcycling-Nahrungsprodukt anbieten können», sagt Nyfeler.

«Das ist ein grossartiges Beispiel für Kreislaufwirtschaft. Wir gewinnen wertvolle Elemente aus regional produzierten Lebensmittelabfällen, mischen sie mit anderen proteinreichen Quellen und produzieren in der Schweiz hochwertige, nahrhafte Lebensmittel. Ausserdem ist es wirklich nachhaltig, weil wir jedes Gerstenkorn zweimal verwenden – einmal zur Bierherstellung und dann zur Produktion des Fleischersatzes», sagt Carsten Petry, CEO von CFS Global.

Bühler beabsichtigt, diese Vorgehensweise in verschiedenen Ländern verfügbar zu machen. «Wir würden gerne Unternehmer in anderen Teilen der Welt finden, die wie CN & Partners die lokalen Produktions- und Einzelhandelskontakte und Erfahrungen haben und mit uns in ähnlicher Weise zusammenarbeiten möchten», sagt Johannes Wick. «Wir wollen unsere Kräfte bündeln, um eine wirklich nachhaltige Kreislaufwirtschaft bei Fleischalternativen voranzutreiben.» (pd)