Dass die Zeit nach der Pensionierung eine ruhige und abgesicherte Lebenszeit wird, hängt nicht allein von der Gesundheit des Menschen, sondern auch von der finanziellen Absicherung ab, wie Bankleiter Beat Bollinger in seiner Begrüssung der zahlreichen Gäste in der Schalterhalle von Raiffeisen Wil bemerkte. Raphael Eigenmann, Leiter Finanzberatung bei Raiffeisen, konnte in der Folge in Vanessa Schwager und Philipp Kammermann zwei kompetente Finanzfachleute vorstellen, welche zu den verschiedenen Themen informierten. 

Frühzeitig planen
Raphael Eigenmann wies darauf hin, dass Pensionsplanung aus dem Grund wichtig ist, um zu wissen „Was kommt auf mich zu?“ Raiffeisen könne mit Tipps für Optimierungen beitragen. Nicht zuletzt gehe es auch um die selbstbestimmte Vorsorge, was man rechtlich regeln kann und soll. Raiffeisen könne zu diesen Fragen mit kompetenter Beratung Antworten bieten. 

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Zentrale Fragen stehen im Mittelpunkt bei der Pensionsplanung, teils mit unterschiedlicher Gewichtung.

Dem Kapitalaufbau folgt in der Pensionierung dessen Verzehr
Vanessa Schwager, Fachspezialistin Finanzplanung, stellte an den Anfang ihrer Ausführungen den Hinweis, dass mit der Pensionierung auch eine Reduktion beim Einkommen einher gehe. Die Themen Steuern, Einnahmen, Ausgaben, Schulden, Vermögen, aber auch Eheerbrecht kämen in den Fokus. Je nach Situation seien die Einnahmen in der Pension um 30 bis 40% tiefer. Bei regulärer Pension habe die AHV 42%, die Pensionskasse 26% Anteil. Um 80% des früheren Einkommens zu erreichen, fehlten 12%. Bei einer Lebenserwartung um 80 Jahre fehle die stattliche Summe um 250'000 Franken, gemäss Rechnungsbeispiel 100'000 frühere Lohnsumme pro Jahr.

Vanessa Schwager informierte weiter über die Auswirkungen bei Frühpensionierung, welche bei der AHV pro Jahr eine lebenslange Einbusse von 6% zur Folge habe. Bei Weiterarbeit nach dem Pensionsalter führe dies zu einer besseren AHV-Rente. Das fehlende Kapital für ein gesichertes Weiterleben könne bei den derzeitigen Niedrigzinsen nicht aufgeholt werden. Dazu biete sich z.B. eine Fondsanlage mit mittlerer Sicherheit, wo ein Ertrag um 2% machbar sei. Weitergehend zeigte Schwager die Auswirkungen auf, wenn bei der Pensionskasse statt Rente ein Kapitalbezug gewählt wird. Die Möglichkeiten mit den Ersparnissen aus der dritten Säule (3a) waren weiteres Thema. 

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Drei Säulen der Einkommensquellen als wichtige Voraussetzung für die finanzielle Sicherung im Alter.

Steuerliche Optimierungen, selbstbestimmte Vorsorge
Philiip Kammermann, Leiter Privatkundenberatung, informierte über steuerliche Optimierungen. Das Sparen mit der Säule 3a biete gerade in der Niedrigzinsphase Vorteile. Nicht nur sei der Zinssatz höher, es könne auch eine spürbare Einsparung bei den Steuern erreicht werden. Zu beachten gelte es weiter den Stand der zweiten Säule, der obligatorischen Pensionskasse. Sofern finanziell möglich könne die Rente mit einem zusätzlichen Einkauf deutlich verbessert werden.

Im dritten Teil der Information ging Vanessa Schwager auf das Thema selbstbestimmte Vorsorge ein. Weil im dritten Lebensabschnitt die Urteilsfähigkeit zum Thema werden könne, sei die Erteilung von Vollmachten im voraus wichtig. Dies könnten der Lebenspartner, gute Bekannte oder auch Notarpersonen sein. Allerdings gelte es zu beachten, dass im Todesfall Vollmachten nur beschränkt genutzt werden können. Es könnten nur die üblichen Tagesgeschäfte, jedoch keine umfassende Entscheide gefällt werden, weil die rechtmässigen Erben noch unbekannt seien. Bei den Vollmachten gehe es auch darum, dass nicht umgehend die KESB (Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde) zum Zug komme. 


Beni Thurnheer, von A bis Z
Die Aufmerksamkeit bei den anwesenden Raiffeisenkunden erreichte im abschliessenden Programmteil mit dem TV-Sportmoderator Beni Thurnheer noch einmal Höchstwerte. Thurnheer, aktuell 69-jährig, hatte sich eingangs seiner unterhaltsamen Vorstellung ganz auf das Thema Pensionierung eingestellt. Dem Alphabet folgend hielt er für jeden Buchstaben eine Pointe bereit. 

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TV-Sportmoderator Beni Thurnheer wusste seine Erlebnisse bei Radio und TV unterhaltsam vorzustellen.

Bereits mit dem Buchstaben A sorgte er für eine passende Einlage für Pensionierte, dem Begriff „Ausstieg“: „Keiner verlässt die Bühne freiwillig“, was nicht nur für den Lebensabend gelte, sondern auch für TV-Moderatoren, was er an mehreren Moderatoren bestätigte. TV sei wie eine Droge. Mit dem Entzug des Ansehens in der Öffentlichkeit gehe ein grosses Stück Lebensinhalt verloren. Das Ende, so auch die Pensionierung, werde zur grössten Herausforderung.

Das Alphabet mit entsprechend gewählten Begriffen sorgte für weitere überraschende Hinweise. Thurnheer stellte darin auch seine vielfältige Einsatzzeit bei Radio und TV vor, wie er zahlreiche Sendungen habe prägen können. Zu den grösseren Herausforderung habe Benissimo gehört, wo man dem Sendenamen gleich seinen eigenen Namen hinterlegt habe.

Thurnheer liess auch einige Lebenshaltungen einfliessen. Beim Buchstaben J äusserte er sich zum Begriff „Jetzt“: „Jetzt ist es gut, lebe jetzt, vergiss niemals dich zu freuen“. Dass es auch in seiner TV-Zeit zu schwierigen Situationen gekommen sei, liess Thurnheer gleichfalls durchblicken. So habe eine Autoeinfahrt auf die Bühne einmal beinahe zu einem Unfall geführt, weil das Gaspedal des Autos nicht üblich eingestellt war. Allerdings habe er die Situation in der Art meistern können, dass das Publikum davon nichts mitbekommen habe.

Auf die Frage aus dem Publikum, wer wohl Fussballweltmeister werde, sprach sich Thurnheer spontan für Ägypten aus, allerdings einfach als möglicher Tipp. Die ägyptische Mannschaft besitze den den weltweit best ausgewiesenen Fussballer. Zu bedenken gab er aber, dass die restlichen 10 Spieler nicht unbedingt Weltklasse seien.

Mit einem schmackhaften Apéro riche schloss die Information und der Einladung an die Gäste, das Beratungsangebot von Raiffeisen zu nutzen, damit Überraschungen in der Pension ausbleiben.