Der Jonschwiler Chilbi drohte das Aus. Als Kirchweihfest – die Kirche Jonschwil ist dem heiligen Martin geweiht – ist sie jeweils am Samstag und Sonntag nach Martini (11. November) durchgeführt worden. Die bisherigen Organisatoren hatten die Absicht geäussert, die Chilbi aufzugeben. Das aber hätten vor allem junge Jonschwiler Eltern bedauert. An einem Quartierfest an der Funkenbühlstrasse hielten sie Rat und entschlossen, sich für den Fortbestand der Chilbi einzusetzen. Ein Organisationskomitee wurde gebildet. Die Leitung übernahm Remo Baumgartner. Zusammen mit ihm überlegten sich Gregor Näf, Lars Willi, Stefano Pierini, René Bruderer und Christian Hilber wie die künftige Chilbi gestaltet werden solle.

Vom Spät- zum Frühherbst

Den Kern des Anlasses mit dem traditionellen Chilbi-Programm wollten sie nicht grundlegend verändern. Dagegen gab der Termin zu Diskussionen Anlass. Als Kirchweihfest wäre ein Zeitpunkt um Martini auch künftig naheliegend gewesen. Dagegen aber hat die Jahreszeit gesprochen. Mitte November war es oft kalt und bei Regen oder gar bei Schneeflocken richtig unfreundlich. Der Chilbi-Betrieb aber spielt sich zu einem grossen Teil im Freien oder in Zelten ab. Ein Zeitpunkt anfangs September, hat sich das OK gesagt, biete bessere Chancen für angenehme Temperaturen und damit einen grösseren Publikumsaufmarsch. Ausserdem will man künftig das örtliche Gewerbe besser eingebunden wissen. Im kommenden Jahr ist eine Tischmesse des Gewerbevereins geplant.

Dem Regen zum Trotz

Hatte sich der Samstag noch von der angenehmen Seite gezeigt, so war der Sonntag ziemlich verregnet. Dennoch herrschte vor allem in den überdachten Räumen reger Betrieb. Man sass bei Speisen und Getränken beisammen. Die echten Chilbi-Fans wagten sich aber auch ins Freie. Kinder vergnügten sich auf dem Karussell, der Schifflischaukel, dem Bungee-Trampolin und der Hüpfburg. Jungwacht und Blauring luden zu Kaffee und Kuchen und zum Büchsenschiessen ein. Die Oberstufenklasse 2c verkaufte Pommes frites, um die Klassenkasse zu äufnen.


Zum 52. Mal ein Buebe-Schwinget

Am Samstag ist die Chilbi durch einen sportlichen Anlass ergänzt worden. Schon um 9 Uhr – der Chilbi-Betrieb begann erst zur Mittagsstunde – stiegen die ersten der 280 Buben in die Hosen. Organisiert hatte den Buebe-Schwinget der Schwingclub Uzwil, dessen Präsident Reto Büsser auch als OK-Präsident wirkte: «Der Schwingclub Uzwil führt alljährlich einen Buebe-Schwinget durch, in diesem Jahr bereits die 52. Auflage.» 

Man habe den Chilbi-Organisatoren gerne zugesagt, so Reto Büsser, weil zum Schwingclub Uzwil auch die Nachbargemeinden gehörten und der Anlass nicht immer am gleichen Ort durchgeführt werde. Die teilnehmenden Buben im Alter zwischen acht und fünfzehn Jahren gehörten zu Schwingclubs aus den Kantonen St. Gallen, Appenzell, Thurgau und Zürich. Der Buebe-Schwinget habe die Jugendförderung zum Ziel. Geschwungen wurde aufgeteilt auf vier Kategorien, welche immer zwei Jahrgänge umfassten. Reto Büsser zeigte sich erfreut über das Interesse, auf welches Schwingerfeste heute stiessen.

Einheitliche Auszeichnungen

Bei den Buben gab es keinen Festsieger, sondern einen Sieger in jeder Kategorie. Auch konnten keine Preise aus einem Gabentempel ausgewählt werden. Die ersten drei pro Kategorie erhielten einen Zinnbecher, alle weiteren Teilnehmer einen Einheitspreis. In diesem Jahr war es ein Badetuch.

Die Sieger heissen: Jahrgänge 2004/2005: Odermatt Gian-Maria, Uster (58.75 Punkte), 2006/2007:  Fäh Simon, Benken (59.25),  2008/2009: Rhyner Lorin, Wittenwil (59.75) und 2010/2011: Höhener Philipp, Gais (59.25).

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Nachgefragt: «Der Erfolg gab uns recht»

Junge Eltern haben sich dafür eingesetzt, dass die Jonschwiler Chilbi nicht aufgegeben wurde. Nach der ersten Chilbi unter neuer Regie deshalb eine kurze Bilanz.

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René Bruderer ist Mitglied des Organisationskomitees für die Jonschwiler Chilbi.

hallowil.ch: Herr Bruderer, Sie sind Mitglied im Organisationskomitee. Hat sich der Aufwand gelohnt?

René Bruderer: Diese Frage kann ich vollumfänglich bejahen. Wir sind mit den Besucherzahlen an beiden Tagen zufrieden. Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen. Trotz des Regens haben uns die Jonschwiler am Sonntag nicht im Stich gelassen.

hallowil.ch: Hat die Chilbi vom gleichzeitig durchgeführten Buebe-Schwinget am Samstag profitiert?

Zweifellos. Natürlich haben sich die beiden Anlässe räumlich nicht verflechten lassen. Aber beim angenehmen Wetter sind die Anlässe bei einem Teil der Besucher auf gegenseitiges Interesse gestossen. Die Zusammenarbeit der beiden Organisationskomitees hat sehr gut funktioniert. Wir freuen uns auf die nächstjährige Chilbi.