Die jungen Stimmberechtigten gehen deutlich seltener wählen und abstimmen als die ältere Generation. Durchschnittlich beteiligen sich ungefähr 30 Prozent der 18- bis 25-Jährigen an Abstimmungen und Wahlen. Ein Grund dafür liegt laut einer Studie des GFS.bern darin, dass sich die jungen Stimmberechtigten oft überfordert fühlen. Viele sind demnach grundsätzlich politisch interessiert, die Sprache der Politiker ist ihnen aber zu kompliziert.

Und genau hier setzt Easyvote ein. Am 27. September finden auch in der Stadt Wil die nächsten eidgenössischen und kantonalen Wahlen statt. Easyvote, ein Programm des Dachverbandes Schweizer Jugendparlamente DSJ, produziert zu allen nationalen und vielen kantonalen Vorlagen die Easyvote-Broschüren, in denen die Vorlagen einfach verständlich und neutral erklärt werden. Neu hat sich auch die Stadt Wil entschieden, die Easyvote-Broschüre für ihre 18-25-jährigen jungen Bürger zu abonnieren. Rund 1600 junge Stimmberechtigte erhalten deshalb im September erstmals die Easyvote-Broschüre. Damit sollen insbesondere die jungen Bürger ermutigt werden, vermehrt an die Urnen zu gehen.

Überforderung abbauen

Derzeit erreichen die Easyvote-Broschüren mehr als 140’000 junge Erwachsene in 523 Gemeinden der Schweiz. Easyvote produziert auch Clips, in denen aktuelle politische Themen und Abstimmungsvorlagen einfach, verständlich und neutral erklärt werden. Die Gemeinden leisten so einen Beitrag, um die jungen Stimmbürger für politische Themen zu sensibilisieren und ihre Überforderung abzubauen, teilen die Easyvote-Verantwortlichen mit.

Verschickt werden die Broschüren per guter, alter Briefpost. Der Grund: Die jungen Erwachsenen würden am ehesten im Elternhaus und in der Schule politisieren. Zudem würden die Broschüren alle jungen Erwachsenen erreichen, während die Online-Inhalte meist nur die bereits Interessierten erreiche. Weil die Broschüre nach Hause geschickt werde, liege diese auf dem Küchentisch herum und rege in der Familie oder dem Freundeskreis eine Diskussion an, heisst es. Newsletter per Mail würden oft im Spam landen oder sind mit einem Klick gelöscht. (pd/red)