Dürre Bäume ragen aus dem Kronendach des Schutzwaldes. Den Nadelbäumen fehlt Wasser. Sie geraten in Trockenstress. Gleichzeitig begünstigt das warme Klima die Entwicklung der Borkenkäfer, die kränkelnde Bäume als Brutraum nutzen. Der weniger bekannte Krummzähnige Weisstannen-Borkenkäfer, welcher sonst nicht in Massen auftritt, vermehrt sich an den geschwächten Bäumen. Die Schäden häufen sich rasch. Unwetter und Stürme setzen dem Wald zusätzlich zu.

Der Wald braucht jetzt rasch Hilfe. Die Politik hat die Situation erkannt. „Es gibt viele gute Ideen und Ansätze. In der Umsetzung mahlen die Mühlen aber viel zu langsam“, sagt Thomas Ammann, Präsident von Wald St. Gallen und Liechtenstein. Als Nationalrat kennt er die politischen Prozesse und warnt: „Wir müssen jetzt reagieren und den notwendigen Waldumbau in die richtige Richtung lenken. Ansonsten steigen die Folgekosten immens.“

Nachfrage nach Holz war noch nie so hoch

Durch das veränderte Klima müssen die Baumarten angepasst werden. Der Wald wird künftig anders aussehen als die vergangenen hundert Jahre. Die Forstbetriebe werden sich umstellen und vermehrt auf klimaresistentere Baumarten und Mischwälder mit einer breiten Artenvielfalt setzen müssen. Der Spagat zwischen einer rentablen Holzwirtschaft und allen anderen Funktionen wird sich weiter zuspitzen. Denn der Wald ist nicht nur Rohstofflieferant, sondern auch Lebensraum für diverse Tiere und Pflanzen, Klimaregler, Naherholungsraum, Lebensmittellieferant, Schutz vor Naturgefahren, Wasserspeicher und dient der CO2-Senkung.

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Die kranken Wälder stossen auch medial auf Interesse. Hier gibt Nationalrat Thomas Ammann, Präsident von Wald St. Gallen und Liechtenstein Auskunft.

Hilfreich wäre, wenn der Holzpreis steigen würde und all die Unterhaltskosten über diesen finanziert werden könnten. Davon ist man in der Schweiz weit entfernt. Dies, obwohl die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz noch nie so hoch war wie heute. Der Bedarf an Schnittholz beträgt acht Millionen Kubikmeter. Aber nur gerade zwei Millionen Kubikmeter des verarbeiteten Holzes stammen aus der Schweiz. Der Rest kommt aus dem Ausland. Obwohl hier genügend Holz nachwachsen würde. Denn es besteht ein weiteres Problem: „Um unser Schweizer Holz verarbeiten und nutzen zu können, benötigen wir dringend mehr Säge- und Heizwerke“, sagt Heinz Engler, Geschäftsführer von Wald St. Gallen und Liechtenstein.

Taten statt Worte

Damit die nachhaltige und langfristige Erhaltung des Waldes gewährleistet bleibt, ist eine gezielte Abgeltung aufwändiger Waldleistungen notwendig. „Mit Interesse schauen die Waldeigentümer und wir von Wald St. Gallen und Fürstentum Liechtenstein auf die baldige Umsetzung der vom Kantonsrat St. Gallen beschlossenen Motion «Massnahmen zur zielgerichteten und nachhaltigen Entwicklung des St. Galler Waldes» vom Juni entgegen“, sagt Thomas Ammann. Damit wurde unter anderem beschlossen, dass Projekte und Eingriffe zur Entwicklung stabiler, gestufter und dem Klima angepassten artenreichen Wäldern gefördert werden. Taten statt Worte könnten auch bei den aktuellen Klimadiskussionen folgen, wenn die Gemeinden und der Kanton Holzenergie-Heizungen oder -Wärmeverbunde realisieren. „Konkret zur Käferbekämpfung ausserhalb des Schutzwaldes werde ich den politischen Vorstoss unterstützen, dass eine finanzielle Unterstützung als Forstschutzmassnahme unbürokratisch und rasch gemacht werden kann“, gibt sich Nationalrat Thomas Ammann entschlossen.

Einen positiven Trend für den Schweizer Wald ist auch bei der erneuten Debatte vom CO2-Gesetz zu erwarten. Nicht nur Energie aus Holz und Holzprodukte werden Thema bei den Beratungen sein, sondern endlich auch die CO2-Speicherung, die dem Waldeigentümer und nicht dem Bund gehört. Auch damit könnte ein aktiver Klimaschutz betrieben werden, der den Waldeigentümern finanziell eine Verbesserung bringt. (pd/red)