«Mit schwerem Herzen wird auch der Umzug und Kindermaskenball in Fischingen aufgrund der ausserordentlichen Situation ausfallen. Trotzdem soll die Fasnachtszeit nicht völlig vergessen werden und auch für das ursprüngliche Datum des Kindermaskenballs haben wir uns eine Alternative überlegt», sagt Alena Leuch. Von ihr entsprang schlussendlich die Idee des Lichterwegs und diese kam überaus gut an. Unzählige Fischinger, Dussnanger und Oberwangener strömten schon zur Eröffnung des dreitägigen Lichterwegs. Statt Ramba Zamba, Guggenmusik und Konfettiregen also Besinnlichkeit im Wald, inklusive Schnee, Glühwein, Punsch und viele Lichter. Auch das Feuer in der Feuerschale, welches zu Beginn nicht recht brennen wollte, erhellte und wärmte die Wegbegeher. «Die Idee eines Lichterwegs finden sie super. Als wir davon erfuhren, war uns schnell klar, dass wir da mitmachen; Kälte hin oder her», sagte eine Familie aus Oberwangen. Zuerst überlegten sie sich gar, schon zu Fuss an den Start zu kommen, dafür sei es dann doch zu kalt gewesen, meinten sie lachend. Minus acht Grad Celsius, zeigte das Thermometer, «man weiss ja genau, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung», sagte ein weiterer Besucher aus Dussnang, während er sich mit einem Becher Glühwein eindeckte.

Das Leiterteam im Ehrenamt

Organisiert hat den Lichterweg das 22-köpfige Leiterteam der Jubla. Alena Leuch betont, dass es einmal mehr ein ehrenamtliches Engagement sei. «Oft meint die Bevölkerung, dass wir Leiter ein Entgelt erhalten, dem ist aber nicht so» sagt die 22-jährige Dussnangerin. Dass die einheimische Fasnacht abgeblasen wird, dafür hat sich indes das Jubla-Fasnachts-Organisationskomitee schnell entschieden. «Was bringt die ganze Planung des Fasnachtsumzugs und des Kindermaskenballs, wenn wir nie genau wissen, ob und wie eine Durchführung überhaupt möglich ist», sagt Leuch. Die vielen Kinder hatten nun aber am Lichterweg trotzdem einen Heidenspass. Dick eingepackt in Wollmütze, Handschuhe und dicke, wärmende Kleider, erstrahlten ihre Augen im Glanze des Feuers. Das Problem hatten lediglich die Eltern eines kleinen Jungen der an der wärmenden Feuerschale stand. Irgendwie so gemütlich, warum also in den dunklen Wald hinein stapfen und den Laternen folgen? Nachdem er jedoch seinen Punsch ausgetrunken hat, bewog es ihn doch noch – und nach gutem Zureden seiner Eltern – mit auf den Rundkurs zu gehen. Überholt wurden diese drei kurz nach ihrem Start. Ein jüngeres Ehepaar meinte kurz und knapp, sie wollen einmal rundum, dann aufwärmen mit warmer Tranksame, «und dann gehen wir vielleicht noch auf eine zweite Runde.» Am Samstag- und am Sonntagabend fand der Lichterweg noch einmal statt; eine erfolgreiche Premiere, die ob des Erfolgs wohl oder übel weitergeführt werden muss.