Dass auch bei den Bäumen das Gesetz des Stärkeren gilt, erfuhren ehemalige und aktive Ortsbürgerräte sowie GPK-Mitglieder der Ortsgemeinde Wil am Donnerstagnachmittag an einem Waldrundgang. Will heissen: Bei den Jungbäumen überlebt nur der kräftigste und widerstandsfähigste. Renaldo Vanzo, Leiter des Forstbetriebs der Ortsgemeinde Wil, erläuterte den Teilnehmenden am Sirnacherberg, wie eine künstliche Verjüngung des Waldes vonstattengeht. Er zeigte auf, wie eine Trupppflanzung sicherstellen soll, „dass von 13 gepflanzten Bäumen einer überlebt“. Im Waldstück oberhalb von Busswil hat Vanzo mit seinen Mitarbeitern Eichen gepflanzt und diese mit jungen Hagenbuchen umgeben, die einen Mantel bilden und so als Schutz dienen. 

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Es gab einiges zu Erfahren im Wald.

Besser als Import
In der Nähe des Eichenwaldareals, unmittelbar neben dem Swisscom-Turm, nimmt Vanzo ebenfalls eine Aufforstung vor. Auf der Kuppe des Hügels wachsen Douglasien. Obwohl Douglasien als nicht einheimisch gelten, hat sich der Förster für das Anpflanzen des Nadelgehölzes entschieden. Douglasien werden in der Schweiz häufig als Bauholz für tragende Konstruktionen verwendet, weil deren Holz über eine hohe Resistenz verfügt. Douglasienholz ist äusserst widerstandsfähig und pflegeleicht. Vanzo nimmt die Waldverjüngung mit Douglasien vor, weil er der Meinung ist, „den Rohstoff Holz für Bauten besser in der Schweiz wachsen zu lassen und zu produzieren anstatt diesen aus dem Ausland zu importieren“. Dass Douglasien, die gezielt und in vertretbarem Rahmen im Wald angepflanzt werden, die einheimischen Baumarten verdrängen, muss gemäss Regionalförster Raphael Lüchinger nicht befürchtet werden. Das Anpflanzen von Eichen und Douglasien ist ein Teil von Vanzos Strategie, den Wald der Ortsgemeinde Wil fit für den Klimawandel zu machen. (ph)