Gerade jetzt – mitten im Frühling – blühen die Obstbäume und die Bauern mähen die Wiesen. Denn es gilt, wertvolles Tierfutter für die Winterzeit zu gewinnen. Doch landauf und landab müssen entlang der Strassen und Spazierwegen vor Beginn der Erntearbeiten die Abfälle zusammengelesen werden. «Abfall und Hundekot in Wiesen und Feldern haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen, klagen besorgte Landwirte», heisst es im aktuellen Gemeindeblatt der Gemeinde Oberuzwil. Abfallteile schaden der Gesundheit oder gefährden sogar das Leben der Tiere. Das Liegenlassen von Abfall ist unappetitlich, arbeitsaufwendig und gefährlich, denn sobald eine Wiese gemäht wird, können die Abfälle zerkleinert ins Futter gelangen und von den Tieren unbemerkt gefressen werden. Das kann innere Verletzungen verursachen und zu Folgeschäden führen. Tiere fressen nicht mehr, magern ab und sterben im Extremfall. Auch äussere Verletzungen durch Glasscherben oder andere spitze Teile sind möglich. Gesundheitlich bedenklich sind auch Zigarettenstummel und Hundekot im Gras. Durch Hundekot können Krankheitserreger ins Tierfutter gelangen. «Weiter können Fremdkörper auch Maschinen beschädigen und hohe Reparaturkosten für die Landwirte verursachen», teilt die Gemeinde Oberuzwil mit. Zu beachten sei auch, dass das Betreten von Wiesen und Äckern – vor allem in der Vegetationszeit – für Unbefugte grundsätzlich nicht gestattet sei.

Aufruf an die Bevölkerung

Das alles sind Gründe, warum die Gemeinde Oberuzwil einmal mehr an die Vernunft der Bevölkerung appelliert: «Lassen Sie aus Rücksicht gegenüber der Umwelt, den Mitmenschen und insbesondere auch der Landwirtschaft keine Abfälle liegen.» Hausmüll gehöre in den entsprechenden Gebührensack und solle über die Kehrichtabfuhr entsorgt werden. «In der ganzen Gemeinde stehen zudem über 100 öffentliche Abfallkübel, die wöchentlich vom Unterhaltsdienst geleert werden.» Viele davon seien mit Säcklispendern ausgestattet, damit auch Hundekot sauber entsorgt werden könne. Es sei so einfach: Säckli überstülpen, Haufen aufnehmen und bei nächster Gelegenheit in einem Abfallbehälter entsorgen.

«Viele Hundehalter verhalten sich vorbildlich: Sie führen ihren Hund an der Leine und entsorgen dessen Kot zuverlässig und korrekt», berichtet die Gemeinde Oberuzwil. Für alle anderen gelte: Ihre Verantwortung wahrzunehmen und konsequent dafür zu sorgen, dass beim Spaziergang mit Hunden, dass Ärger über Hundekot und freilaufende Hunde vermieden wird.

Eine Betroffene wirbt um Akzeptanz

«Wir verstehen die Situation, dass sich viele Menschen im Freien bewegen möchten», sagt eine Oberuzwiler Landwirtin, «Leider beobachten wir und viele Berufskollegen keine oder nur wenig Akzeptanz gegenüber der Landwirtschaft.» Die Landwirte seien nun mitten in der Vegetationsphase und die Kulturlandflächen seien keine Spielwiesen. «Sie sind Teil unserer Lebensmittelkette», so die betroffene Landwirtin. Und gerade jetzt solle sich jeder bewusst werden, woher das Essen komme. Die heimische Landwirtschaft sei teilweise gerade in einer Krise und wünsche sich mehr Rücksichtnahme. «Familien spielen auf Wiesen, Autos werden auf Wiesen parkiert, Hunde werden laufen und Abfall wird nach dem Picknick liegen gelassen», beschreibt die Landwirtin die verschiednen Szenarien, die sie jetzt während der Vegetationszeit erlebt. Viele Leute würden nicht beachten, wie man sich auf Kulturlandflächen verhalten müsse und wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme sei. (pd)