Nein. Es handelt sich nicht um einen Schildbürgerstreich, obwohl man es auf den ersten Blick meinen könnte. Die Stadt Wil liess auf der Brücke der Hubstrasse, welche über die Autobahn A1 führt, vier Rampen bauen, damit die Velofahrer künftig nicht mehr auf der Strasse fahren müssen und auf der Brücke das Trottoir benützen können. Denn jene Brücke birgt einiges an Gefahrenpotenzial für die Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern, da der Platz beschränkt ist. Zudem ist Camion Transport nur wenige Meter daneben beheimatet und es fahren durchschnittlich rund 200 Lastwagen auf der Hubstrasse, was bei einem durchschnittlichen täglichen Verkehr von 4400 Fahrzeugen einem Anteil von rund 5 Prozent entspricht.

Vor einigen Wochen schienen die Arbeiten abgeschlossen. Alles war im Rahmen, hatte doch die Stadt Wil angekündigt, den 400 Meter langen Abschnitt der Hubstrasse von der Kantonsschule bis hin zur Kantonsgrenze zu sanieren und die Arbeiten bis Mitte August abgeschlossen zu haben. Doch dann machten sich die Bagger plötzlich wieder ans Werk auf der Autobahnbrücke. Zum Erstaunen vieler wurden zwei der vier Velorampen zurückgebaut – pro Strassenseite die Auffahrtsrampe. Marcel Frei, Leiter Tiefbau und Verkehr der Stadt Wil, sagt: «Die Rampen wurden so angeordnet, dass ein Auto und ein Lastwagen mit reduzierter Geschwindigkeit kreuzen können. Für den Begegnungsfall Lastwagen-Lastwagen war geplant, dass einer von beiden frühzeitig vor der Verengung die Fahrt verlangsamt und den entgegenkommenden Lastwagen vorbeifahren lässt. Das hat sich aber nicht bewährt. Was in der Theorie funktioniert, ist in der Praxis manchmal schwierig.»

15'000 Franken zusätzlich
Nachdem die Situation auch mit Lastwagen-Firmen angeschaut wurde, hat sich die Stadt Wil entschlossen, zwei Rampen wieder zurückzubauen, um mehr Platz zu schaffen. «Dies durfte keinen negativen Einfluss für die Velofahrer haben», sagt Frei. Somit wird die Situation künftig so sein, dass weiterhin zwei Lastwagen kreuzen können. Bei einer Fahrbahn-Breite von sechs Metern ist dies allerdings nur mit einer reduzierten Geschwindigkeit möglich.

Dieser Tage werden die neuen Rampen fertiggestellt und die Signalisation angebracht. «Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche abgeschlossen sein werden», sagt Frei. Die Mehrkosten betragen rund 15'000 Franken. Für die Gesamtsanierung der Hubstrasse war ein Kredit von einer halben Million Franken gesprochen worden.

Arbeiten vorgezogen
Alles in allem wird auf der Hubstrasse mehr als eineinhalb Monate länger gebaut als ursprünglich angenommen. Dies hat jedoch nicht nur mit den Rampen zu tun. Es wurden zusätzliche Werksleitungen – nämlich eine Gas- und Wasserleitung – verlegt und auch eine private Einfahrt ist neu gemacht worden. Ferner wurde der für 2019 geplante Einbau von Deckbelägen auf dieses Jahr vorgezogen.