Die von den Wissenschaftlern als «junge Alte» bezeichneten Personen, sind im Alltag mehrheitlich kaum von dauerhaften Einschränkungen betroffen: Sie können mit ihren Enkeln aktiv sein, Ausflüge unternehmen und mit Nachbarn, Verwandten und Freunden die Geselligkeit pflegen. Ihre Bedürfnisse, wie Einkauf von Lebensmitteln und Kleidern, Besuche von Kulturanlässen, die Benützung des ÖV sowie das Aufsuchen von Arztpraxen und Apotheken können sie in der Regel ohne Unterstützung erledigen. Ihre Mobilität ist gut.

Altersparadox

Dabei spielt das sogenannte «Altersparadox» eine entscheidende Rolle. Forscher meinen damit den scheinbaren Widerspruch zwischen altersbedingten Beschwerden und der Befindlichkeit. In Umfragen gab mehr als die Hälfte der Befragten im Pensionsalter an, es gehe ihnen gut bis sehr gut. Dank moderner Medizin kann man trotz Einschränkungen des Gehörs, Altersdiabetes, Herzproblemen und Gelenkbeschwerden im Alltag eine gute Lebensqualität erreichen.

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Sitzgelegenheiten an einem geschützten Ort sind für ältere Menschen besonders wertvoll. (Foto: Adrian Zeller) 


Hindernisse im Alltag

Im Greisenalter sind etliche Menschen bei Alltagsaktivitäten auf Hilfe angewiesen. Unsicherheit beim Gehen, verringerte Sehfähigkeit sowie Schwindel und Kreislaufprobleme machen Alltagsbesorgungen beschwerlicher. Zum Teil sind Seniorinnen und Senioren auf einen Rollator angewiesen, Steigungen, Schwellen oder sehr unebenes Kopfsteinpflaster können zu kaum überwindbaren Hindernis werden.


In Gesellschaft intergiert bleiben

Laut Experten hat der öffentliche Raum eine hohe Bedeutung für ältere Menschen. Er ermöglicht ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen. Damit er diese Funktion erfüllen kann, muss er Sicherheit, leichte Erreichbarkeit und einen gewissen Komfort bieten. Andernfalls entsteht für Senioren der Eindruck, aus dem Gesellschaftsleben ausgeschlossen zu werden. Beispielweise kann bereits eine mit Anstrengung zu öffnende Tür einer öffentlich zugänglichen Toilette zur Hemmschwelle werden.

Für Menschen im höheren Alter gewinnt laut Forschern die nähere Umgebung verstärkt an Bedeutung; ihr Mobilitätsradius wird kleiner. Das Quartier ermöglicht ihnen, am Leben teilzuhaben und sich nicht isoliert zu fühlen.

Hindernisse reduzieren 

Beispielweise kann eine gut erreichbare Haltestelle des ÖV für die Lebensqualität sehr wichtig sein. Betagte Menschen sind auf Barrierefreiheit, Übersichtlichkeit, Orientierung und Sicherheit angewiesen. Ausreichend lange Grünphasen beim Überqueren eines Fussgängersteifens, leicht lesbare Anzeigen und Beschriftungen, keine überhängenden Äste, kein nasses Laub auf Gehwegen, in Winter eisfreie Trottoirs, Geländer sowie Sitzgelegenheit können darüber entscheiden, wie aktiv ältere Menschen ausserhalb ihrer Wohnräume sein können.

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Weil sich Sitzbänke aus Metall stark aufheizen bzw. abkühlen, werden sich von den Forschern als weniger geeignet beurteilt. Holz oder Kunststoff sind zweckmässigere Materialien. (Foto: Adrian Zeller) 


Geeignete Sitzbänke

Forschende der Hochschule Niederrhein im deutschen Krefeld hat sich mit Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum beschäftigt. Ihre Erkenntnis: Es ist wichtig, dass sie für Menschen mit reduzierter Beweglichkeit komfortabel sind. Von Sitzflächen, die eine geringere Höhe als 440 Millimeter aufweisen, können sich betagte Personen nur mit sehr grosser Anstrengung wieder erheben. Armlehnen erleichtern das Aufstehen. Hindernd wirken nach hinten geneigte Sitzflächen. Holz oder Kunststoff sind als Sitzflächen besser geeignet als Metallgitter, die sich stark erwärmen bzw. abkühlen.