Ganz genau 1'719'809 Kubikmeter. So viel Wasser hat die Regionalwasserversorgung Mittelthurgau Süd (RVM) ihren Kunden im vergangenen Jahr geliefert. Die Organisation mit dem etwas schwerfälligen Namen bedient neun Gemeinden des südlichen Thurgaus zwischen Bettwiesen und Amlikon-Bissegg sowie die Stadt Wil mit Wasser. Jahr für Jahr fliesst eine grössere Menge durch das 35 Kilometer lange Leitungsnetz.

Dass 2018 der Rekord erneut gebrochen wurde, ist nicht erstaunlich, hatte es doch im Sommer wochenlang kaum geregnet. Zudem sind immer mehr Gemüsebauern im RVM-Einzugsgebiet tätig. Es stellt sich aber die Frage? Ist irgendwann eine obere Grenze der Wasserzulieferung erreicht? Die klare Antwort: Noch lange nicht. Denn im vergangenen Jahr wurde trotz Rekordjahr nur rund ein Viertel jener Menge abgesetzt, welche im Maximum zur Verfügung steht. Selbst an jenem Tag, an dem am meisten Wasser verbraucht wurde (31. Juli), wurde nur die Hälfte der Maximal-Summe geliefert. «Das Wasservorkommen in der Thurebene zeigt sich auch in Extremsituationen als sehr ausgiebig und qualitativ einwandfrei», sagt Andreas Widmer, Präsident der RVM Süd anlässlich der Delegiertenversammlung von Dienstagabend im Hof zu Wil.

 
Im Video: Hier erklärt RVM-Präsident Andreas Widmer, warum der Wasserpreis trotz Rekordabsatz nicht sinkt.

Grosse Leitungsumlegungen

Ein zunehmendes Problem für die RVM ist, dass ihre Leitungen, welche bei der Planung vor über 40 Jahren bewusst in den Landwirtschaftszonen verlegt worden waren, in Konflikt geraten mit neuen Bauvorhaben. Die Leitungen sind zwar grundbuchamtlich gesichert, werden aber wenn möglich verlegt, um Neubauten nicht zu verhindern. Nach langer Planung wird dieses Jahr eine grosse Leitungsumlegung in Tägerschen erfolgen, damit die Kindlimann AG dort ihr neues Betriebsgebäude realisieren kann. Im Märwil konnte eine rasche Lösung gefunden werden, welch den Erweiterungsbau der Firma Frifag und die Entlastung eines Überbauungsgebiets möglich macht.

Die Versammlung im Hof stand auch im Zeichen von Gesamterneuerungs-Wahlen. Bei diesen kam es zu keinem Umsturz. Präsident Andreas Widmer und Vizepräsident Clemens Dahinden wurden einstimmig im Amt bestätigt. Auch die Verwaltungsräte Glauco Schaub, Daniel Meili, Andreas Gnos und Heinz Schaffer wurden für vier weitere Jahre wiedergewählt. Einzig Othmar Schmid trat nach 16 Jahren im Verwax§ltungsrat zurück. Er wurde durch Urs Zurbuchen ersetzt.

«Mr RVM» tritt ab

Gar noch länger dabei ist Betriebswart Willi Meienberger, der das Amt nun aber per 1. März ebenfalls abgibt. Er wurde von Präsident Widmer bei der Verabschiedung als «Mr. RVM» bezeichnet. In seiner Wirkenszeit wurde der Wasserabsatz vervierfacht. Im letzten Jahresbericht durfte Meienberger erfreut feststellen, dass es bei allen 48 Wasserproben, die 2018 genommen wurden, keine Beanstandungen gab. Zudem wurden «nur» noch 15 Störmeldungen registriert. Das sind neun weniger als im Jahr davor.

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Nach 20 Jahren als Betriebswart der RVM Süd wurde Willi Meienberger verabschiedet.

Finanziell ist bei der RVM Süd alles im Lot, was aufgrund des Rekordabsatzes nicht überrascht. Es wurde vergangenes Jahr ein Gewinn von knapp 33'000 Franken erzielt – ganz abgesehen davon, dass 15 Prozent der Erträge einem Erneuerungsfonds zugeschrieben werden. Die Wasserpreise bleiben wie seit vielen Jahren auch im 2019 unverändert.