Dienstagnachmittag, Rathausplatz Davos: Einige Hundert Jungsozialisten haben sich versammelt, um singend gegen des Weltwirtschaftsforum (WEF), aber auch gegen das System und die Klimasünden zu demonstrieren. Es waren weniger Teilnehmer wie erwartet, da die Klima-Wanderer noch fehlten, welche ihre letzte Etappe auf dem dreitägigen Marsch von Landquart nach Davos nicht wie geplant auf der Strasse abhalten durften, da dies laut übereinstimmenden Medienberichten von der Polizei verhindert wurde.

Auch in Davos, wo am Dienstag der US-Präsident Donald Trump und Klimaaktivistin Greta Thunberg Auftritte hatten, war der Wiler Timo Räbsamen, seines Zeichens Präsident der Juso St. Gallen. Nach der Protestkundgebung sagt er zu hallowil.ch: «Seit 50 Jahren trifft sich die kapitalistische Elite in Davos und behauptet, die Welt so zu verbessern. Klar ist jedoch, dass sie es ist, welche die Probleme dieser Welt zu verantworten hat. Sie zeigt jedoch keinerlei Interesse, die Probleme zu lösen. Sie ist es, die von Krieg und Krisen profitieret.» Genau deshalb ist es aus Räbsamens Sicht wichtig, in Davos präsent zu sein und den Unmut kundzutun.

«Es müssen sofort Taten folgen»

Gegenüber hallowil.ch äussert sich der Juso-Präsident auch zur Situation in Wil. Die Äbtestadt hat im Mai des vergangenen Jahrs als erste Gemeinde in der Ostschweiz den Klima-Notstand ausgerufen. Im November wurde dann ein Klima-Dialog organisiert. «Damit hat die Stadt einen guten Anlass organisiert und anerkennt, dass sich etwas ändern muss. Doch wenn wir die Klimakrise wirklich abwenden wollen, müssen sofort Taten folgen», sagt der 21-jährige Wiler. Für ihn ist klar, dass der parlamentarische Prozess manchmal langwierig sein kann. «Aber hier handelt es sich um eine Krise, die unser aller Leben bedroht. Es wird Zeit, dass wir dies einsehen und Taten sprechen lassen», sagt Räbsamen.