Auf dem Wahlprotokoll steht mit blauer Handschrift: «Die Stimmen wurden nach der Auszählung zwei Mal nachgezählt». Kein Wunder, bei diesem knappen Wahlergebnis. Wegen nur 38 Stimmen wurde Daniel Wyder (SP; 1629 Stimmen) nicht als Schulratspräsident der Gemeinde Uzwil wiedergewählt. Weil an diesem Wahlsonntag die Wahlbeteiligung der 7663 stimmberechtigten Uzwilern bei 45,9 Prozent lag, brauchten die Kandidaten ein Absolutes Mehr von 1663 Stimmen. Dieses erreichte Wyders Gegenkandidaten Marion Moser (parteilos) knapp, mit 1667 Stimmen – also vier Stimmen über dem Absoluten Mehr. Damit wird Harzenmoser, die vom Bündnis Uzwil unterstützt wird, ab dem neuen Jahr das Amt der Schulratspräsidentin bekleiden. 

«Für mich kommt das Ergebnis sehr überraschend», ist die erste Reaktion von Wyder als ihn hallowil.ch auf das knappe Wahlergebnis anspricht. Entsprechend traurig sei er, dass er sein Amt in der nächsten Legislatur nicht mehr wahrnehmen dürfe. «Denn ich habe meinen Job als Schulratspräsident in den letzten acht Jahren sehr gerne gemacht», betont er. Er habe von Anfang an gewusst, dass er seine Kokurrentin ernstnehmen müsse. Dass seine Gegenkandidatin gleich im ersten Wahlgang gewählt werde, damit habe er aber nicht gerechnet. Trotzdem versucht Wyder das Positive aus diesem Wahlsonntag zu ziehen: «Dass die Wahlergebnisse so knapp ausgefallen sind, sind auch eine Bestätigung für mich, dass ich keinen schlechten Job gemacht habe.»

Harzenmoser rechnete mit zweitem Wahlgang

Überrascht ist auch die neu gewählte Schulratspräsidentin Harzenmoser. «Natürlich habe ich damit gerechnet, dass ich gewählt werde», sagt Harzenmoser gegenüber hallowil.ch, «sonst hätte ich nicht kandidiert». Und weiter: «Aber ich habe gedacht, dass ich es erst in einem zweiten Wahlgang schaffe.» Deshalb sei sie aktuell überwältigt und unglaublich glücklich. Gerade weil sie mit Wyder «einen starken Gegner» hatte. Sie freue sich auf ihr neues Amt und die damit verbundenen Herausforderungen. Wann und wie sie sich auf das Amt der Uzwiler Schulatspräsidentin vorbereiten werde, wisse sie noch nicht. Klar sei jedoch, dass die Uzwiler Schulen mit ihr und dem neuen Schulrat frischen Wind bekomme. 

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Sie ist die neue Schulratspräsidentin von Uzwil: Marion Harzenmoser. 


Nicht nur neues Präsidium

Aber nicht nur das Schulratspräsidium wird ab dem neuen Jahr und der kommenden Legislatur neu besetzt – auch der gesamte Schulrat. Schliesslich haben die amtierenden Schulräte allesamt demissioniert. Für die vier Sitze kandidierten an diesem Wahlsonntag fünf Personen. Die Stimmbeteiligung lag bei 44,97 Prozent, das Absolute Mehr somit bei 1625 Stimmen. 

Schon im ersten Wahlgang wurde der Uzwiler Schulrat komplett neu gewählt. Geschafft haben es: Michael Uhler-Huber (FDP; 2185 Stimmen), Reto Wild (CVP; 2044 Stimmen), Giancarlo Tiberi (CVP; 1954 Stimmen) und Ramona Zahner (SP; 1772 Stimmen). Die 20-jährige Kandidatin Heidina Jordi (SVP; 1601 Stimmen) hat das Absolute Mehr um 24 Stimmen verpasst und ist damit nicht gewählt. Auch das war also ganz knapp. 

«Welche Themen wir anpacken werden, steht noch offen», betont Harzenmoser. Welches Thema das grösste Defizit aufweise, werde der neue Schulrat noch bestimmen. Sie will auf jeden Fall auch an Bewährtem festhalten, «weil in den Uzwiler Schulen auch vieles gut läuft». Und was sagt Noch-Schulratspräsident Wyder? «In erster Linie wünsche ich den Uzwiler Schulen Glück für die Zukunft.» Bei einer solchen Neuorientierung brauche es sowohl Beständigkeit als auch neue Schwerpunkte. 

Gemeindepräsidium und Gemeinderat unbestritten

Mit weniger Spannung kam es an diesem Wahlsonntag bei den Wahlen des Gemeindepräsidiums und des Gemeinderates: Lucas Keel (CVP) blieb als Gemeindepräsident unbestritten. Mit 2638 Stimmen hat er das Absolute Mehr von 1394 Stimmen erreicht – die Stimmbeteiligung lag hier bei 43,38 Prozent. Auch die Sitze des Uzwiler Gemeinderates waren unbestritten: Es traten so viele Kandidaten an, wie Sitze zu vergeben waren. Die Stimmbeteiligung lag bei 44,72 Prozent, das Absolute Mehr bei 1610 Stimmen. Gewählt wurden die bisherigen Gemeinderäte Ruedi Müller (FDP; 2546 Stimmen), Christine Wirth-Angehrn (CVP; 2393 Stimmen) und Renate Graf (CVP; 2273 Stimmen). Neu im Uzwiler Gemeinderat sind Martin Brunnschweiler (FDP; 2269 Stimmen) und Seraina Bär (SP; 1961 Stimmen).