Nach den Sommerferien stehen beide Wiler Kirchgemeinden ohne Hauptpfarrer da. Roman Giger wird die Katholische Pfarr- und Kirchgemeinde Ende August nach 15 Jahren verlassen, um in der Seelsorgeeinheit St. Gallen West-Gaiserwald tätig zu sein. Mittlerweile ist er in allen drei Kirchgemeinden gewählt worden. Beim Wiler Kirchenverwaltungsrat stellt man sich auf eine Vakanz ein, da es für Bischof Markus Büchel nicht einfach sein wird, einen Nachfolger zu finden. Wann ein neuer Stadtpfarrer von den Wiler Kirchbürgen gewählt werden kann, steht in den Sternen.

Auch bei der evangelischen Kirchgemeinde ist offen, wann ein Nachfolger für Thomas Rau ernannt wird. Dieser hatte Wil im Herbst des vergangenen Jahres überraschend verlassen, um nach fünfjähriger Tätigkeit in der Äbtestadt in seine alte Heimat Thüringen zurückzukehren. So schnell wird es auch bei den Protestanten keinen neuen Senior-Pfarrer geben. Denn die Kirchenvorsteherschaft hat sich Gedanken zur personellen Situation gemacht und ist zum Schluss gekommen, die Stelle nicht sofort auszuschreiben.


Etappenweise werden die Arbeitsgebiete gewechselt

Man will sich Zeit nehmen, um die Mitarbeitersituation genauer zu analysieren. Einerseits wird eine verstärkte Zusammenarbeit der Kirchkreise Wil und Zuzwil angestrebt. Andererseits werden in den nächsten 20 Monaten vom Konvent Richard Rathgeb, Ursula Möck und Greet Egli pensioniert. Durch die Stellenbesetzungen soll das Team verjüngt und der Frauenanteil «zumindest gehalten werden», wie die Evangelische Kirchgemeinde auf ihrer Homepage verlauten lässt. Bei einer Umfrage im Mitarbeiterteam haben sich Christoph Casty, Max Schoch und Brigitte Witzig bereit erklärt oder sogar den Wunsch geäussert, ihre Arbeitsgebiete ganz oder teilweise zu wechseln. Casty kann ab Herbst ein Engagement im Bereich Senioren von rund 25 Prozent übernehmen und dafür die Bereiche Erwachsene, Ökumene und interreligiöser Dialog abgeben. Weitere Arbeitsverschiebungen werden in den nächsten beiden Jahren präzisiert und etappenweise aufgegleist.

Als Konsequenz aus diesen Überlegungen kommt es, dass die Evangelische Kirchgemeinde derzeit keinen Seniorpfarrer sucht, sondern eine junge Pfarrerin. Diese soll die üblichen pfarramtlichen Aufgaben übernehmen, sich aber auch in den Bereichen Erwachsene, Mission, Ökumene und interreligiöser Dialog einsetzen.