Hans Zünd erneuerte das Wegkreuz in seiner Nachbarschaft in Brübach. Pfarrer Bernhard Sohmer segnete es am Mittwochabend. Es war ursprünglich von Theodora Schmucki aufgestellt worden.In der Pfarrei Henau gibt es über ein Dutzend Wegkreuze. Sonnental und Brübach gehören zur Pfarrei Henau. Klaus Sohmer, bis vor kurzem Archivar der Pfarrei Henau, hat im Pfarreiarchiv einige Notizen zu ihrer Geschichte gefunden. Einer der Chronisten schreibt 1888, dass bis 1869 ausser demjenigen Kreuz bei der Kirche Henau kein «im Freien öffentlich aufgestelltes Kruzifix» zu sehen gewesen ist. «Hier irrt der Chronist», hat Sohmer herausgefunden. Seine Recherche hat ergeben, dass bereits 1790 «in dem Dorf zu Hennau vier, gegen Niderstetten vier, gegen Niderutzwill vier und gegen Durstudlen (Sonnental) zwei Wegkreutze» gestanden sind.

Jenes von Brübach, das erneuert und am Mittwoch offiziell gesegnet worden ist, ist noch nicht erwähnt. Es ist erst 1978 aufgestellt worden, ist jedoch bereits 1939 vom Wiler Bildhauer Urban Blank geschaffen worden. Allerdings müsste es dann ein Frühwerk sein, denn der Künstler ist 1922 geboren worden. Wo es vorher gestanden hat, ist unbekannt.

Vor 50 Jahren erstellt
Das Wegkreuz am Laupenstich in Brübach erstrahlt wieder in seinen ursprünglichen Farben. Hans Zünd, der das Kreuz jedes Mal sieht, wenn aus der Haustüre tritt, hat es aufgefrischt, neue Bretter für die Rückwand zugeschnitten und entsprechend dem Original zusammengefügt und fünfmal gestrichen; in einem leuchtenden Orange, genau wie es vor 50 Jahren gewesen war. Den Korpus und das dazugehörende kleine Kreuz hat er sandgestrahlt, grundiert, mehrmals gestrichen und alles wieder montiert. Das Kupferdach war noch in Ordnung und das Holz darunter so gut geschützt, dass es nur aufgefrischt werden musste.

«Es war eine schöne Winterarbeit», sagte Hans Zünd am Abend der Segnung. Das Handwerk liegt ihm. Was er in die Hände nimmt, gelingt. Bis vor 20 Jahren hatte Theodora Schmucki im Haus auf der anderen Strassenseite gewohnt, die an ihrem Haus eine kleine Kapelle hatte errichten lassen. Dort fanden regelmässig Gottesdienste mit Pater Oswald Scheuermann statt, der vor vier Jahren gestorben ist. Nach dem Tod von Frau Schmucki wurde das Haus vermietet, die Kapelle blieb ungenutzt, der schmale Weg dorthin überwucherte nach und nach.

Symbol für christlichen Glauben
Rundum das Wegkreuz, das am Anfang des Kapellweges steht, wucherten auch die Büsche so hoch und breit, das es kaum mehr zu sehen war. Das störte Hans Zünd und so machte er den neuen Besitzern Petra und Peter Tanner den Vorschlag, dass er das Kreuz erneuere und sie im Gegenzug das Gestrüpp im Zaum halten. «Wir hätten das Kreuz auf keinen Fall entfernt», sagten die beiden am Mittwochabend. «Wir müssen nur noch abmachen, wie wir den Blumenschmuck organisieren», meinte Petra Tanner. Die neuen Besitzer haben am alten Standort des Hauses ein neues gebaut.

Für die Segnung hatte der pensionierte Gründer der Zünd AG in Oberbüren einen Blumentopf bei Tochter Monika ausgelehnt, ein paar Frauen aus der Nachbarschaft und dem Sonnental eingeladen und anschliessend einen Apéro ausgerichtet. Pfarrer Sohmer, der Spiritual im Kloster Glattburg, sprach ein Segensgebet und erläuterte die Bedeutung des Kreuzes an und für sich und die des Wegkreuzes. Ein Wegkreuz ist ein Symbol für den christlichen Glauben. Die Gründe, warum Menschen sie während Generationen aufgestellt haben, sind unterschiedlich. Sie stehen an gefährlichen Stellen, an Strassen, auf Bergspitzen. «Ein Balken des Kreuzes weist nach oben zu Gott und in der umgekehrten Richtung zeigt er an, dass Gott Mensch geworden ist. Der Querbalken weist zu den Mitmenschen», erklärte Pfarrer Sohmer. Das Kreuz erinnere an Jesus, sei ein Heilszeichen, ein Versprechen Gottes, dass er mitten unter den Menschen sei. Und er erzählte zudem eine Geschichte aus der Chronik der Abtei St.Gallenberg Glattburg, Oberbüren, die sich unten an der Brücke in Brübach im Jahr 1781 ereignet hatte.

Wegkreuze werden gepflegt
Das Seelsorgeteam der Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil hat sich bei Hans Zünd bedankt, dass er sich für das Kreuz eingesetzt hat. «Jedes Leid und jede Dunkelheit ist umfangen und getragen von der Liebe Gottes. Möge das Wegkreuz immer wieder diese Hoffnung wecken», haben sie ihm geschrieben, bezogen auf den leuchtend orangen Hintergrund des Kreuzes.

Die Wegkreuze in der Pfarrei Henau sind seit ein paar Monaten das Thema im Pfarreiforum. Es wird jeweils eines vorgestellt und etwas von dem Wenigen geschrieben, das noch bekannt ist. Die Wegkreuze werden von den Grundbesitzern sorgfältig gehegt und gepflegt und mit Blumen geschmückt. Die Kirchgemeinde bezahlt da und dort auch einen Beitrag an die Instandsetzung oder die Verschiebung, wie etwa bei jenem auf dem Weg zwischen Henau und Niederstetten, das wegen der neuen Strasse versetzt werden musste. Die Kreuze gehören allerdings nicht zum Besitz der Kirchgemeinde.