Die Weihnachtstraditionen erleben einmal mehr schwierige Zeiten. Aufgrund der Corona-Situation mussten viele Anlässe 2020 und 2021 gestrichen werden. Nun, als die Pandemie beinahe als überwunden gilt, und die Bahn eigentlich frei für Weihnachtsmärkte und -beleuchtung wäre, muss erneut gezittert werden. Denn die explodierenden Stromkosten könnten dazu führen, dass die Weihnachtsbeleuchtung in vielen Gemeinden in diesem Jahr ganz ausfällt.

In der Stadt Wil macht man sich Gedanken, ob eine Weihnachtsbeleuchtung in eine Zeit passt, in welcher die Stromkosten ins Unermessliche steigen. Einen endgültigen Entscheid gibt es derzeit aber noch nicht, wie Stadtrat Andreas Breitenmoser, Departementsvorsteher Versorgung und Energie, sagt. «Die Stadt Wil ist im engen Austausch mit den Gemeinden der Region. Massnahmen werden in Absprache mit ihnen festgelegt.» 

Diese Meinung vertritt auch die Gemeinde Flawil. Laut Markus Scherrer, Informationsbeauftragter, prüft die Gemeinde, wie Energie eingespart werden kann – darunter falle auch die Weihnachtsbeleuchtung. Die Entscheide seien derzeit noch nicht spruchreif. «Sie werden zu gegebener Zeit kommuniziert.»

In der Stadt St.Gallen beschäftigt sich derzeit eine Arbeitsgruppe mit dem Thema Energiekrise und Massnahmenplanung, wie Astrid Nakhostin, Präsidentin des Vereins St.Gallen Sternenstadt, auf Anfrage erklärt. «Ein möglicher Verzicht auf die Sternenbeleuchtung in diesem Jahr wird dabei ebenfalls thematisiert und evaluiert.» Endgültig entschieden ist aber noch nichts. Frühestens in zwei Wochen wisse man mehr dazu. «Der Entscheid soll noch vor den Herbstferien gefällt werden», so Nakhostin weiter.

Die Gemeinden sitzen nun wohl alle im selben Boot. Deshalb wird zusammen an einem Strang gezogen. Dies bestätigt auch Astrid Nahkostin. «Es ist denkbar und wäre auch wünschenswert, dass es für alle Schweizer Städte eine einheitliche Lösung gibt.»