Wie Forscherinnen und Forscher herausgefunden haben, entstammt das Ritual des Beschenkens der Frühzeit der menschlichen Evolution. Das Teilen von gesammelten Früchten und Beeren sowie von Jagdbeute sichert den Fortbestand einer ganzen Gruppe.

Ein Individuum konnte in den Anfängen der Menschheit unter den harten Bedingungen wie Raubtierangriffen, Steppenbrände oder Kälteeinbrüche nicht überleben, nur eine Bündelung der Kräfte sicherte das Dasein. Gegenseitige Gaben stärken den sozialen Zusammenhalt, daran hat sich seit der Zeit der Jäger und der Sammler wenig verändert. Allerdings ist nicht der finanzielle Wert für die Wirkung entscheidend, sondern die Geste der Aufmerksamkeit und der Wertschätzung.

Sehr beschränkte Freude

Wie Wissenschaftler der Universitäten von Colorado und Cornell in den USA ermittelt haben, machen nicht-materielle Geschenke glücklicher als verschenkte Gegenstände. In der modernen Gesellschaft muss kaum noch jemand um das materielle Überleben kämpfen, im Gegenteil, manche Menschen geraten in peinliche Situationen, weil sie den Überblick über die vielen erhaltenen Krawatten und verzierten Kerzen verlieren.

Statt Verlegenheitsgeschenken

Und bei manchen anderen Beschenkten melden sich angesichts der verschiedenen hübsch verpackten Pralinéschachteln unter dem Weihnachtsbaum unangenehme Gedanken an den damit verbundenen Kampf gegen zu viele Kilos.

Bei weiteren Menschen trüben die Aussichten auf das nervenaufreibende Umtauschen von doppelt erhaltenen Geschenken nach den Feiertagen die Weihnachtsfreude.

Doch es gibt eine ganze Reihe von Präsenten, die weit mehr Freude bereiten als süsse Kalorienbomben, Hochprozentiges oder Parfüms, deren Duftnote man nicht ausstehen kann.

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Verlässliche Freundschaften sind ganz besonders wertvoll (Foto: pixabay silviarita)


Geschenkvorschläge von hallowil.ch:

Zeit
So wie frühere Generationen oft bei der Kleidung und bei der Nahrung kaum Luxus kannten, ist heute Zeit ein besonders begehrtes Gut; es gibt viele Menschen denen man eine besonders grosse Freude macht, wenn man sich für sie extra Zeit nimmt. So sind etwa viele betagte Menschen für einen längeren Besuch dankbar. In einer von Hektik und Schnelllebigkeit geprägten Zeit, fühlen sich manche Senioren übersehen und an den Rand gedrängt. 

Auch viele Mädchen und Buben geniessen es ganz besonders, dass sie ihre Gotte oder ihren Götti mal für einige Stunden ganz für sich alleine haben. Mit der Gotte oder dem Götti zu spielen, mit ihr oder ihm einen Zoo oder ein interessantes Museum zu besuchen oder eine Ausflug in die Natur zu unternehmen, ist ein Erlebnis, das nachhaltig in Erinnerung bleibt.

Auch in einer Paarbeziehung ist Zeit für einander ein besonders wertvolles Geschenk. Im umtriebigen Alltag bietet sich oft wenig Gelegenheit, aufeinander einzugehen. Geschenkte Zeit kann wie eine Frischzellenkur für eine Partnerschaft wirken.

Tipp: Verwandte und Freunde können einem Paar Zeit in Form von Babysitting schenken.

Wertschätzung
 Eine schweizerdeutsche Redewendung meint: «Wenn mä nüt seit, so isch äs rächt gsi» (wenn man nichts sagt, so war es in Ordnung). 

Doch nicht immer hat der Volksmund recht, kaum jemand kommt auf Dauer ohne Lob aus. Anerkennung und Wertschätzung wirken bei den meisten Menschen wie Wasser bei einer Pflanze: sie blühen förmlich auf. 

Mit einer Karte mit ein paar netten Zeilen und/oder mit einem Blumenstrauss kann man den Nachbarn für ihre stetige Hilfsbereitschaft, der Arbeitskollegin für ihre Zuverlässigkeit und Freundlichkeit sowie der Partnerin oder dem Partner für ihre bzw. seine Liebe, Aufmerksamkeit und Verlässlichkeit danken.

Versöhnung
Schwelende Konflikte schlagen vielen Menschen auf die Stimmung, sie können auch zu Schlafstörungen und zu körperlichen Beschwerden führen. Die friedliche Beilegung eines Familienstreits oder auch eine Bitte um Verzeihung tragen viel zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden aller Beteiligten bei.

Wohlbefinden
Viele Menschen sind heute im Alltag sehr eingespannt, sie eilen von Verpflichtung zu Verpflichtung und gönnen sich selten eine Mussestunde. Stark beanspruchte Personen freuen sich über einen Gutschein für eine Massage, einen Saunabesuch oder einen Eintritt in ein Thermalbad. Auch ein entspannende Kräutertee-Mischung oder einen verwöhnender Badezusatz kommen gut an.

Bildung
Der Volksmund sagt: Wissen ist ein Schatz, der einem nichts und niemand nehmen kann. 

Bildung ist eine gute Investition in die Zukunft; durch sie wachsen die Kompetenzen und auch das Vertrauen in das eigene Können. 

Bildung kann sie auf vielfältige Weise verschenken: z. B. als Gutscheinen für einen Computer-, Aquarellier- oder Sprachkurs. Im Weiteren kann man regelmässig einen Betrag auf ein Sparkonto für die Enkel einzahlen, das eines Tages ihr Studium oder einen Fremdsprachenaufenthalt mitfinanzieren soll. Einer Hilfsorganisation, die sich speziell für verbesserte Bildungschancen in Entwicklungsländern engagiert, kann man Geld spenden.

Umwelt
Statt einer Pralinéschachtel kann man auch mal einen Überweisungsbeleg einer Spende an eine  Umweltorganisationen oder an ein Bergwald-Wiederaufforstungsprojekten verschenken.

Auf diese Weise leistet man einen Beitrag zum Erhalt guter Lebensbedingungen für Mensch, Tier und Pflanzen. Dieses Geschenk kommt vielen Menschen zugute und enthält erst noch keine Kalorien.