Internationale Spiele ist sich die 23-jährige Fussballerin mittlerweile gewöhnt. Schon 30-Mal trug sie das Leibchen der Schweizer Nationalmannschaft und mit dem FC Zürich hat sie Champions-League gespielt – unter anderem im Jahr 2018 gegen Bayern München. Doch die Erlebnisse, welche sie vor den Festtagen sammeln durfte, beschreibt Cinzia Zehnder als «Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen». Denn die Wilerin kam mit Bayern München in der Champions League zum Einsatz. Nachspielezeit inklusive war sie bei ihrer Premiere in der ersten Mannschaft der Münchnerinnen während 21 Minuten auf dem Feld.

Als Zehnder im vergangenen Sommer nach München wechselte, hätte sie nie und nimmer gedacht, mit den Bayern «Königsklasse» zu spielen. Denn sie hat bis heute keinen Vertrag für die erste Mannschaft unterschrieben. Die 23-Jährige absolviert im Rahmen ihres Medizin-Studiums das vierte Jahr in München und wechselte darum vom FC Zürich in die zweite Mannschaft von Bayern München. Jedoch wurde der Spielbetrieb der zweiten Mannschaft wegen der Corona-Situation unterbrochen und es fanden im Dezember auch keine Trainings mehr statt.

«Es war überragend»

Für Zehnder wurde ausgerechnet der Zusammenzug mit der Schweizer Nationalmannschaft in Belgien, als wegen einer 0:4-Niederlage die direkte Qualifikation für die EM 2022 in England verpasst wurde, zu einem positiven Ereignis – ohne in Belgien zum Einsatz gekommen zu sein. Denn Bayerns Managerin meldete sich per Telefon mit der frohen Kunde, dass die Wilerin bis Weihnachten mit der ersten Mannschaft trainieren könne und sie auch auf der Liste jener Spielerinnen stehe, welche der UEFA für die Champions League übermittelt worden sei. «Das war eine schöne Alternative, statt dauern zu joggen», sagt Zehnder zu hallowil.ch.

Und es kam noch besser: Da einige Spielerinnen im Fanionteam der Bayern verletzt, krank oder abwesend waren, blieb es nicht bei Trainings. Bei den Bundesliga-Spielen gegen Leverkusen und Frankfurt sass Zehnder erstmals auf der Bank, ohne eingesetzt zu werden. «Schon das war für mich das Grösste, endlich mal wieder ein Spiel live im Stadion zu sehen.» Im Rückspiel des Champions-League-Sechzehntelfinals gegen Ajax Amsterdam war es dann soweit. In der 72. Minute wurde Zehnder für Sydney Lohmann eingewechselt, die kurz zuvor per Penalty den 3:0-Endstand sichergestellt hatte. Die Einwechslung dürfte auch darin begründet gewesen sein, dass sich der Gesamtstand zu jenem Zeitpunkt auf 6:1 für die Bayern belief. Es konnte nichts mehr anbrennen. Trotzdem: «Es war überragend», schwärmt Zehnder noch Tage nach dem Spiel.

Ein weiteres halbes Jahr in München

Und wie geht es nun weiter? Im Januar wird die Mittelfeldspielerin auch die Vorbereitung für die Rückrunde mit der ersten Mannschaft der Bayern bestreiten. Danach ist geplant, bis im Sommer wieder mit dem «Zwei» der Münchnerinnen zu spielen. Auch das Frühlingssemester will sie an der Ludwig-Maximilian-Universität in München absolvieren, ehe für das Praxisjahr eine Rückkehr in die Schweiz vorgesehen ist.