Experten vergleichen die Schädlichkeit der Immissionen von Kerzenflammen mit Tabakrauch. Durch die Flamme bzw. durch die Glut gelangen Kohlenmonoxid sowie Feinstaub in die Luft.

Diese Partikel sind so winzig, dass man sie von blossem Auge nicht sehen kann, ihr Durchmesser beträgt 10 Nanometer, dies sind 10 Millionste Millimeter. Sie können tief in die Lungen eindringen und sogar in die Zellen des Körpers geraten.

Erhöhter Feinstaub

Feinstaub schwebt im Freien sowie in Innenräumen fast ständig in der Luft. Draussen sorgen etwa Autoabgase sowie der Abrieb von Reifen für die mikroskopisch kleinen Schwebeteilchen. 

In Wohnräumen entsteht Feinstaub vor allem beim Kochen und beim Braten. Bis zu einer gewissen Menge ist er kaum bedenklich. Allerdings können Kerzenflammen seine Konzentration um das zehn- bis zwanzigfache erhöhen.

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Flackernde Flammen sondern zusätzliche Mengen an Feinstaub ab (Foto: pixabay Pexels)  

Dies bedeutet nicht, dass man im Interesse der Gesundheit auf brennende Kerzen verzichten sollte. Mit der richtigen Handhabung kann man die Feinstaubkonzentration gering halten. Unerlässlich ist regelmässiges Lüften.

Luftumwälzung 

Heutzutage erfolgt kaum mehr Luftaustausch über Fenster- und Mauerritzen. Da im Zuge der Energieeffizienz mittlerweile viele Wohnräume wärmegedämmt sind, ist die Lufterneuerung besonders wichtig, damit die Partikel in der Raumluft verdünnt werden. 

Mindestens alle zwei Stunden sollte kurz durchgelüftet werden. Die Kerzen werden dazu gelöscht, denn das Flackern in der Zugluft sorgt für eine unzureichende Verbrennung.

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Teelichter lassen sich vielfältig einsetzen. Auch bei ihnen sollte man auf die Lufthygiene achten. (Foto: pixabay congerdesign)  

Auch nach dem endgültigen Löschen der Kerzen, etwa vor dem Zubettgehen, sollte nochmals kräftig gelüftet werden. Andernfalls schweben entsprechende Nanopartikel während Stunden in der Luft.

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Tischkerzen sorgen für eine feierliche Stimmung. Nach der Mahlzeit sollte gelüftet werden, damit der Feinstaub reduziert wird. (Foto: pixabay JillWellington) 


So lassen sich die Schadstoffe verringern:

  • Handelsübliche Kerzen werden aus Paraffin hergestellt. Es ist ein Nebenprodukt der Erdölverarbeitung. Die zweite Komponente Stearin stammt aus pflanzlichen und aus tierischen Fetten. Aus lufthygienischer Sicht ist Bienenwachs die bessere Wahl. Allerdings sind die höherwertigen Rohstoffe auch entsprechend teurer.
  • Bei brennenden Kerzen Luftzug vermeiden - Durchzug, eingeschalteter Dampfabzug sowie schräg gestellte Fenster bringen die Kerze zum Flackern. Der Verbrennungsprozess findet dann unvollständig statt, es entsteht mehr schädlicher Russ.
  • Russ entsteht auch bei einem zu langen Docht. Er sollte vor dem Anzünden auf eine Maximallänge von 10 bis 15 Millimeter gekürzt werden.
  • Kerzen leuchten zur Weihnachtszeit nicht nur an Adventskränzen und an Christbäumen, die Flammen von Teelichtern brennen auch in Racletteöfen und in Rechauds, auch für sie gelten die entsprechenden Vorsichtsregeln.