Während der Wahlkampf in Wil bisher ohne Emotionen verläuft, wird in Kirchberg weiter gestichelt. Zwar kommt es dort weder beim Gemeinde- noch beim Schulpräsidium zu einer Kampfwahl, aber ein Bürgerkomitee macht seit Wochen Stimmung gegen die aktuelle Behörde. Zuerst wurde per Inserat ein Gegenkandidat für Schulratspräsident Orlando Simeon (FDP) gesucht, obwohl dieser gar nicht aufhört. Das Vorhaben scheiterte kläglich und niemand stellte sich zur Verfügung.

War dieses Komitee bisher anonym aufgetreten, so tritt nun ein zweites Bürger-Komitee auf – mit Unternehmer Fritz Rutz an der Spitze. Der einstige Unternehmer aus Bazenheid, nun in Dietfurt wohnhaft, war zwischen 1996 und 2006 FDP-Kantonsrat und sorgt nun mit einem Flugblatt für Aufsehen. Dieses ist am Freitag in den Briefkästen gelandet. In diesem fordert er die Stimmbürger auf, nur die neuen Kandidaten zu wählen. Gleich sieben an der Zahl sind es für den Gemeinderat – neben drei Bisherigen.

FDP gegen FDP

Im Flugblatt nennt Fritz Rutz drei Beispiele, was aus seiner Sicht nicht gut läuft in der Gemeinde. Es sein noch kein neues Baureglement erarbeitet worden, obwohl der Gemeinderat ein solches versprochen habe. Zudem sei die hohe Anzahl von Flüchtlingen ein hausgemachtes Problem und bei der neuen Landi in Zwizach sei eine Energie-Tankstelle verhindert worden.

Das Pikante an der Sache: Fritz Rutz, der einstige FDP-Kantonsrat, schiesst damit zumindest indirekt scharf gegen Gemeindepräsident Habrik und Schulratspräsident Simeon, beide FDP. Der Freisinn stellt aktuell mit fünf von neun Mitgliedern die Mehrheit im Kirchberger Rat. Das Bürgerkomitee «Pro Gemeinde Kirchberg» unterstützt den Vorstoss von Rutz. Es brodelt in Kirchberg.