Am Ende waren es lange Minuten, welche die Ostschweizer am Genfersee zu überstehen hatte. Der Tank war leer. Der Sprit reichte aber gerade noch, um über die Ziellinie zu kommen. Irgendwie brachten die Wiler den 2:1-Erfolg im fast leeren Colovray zu Nyon über die Zeit und siegten zum zweiten Mal in dieser Saison beim heimstarken Aufsteiger – und zum dritten Mal gegen ihn.

Begonnen hatte es gemächlich. Es dauerte bis kurz vor der Pause, ehe die Partie so richtig lanciert wurde. Aussenverteidiger Andrea Padula war auf der linken Seite von Valon Fazliu angespielt worden. Da er nicht angegriffen wurde, machte der mit Offensivdrang bestückte Abwehrspieler ein paar Schritte und lupfte den Ball mit viel Gefühl in die weite Ecke. Es war der Höhepunkt einer ereignisarmen ersten Halbzeit, in welcher die Wiler defensiv sicher standen, vorne aber nur selten in Erscheinungen traten.

Fünf Skorerpunkte in 600 Minuten

Kurz nach Wiederbeginn stellten die Gäste zügig auf 2:0. Kastriot Ndau setzte sich auf der rechten Seite durch und sah in der Mitte Julian von Moos, der den Ball in die linke Ecke verlängerte. Somit hat der 19-Jährige in nur gerade 600 Einsatzminuten schon drei Tore erzielt und zwei Treffer vorbereitet. Ein starker Wert des Thurgauers.

Gelaufen war die Partie damit aber noch nicht. «Ihr habt die Ordnung verloren», rief Wils Trainer Ciriaco Sforza kurze Zeit später seinen Spielern zu – bestens zu hören bei gerade einmal 153 Zuschauern. Der Übungsleiter spürte wohl, was noch kommen würde: eine unangenehme, heisse Schlussphase. Befeuert wurde diese durch erzwungene Wechsel in der Wiler Innenverteidigung. Zuerst musste Joël Schmied angeschlagen raus. Nachfolger Argtim Ismaili war erst fünf Minuten auf dem Feld, als er von Lausannes Einwechselspieler Marko Maletic einen Ellenbogen ins Gesicht bekam und nicht mehr weitermachen konnte. Kostantinos Dimitro war fortan dritter linker Innenverteidiger an diesem Vorabend.

Ein Lausanner rettet die Wiler gegen Lausanner

Just in dieser hektischen Phase fiel der Anschlusstreffer der Gastgeber. Der sieben Minuten zuvor eingewechselte Yanis Lahiouel verwertete einen Rückpass von Quentin Gaillard direkt und sorgte für Spannung bis zur letzten Sekunde. Angriff um Angriff rollte danach Richtung Wiler Tor. Nicht zum ersten Mal seit dem Re-Start konnten sich die Äbtestädter aber auf einen starken Lausanner verlassen: Goalie Zivko Kostadinovic hielt den Sieg fest.

Somit gewinnen die Wiler in dieser späten Phase der Saison weiter an Fahrt. Es war der zweite Auswärtssieg hintereinander, was es seit November 2018 nicht mehr gegeben hatte. Es war auch der dritte Sieg in Folge – und der vierte in den vergangenen fünf Partien. Erstmals seit Wiederaufnahme der Meisterschaft musste Stade Lausanne im Exil von Nyon als Verlierer vom Platz. Plötzlich laufen die Partien wieder für die Wiler und sie gewinnen – wie schon gut eine Woche zuvor in Schaffhausen – auch, wenn ein Spiel auf Messers Schneide steht. Weit weg ist jene Phase, als zwischen Ende Oktober und Juni während fast acht Monaten nur ein einziger Sieg in 13 Spielen und acht Auswärtsniederlagen am Stück resultiert hatten. Es werden Erinnerungen wachen an jene Phase im vergangenen Sommer und Herbst, als die Wiler dank vielen guten Leistungen zwischenzeitlich von Platz zwei gegrüsst hatten.

Die Höhepunkte des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate, Challenge League, 31. Runde:
Stade Lausanne-Ouchy - Wil 1:2
Grasshoppers - Chiasso 2:1
Kriens - Lausanne-Sport 0:3
Vaduz - Aarau 1:1
Winterthur - Schaffhausen 1:0

FC Stade Lausanne-Ouchy – FC Wil 1900 1:2 (0:1)

Colovray, Nyon: 153 Zuschauer. – Sr: Huwiler.

Tore: 44. Padula 0:1. 47. von Moos 0:2. 63. Lahiouel 1:2.

FC Stade Lausanne-Ouchy: Barroca; Dalvand, Hajrulahu, Samandjeu, Tavares; Laugeois (81. Mutombo); Delley (56. Lahiouel), Gaillard (74. Eleouet), Perrier, Ndongo (81. Gazzetta); Oussou (56. Maletic).

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rohner, Muntwiler, Schmied (62. Ismaili, 72. Dimitrou), Padula; Ndau, Abedini; von Moos (63. Bosic), Fazliu, Duah; Silvio (72. Schäppi).

Bemerkungen: Stade Lausanne-Ouchy ohne Abdullah, Amdouni (verletzt), Guedes, Chatelein, Parapar, Valle und Le Pogam (nicht im Aufgebot). Wil ohne Brahimi, Krasniqi (verletzt) und Traber (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 21. Laugeois (Foul). 38. Rohner (Foul). 51. Oussou (Foul). 66. Maletic (Foul).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 31/64. 2. Grasshoppers 30/56. 3. Vaduz 31/52. 4. Kriens 31/49. 5. Winterthur 31/42. 6. Wil 30/41. 7. Aarau 31/36. 8. Stade Lausanne-Ouchy 31/35. 9. Schaffhausen 31/30. 10. Chiasso 31/18.

Nächste Spiele (32. Runde):
Freitag, 17. Juli: Chiasso - Winterthur (18.15 Uhr), Schaffhausen - Kriens (18.15 Uhr), Lausanne-Sport - Grasshoppers (20.30 Uhr).
Samstag, 18. Juli: Aarau - Stade Lausanne-Ouchy (18.15 Uhr), Wil - Vaduz (20.30 Uhr).

Die Stimmen zum Spiel:

 

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Der Liveticker:

Für heute soll es das gewesen sein. Vielen Dank für das Interesse – und bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil nun bis zum 2. August im 3-Tages-Rhythmus. Schon am Samstagabend (18. Juli) steht um 20.30 Uhr das Heimspiel gegen den FC Vaduz an. Auch von dieser Partie berichtet hallowil.ch mit einem Liveticker.

Schlussfazit: Mit viel Zittern in der Schlussphase wird der zweite Wiler Auswärtssieg in Folge Tatsache. Obwohl die Wiler mehr Erholungszeit hatten als die Gastgeber, ist ihnen der Schnauf ausgegangen in der Schlussphase. Mit mehrfach umgestellter Verteidigung ist die Ordnung verloren gegangen. Einmal mehr rettet ein starker Kostadinovic den Wilern Punkte. Der Goalie blüht in seinen letzten Tagen in Wil so richtig auf. Bis zum 2:0 war die Führung der Wiler verdient, doch dann drehte die Partie beinahe noch. So aber gewinnen die Wiler im vierten Spiel dieser Saison zum dritten Mal gegen den Aufsteiger aus der Waadt.

Schlusspfiff im Colovray: Der FC Wil besiegt den FC Stade Lausanne-Ouchy mit 2:1.

94. Minute: Wir zählen die Sekunden ...

93. Minute: Aber Kostadinovic hat den hohen Ball sicher.

93. Minute: Nochmals Corner für SLO.

92. Minute: Die Wiler sind stehen K.O.. Duah kann nicht mehr und läuft kaum mehr einen Meter. Bringen die Gäste das über die Zeit?

91. Minute: Riiiiiesen-Ausgleichschance für die Gastgeber: Gazzetta schliesst aus kurzer Distanz ab. Aber Kostadinovic steht am richtigen Platz und kann abwehren. Wow.

90. Minute: Vier Minuten Nachspielzeit sind noch zu überstehen.

89. Minute: Hajrulahu kommt zum Kopfball. Er bringt aber zu wenig Druck hinter den Ball, Kostadinovic hält. Hält auch der zweite Wiler Auswärtssieg in Folge?

88. Minute: Wieder war es ganz, ganz eng: Padula kann auf der Linie zum nächsten Corner klären. Der bringt nichts ein. Es gibt aber nochmals Ecke. Dieses Mal von links.

87. Minute: Ui, das war gefährlich. Der Ball segelt an Freund und Feind vorbei. Padula will zum Konter ansetzen, kann aber gerade noch gestoppt werden. Es geht was. SLO drückt.

87. Minute: Kann zwar geklärt werden. Es gibt aber gleich noch ne Ecke von rechts.

86. Minute: Corner für SLO.

85. Minute: So gemütlich das hier begonnen hat, so spannend und packend ist es nun.

82. Minute: Wichtige Intervention hier von Rohner, der einen Angriff der Gastgeber unterbinden kann.

82. Minute: "Jetzt müsst ihr arbeiten", schreit Wils Trainer Sforza rein. Effektiv. Und die Ruhe sollten sie wieder finden. Wird wohl aber eine hektische Schlussphase.

81.Minute: Noch ein Doppelwechsel bei den Waadtländern: Für Ndongo kommt Gazzetta. Und Captain Laugeois wird ersetzt durch Mutombo.

80. Minute: Entlastungs-Angriff der Wiler. Duah kommt über rechts. Er schliesst auch ab. Doch es fehlt ein gutes Stück. Die Spannung bleibt hoch, ja ist kaum mehr zu überbieten.

78. Minute: Wieder hätte Ndongo gerne einen Penalty. Aber wieder bleibt die Pfeife stumm. Das war eng. Viel dürfen sich die Wiler Abwehrspieler wohl nicht mehr leisten.

77. Minute: SLO derzeit mit Vorteilen: Nach schönem Durchspiel schliesst Lahiouel ab. Aber Kostadinovic taucht ab und krallt sich den Ball. Die Wiler Führung hält.

77. Minute: Eine spannende Schlussviertelstunde steht uns bevor.

75. Minute: Die Wiler Ordnung ist defensiv noch nicht wieder hergestellt. Schäppi, Dimitrou, Muntwiler und Rohner sind nun dafür zuständig.

74. Minute: Auch SLO tauscht nochmals: Gaillard hat um 19.43 Uhr Feierabend und wir durch Eleouet ersetzt.

73. Minute: Doppelwechsel bei FC Wil: Dimitrou kommt für den verletzten Isamili, der nach dem Ellenbogenschlag nicht mehr zurückgekehrt ist. Zudem ersetzt Schäppi Stürmer Silvio.

70. Minute: Und rums: Da war das 2:2 ganz nahe. Maletic schlenzt von der Strafraumgrenze ganz knapp am linken Pfosten vorbei. Dusel für die Wiler.

69. Minute: Die Wiler müssen nun schauen, dass sie defensiv wieder Zugriff auf die Partie bekommen. Das wirkt nicht mehr souverän. Verteidiger Dimitrou kommt gleich bei den Gästen.

68. Minute: Hier ist die Zuschauerzahl. Halten Sie sich fest: 153. In Worten: Einhundert und dreiundfünfzig. Ja, wir sind in der zweithöchsten Spielklasse des Landes.

66. Minute: Auch der andere Eingewechselte bei den Gastgebern fällt sogleich auf, aber unrühmlich: Maletic mit dem nächsten hohen Ellbogen. Er trifft Ismaili voll. Auch das gibt Gelb - als Mindest-Sanktion für dieses Vergehen.

63. Minute: Zweiter Wechsel beim FC Wil: von Moos macht Platz für Bosic.

63. Minute: TOOOOR für den FC Stade Lausanne-Ouchy durch Lahiouel zum 1:2-Anschlusstreffer. Da geht die Ordnung in der Wiler Abwehr verloren. Der gut fünf Minuten zuvor eingewechselte Lahiouel schliesst ab und markiert an allen Beinen vorbei den Anschlusstreffer.

61. Minute: Wechsel bei Wil: Schmied muss raus und wird durch Ismaili ersetzt. Der gibt jetzt den Innenverteidiger.

61. Minute: Nach einem Corner-Geschenk von Ndau setzt der aufgerückte Innenverteidiger Samandjeu zum Rückzieher an. Da fehlt aber doch ein Stück beim rechten Pfosten.

58. Minute: Ndongo hätte da gerne einen Penalty nach einer Intervention von Schmied. Aber die Pfeife bleibt stumm.

57. Minute: Doppelwechsel bei SLO: Für Oussou kommt Maletic. Und Delley wird durch Lahiouel ersetzt.

52. Minute: Die Wiler scheinen durch diesen Doppelschlag vor und nach der Pause beflügelt. Sie versuchen sogleich nachzulegen. Fazliu trifft aber nahe des Penaltypunkts den Ball nicht wunschgemäss. Abstoss statt 3:0. Wäre aber auch reichlich Lohn gewesen. Unverdient ist die Führung allerdings nicht. Wil ist aktiver.

51. Minute: Da macht sich bei den Gastgebern scheinbar schon etwas Frust breit: Oussou setzt Schmied den Ellbogen ins Gesicht. Und das nahe der Mittellinie. Das ist unnötig - und gibt natürlich Gelb.

47. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch von Moos zum 0:2. Re-Start nach Mass für die Wiler. Ndau flankt von der rechten Seite. Zentral vor dem Tor steht von Moos, der aus kurzer Distanz mit dem Fuss ins lange Ecke verlängern kann. Auch für von Moos ist es der dritte Saisontreffer. Dazu kommen zwei Torvorlagen. Und das in gerade einmal acht Spielen.

46. Minute: Die Frage ist nun auch: Wie reagierte der Aufsteiger? Der muss nun mehr machen, um die erste Heimniederlage seit dem Re-Start zu verhindern.

46. Minute: Das Spiel ist wieder freigegeben. Keine Wechsel auf beiden Seiten.

Wie immer früh kommen die Wiler aufs Feld, um ein kurzes Einlaufen zu machen. Die Waadtländer geniessen derweil noch einige Momente der Erholung. Gleich geht es aber weiter mit Stade Lausanne-Ouchy gegen den FC Wil. Holen die Äbtestädter den dritten Sieg in Folge und bleiben am Fünftplatzierten FC Winterthur dran?

Pausenfazit: Eine erste Halbzeit mit einem tiefen Unterhaltungswert. Torchancen waren Mangelware - und einzig auf Wiler Seite zu notieren. Zwei an der Zahl genügten für einen Treffer. Andrea Paduala legte seine starke Form an den Tag und traf sehenswert. Somit stellt sich die Frage, was die Wiler dieses Mal mit einer 1:0-Führung veranstalten. Zum sechsten Mal in Folge gelang ihnen der erste Treffer des Spiels. In den fünf Partien zuvor gab es schliesslich drei Siege gegen Schaffhausen, Kriens und Winterthur sowie zwei Niederlagen gegen die Grasshoppers und Aarau. Resultiert der zweite Wiler Auswärtssieg in Folge? Das gab es seit November 2018 nicht mehr. Damals wurden Vaduz und Rapperswil-Jona auswärts besiegt. Trainer war noch Konrad Fünfstück.

Pausenpfiff im Stade Colovray: Der FC Wil führt gegen Stade Lausanne-Ouchy bei Halbzeit mit 1:0.

44. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Padula zum 0:1. Fein gemacht vom Wiler Abwehrspieler. Mit viel Gefühl lupft er den Ball über Barroca ins lange Eck. Dritter Saisontreffer. Im sechsten Spiel hintereinander gehen die Wiler mit 1:0 in Führung.

43. Minute: Mit vereinten Kräften kann der Wiler Abwehrverbund hier eine erste echte Torchancen für die Waadtländer verhindern. Nicht einmal einen ersten Corner für die Gastgeber gibt es.

40. Minute: Duah versucht es mit einem Abschluss von der linken Seite. Da fehlt aber die Power dahinter. Eine sichere beute für Barroca am kurzen Pfosten.

38. Minute: Erste Verwarnung gegen eine Wiler: Es trifft Rohner nach einem Textil-Test am Gewand von Ndongo. Für Rohner hat das keine Konsequenzen. Er ist nicht vorbelastet.

37. Minute: Nein. Aber der Abschluss von Dalvand kommt direkt auf Wil-Goalie Kostadinovic, der sich nicht einmal bewegen muss, um den Ball zu fangen. Keine Bewegungstherapie für ihn.

36. Minute: Wieder so ein Freistoss für SLO aus gut 20 Metern Distanz, dieses Mal von halblinks. Hält die Mauer wieder dicht?

33. Minute: Für einmal der sonst zuverlässige Fazliu mit einem groben Schnitzer. Ballverlust. Oussou kann losziehen, kommt dann aber mit seinem Abschluss dem UEFA-Gebäude neben dem Stadion näher als dem Tor.

32. Minute: Gerade bei den Gastgebern verspringen zum Teil einfachste Bälle. Schon erstaunlich.

30. Minute: Eine halbe Stunde rum: 0:0 ist hier das richtige Ergebnis.

27. Minute: Da waren die Wiler ganz nahe am Führungstor: von Moos im Strafraum. Schliesslich kommt aber Silvio zum Abschluss. Dessen Versuch ins kurze Eck bedeutet für Barroca dann doch gehobene Bewegungstherapie. Doch der Goalie kann mit einer starken Parade klären. von Moos dann nochmals, aber kein Tor. Das Spiel nimmt Fahrt auf.

26. Minute: Obacht jetzt: Freistoss für die Gastgeber aus 20 Metern Entfernung, halbrechts. Gute Distanz. Doch auch dieser Ball landet in der Mauer. Delley mit dem Versuch. Dessen Nachschuss ist dann nicht gefährlicher und verfehlt das Tor deutlich.

24. Minute: Und da ist er tatsächlich, der erste Abschluss des Spiels: Da hatten die Wiler mal Überzahl. Fazliu macht ein paar Schritte und schliesst denn aus rund 20 Metern ab. Mit dem harmlosen Aufsetzer hat Barroca aber keine Mühe und bekommt immerhin etwas Bewegungstherapie.

23. Minute: Da sind auch einige Stockfehler und Ungenauigkeiten dabei. Beinahe hätte Silvio profitieren können, kommt dann aber nicht an den Ball. Im Gegenzug zieht Ndongo der Wiler Abwehr davon, läuft dann aber über die Grundlinie ins Aus. Das Warten auf die erste Torchance geht weiter. Ein Viertel des Spiels ist rum.

21. Minute: Schon wieder wird gegen Ndau überhart eingestiegen. Dieses Mal gibt es Gelb für SLO-Captain Laugeois.

19. Minute: Beinahe ein erster Corner für die Wiler. Wir wären momentan mit wenig zufrieden. Aber eben: Nur beinahe.

17. Minute: Nennen wir es mal "gegenseitiges Abtasten". Wobei die Gangart schon kampfbetont ist. Noch fehlt aber der Abschluss. Schon sechs Fouls in der Startviertelstunde von SLO.

15. Minute: Die Wiler sind um Kontrolle des Spiels bemüht. Nach vorne fehlt es aber noch an Ideen.

13. Minute: Die Gäste versuchen dies zu ändern: von Moos kommt über rechts und will in den Strafraum. Doch der Abschluss wird noch abgefälscht und verliert so an Gefahr. Eine erste Chance ist auch dies nicht.

11. Minute: Tja, beim letzten Wiler Auswärtsspiel in Schaffhausen vor gut einer Woche stand es zu diesem Zeitpunkt des Spiels 2:2. Hier fehlt nicht nur ein erstes Tor, sondern auch ein erster Abschluss. Beidseits.

10. Minute: Dann wälzt sich Ndau am Boden nach einem herben Einsteigen von Oussou nahe der Mittellinie. Aber es geht weiter für den Wiler Mittelfeldspieler - und ohne Verwarnung für Oussou.

9. Minute: Ein erstes Mal Adrenalin auf dem Feld und bei den wenigen Zuschauern. Das sah gut aus für die Gastgeber. Aber Ndongo steht dann aber im Offside.

7. Minute: Eine recht ausgeglichene Startphase. Es wird bisher viel mit hohen Bällen operiert.

6. Minute: Doch der unkoordinierte Knaller von Oussou landet in der Wiler Mauer. Keine Gefahr. Zumindest nicht für das Wiler Tor.

5. Minute: Da könnte es ein erstes Mal gefährlich werden vor dem Wiler Tor. Freistoss für SLO aus rund 23 Metern, halblinks.

3. Minute: Die Wiler in den ersten paar Sekunden mit mehr Ballbesitz, aber noch ohne Ertrag.

2. Minute: Nettes Detail am Rande: Der Speaker hat auch die Fans des FC Wil begrüsst. Es sind natürlich keine da, weil Vorgabe der Liga wegen Corna - und "unmögliche" Anspielzeit am Mittwoch-Vorabend. Dafür wurde die Wiler Delegation gleich dreimal begrüsst. Merci bien.

1. Minute: Das Spiel läuft. Die Wiler mit Anstoss.

Die Mannschaften sind da, wobei die Wiler deutlich früher auf dem Feld standen als die Gastgeber. Auch das ist möglich in Corona-Zeiten des gestaffelten Einlaufs. Die Äbtestädter im Auswärts-Blau-Orange, die Lausanner in Rot-Weiss. Gleich geht es los mit Stade Lausanne-Ouchy gegen den FC Wil, dem Abschluss der 31. Runde. Viel Vergnügen.

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Fertig eingelaufen. Es kann losgehen. (Bild: Simon Dudle)

Geleitet wird das Spiel von Schiedsrichter David Huwiler aus Laufen im Kanton Baselland. Er hat vor gut zwei Wochen schon das Wiler Auswärtsspiel im Letzigrund gegen die Grasshoppers arbitriert. Er zeigte damals in seinem erst zweiten Challenge-League-Einsatz eine gute Leistung, Wiler 1:4-Niederlage hin oder her.

SLO-Trainer Stefano Maccoppi vertraut in einem 4-1-4-1-System folgenden Spielern. Im Tor steht Barroca. Die 4 Abwehrspieler sind von rechts her gesehen Dalvand, Hajrulahu, Samandjeu und Tavares. Als "Scheibenwischer" agiert Captain Laugeois. Die Mittelfeldspieler sind von rechts nach links Delley, Gaillard, Perrier und Ndongo. Als Sturmspitze figuriert Oussou. 

Kommen wir zu den Mannschaftsaufstellungen. Wils Trainer Ciriaco Sforza lässt wie üblich in einem 4-2-3-1-System spielen. Im Tor steht auch heute Kostadinovic. Die 4er-Abwehr bilden von rechts her gesehen Rohner, Captain Muntwiler, Schmied und Padula. Im defensiven Mittelfeld spielen Ndau (rechts) und Abedini. Das offensive Mittelfeld bestücken von rechts nach links Duah, Fazliu und von Moos. Einziger Stürmer ist Silvio. Auffällig: Muntwiler spielt zum zweiten Mal in dieser Rückrunde als Innenverteidiger. Dafür ist Kamberi nur Ersatz. Brahimi und Krasniqi sind verletzt.

Sportlich gesehen kann SLO mit einem Sieg zu den Wilern aufschliessen. Die Äbtestädter ihrerseits wollen mit einem Sieg die Chance realistisch halten, Platz fünf und somit eine Klassierung in der oberen Tabellenhälfte zu erreichen. In den drei Vergleichen dieser beiden Klubs im Verlauf dieser schon lagen Saison siegte in der Hinrunde zweimal Wil «zu Null», anfangs Februar aber SLO im Bergholz mit 2:1.

Gespielt wird ja nicht in Lausanne, sondern in Nyon – unmittelbar neben der UEFA. Die Waadtländer müssen weiterhin ins Exil ausweichen, da ihr «Stadiönli» in Lausanne Vidy nicht den Anforderungen der Liga genügt. Manchmal fragt man sich ja schon, warum das nötig ist. Bei durchschnittlich 300 Zuschauern pro Heimspiel der Waadtländer. Nun gut, derzeit sind anderen Themen wichtiger. Hauptpunkt ist gewiss, dass diese Saison irgendwie zu Ende gebracht wird. Es mögen sich nicht allzu viele Spieler verletzten – und auch die Schiedsrichter durchhalten – und auch die Journalisten.

Kommt es Ihnen so vor, als wäre schon lange kein Spiel des FC Wil mehr gewesen? Wohl nicht. Im aktuellen Rhythmus ist es aber fast so. Acht Tage ist der letzte Liveticker von einem FC-Wil-Spiel her. Das wird sich nun ändern. Ab sofort gibt es bis zum 2. August Wiler Spiele alle drei Tage. Angefangen mit dem heutigen Auswärtsauftritt gegen den kecken Aufsteiger Stade Lausanne-Ouchy, kurz SLO. In diesem Sinne: Herzlich willkommen aus Nyon an diesem wolkigen Vorabend zu diesem drittletzten Auswärtsspiel dieser Saison. Zwei davon finden gegen Lausanner Klubs statt. Simon Dudle tickert durch die Partie.

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Die Vorschau:

Wenn der FC Wil am Mittwoch im Stade Colovray in Nyon aufläuft, wird er acht Tage spielfrei gehabt haben. Das ist in dieser «Nach-Corona-Saison» eine unheimlich lange Zeit. Grund dafür ist die kurzfristige Absage des Heimspiels gegen die Grasshoppers von vergangenem Freitag, da deren Stürmer Amel Rustemoski mit Covid-19 infiziert wurde. Am Dienstag hat die Liga nun kommuniziert, wann dieses Spiel im Bergholz nachgeholt wird: am Montag, 27. Juli. Damit es mit den vorgeschriebenen zwei Ruhetagen, welche zwischen zwei Partien gewährt sein müssen, aufgeht, werden diverse Spielverschiebungen nötig. Der Heimauftritt gegen Aarau findet einen Tag früher als geplant am 24. Juli statt, das Heimspiel gegen Chiasso zwei Tage später als erwartet am 30. Juli und das abschliessende Spiel in Lausanne ebenfalls zwei Tage später als geplant, nämlich am 2. August. Somit spielt der FC Wil ab Mittwoch durchgehend im 3-Tage-Rhythmus und trägt zwischen dem 24. Juli und dem 30. Juli drei Heimspiele binnen sechs Tagen aus. Die kompletten letzten beiden Runden wurden um zwei Tage nach hinten verschoben.

Eines ist spätestens seit Montag klar: Die Meisterschaften im Schweizer Profi-Fussball werden fortgeführt und sollen um jeden Preis beendet werden. Dass die ganze Mannschaft und der Staff des FC Zürich in Quarantäne sind, ändert nichts an dieser Tatsache. Zu gross wäre der wirtschaftliche Schaden, wenn nun unmittelbar vor der Ziellinie abgebrochen würde. Das zeigt: Sportliche Kriterien werden auch mal hintenangestellt. Hauptsache, die Ziellinie wird irgendwie erreicht.

Bisher mit wenigen Verletzten

Die kommenden drei Spiele des FC Wil sollen wie geplant stattfinden. Das ist alles andere als selbstverständlich. Der nächste Gegner, Stade Lausanne-Ouchy, hat noch vergangene Woche gegen die Grasshoppers gespielt. Eine Halbzeit lang stand bei den Zürchern auch Rustemoski auf dem Feld.

In Nyon geht es für die Wiler einerseits darum, sich nicht zu verletzen. Bisher sind die Äbtestädter mit einem blauen Auge davongekommen. Das Kader ist aktuell so breit, dass Trainer Ciriaco Sforza das Rotationsprinzip anwenden kann. Die heikelste Phase, in welcher die Spieler aufgrund der hohen Belastung besonders verletzungsanfällig sind, folgt aber erst mit 7 Spielen in 18 Tagen. Ganz anders sieht es aktuell zum Beispiel bei den Liga-Konkurrenten SC Kriens und FC Chiasso aus. Als die beiden Teams am vergangenen Samstag aufeinandergetroffen waren, hatten beide nur drei Ersatz-Feldspieler, welche dann auch eingewechselt wurden. Von den fünf möglichen Wechseln konnten also beide Trainer nicht Gebrauch machen.

Heimstark im Exil

Sportlich wollen die Wiler eine positive Serie fortsetzen und den dritten Sieg hintereinander einfahren. Gelingt dies, hätten sie zum ersten Mal unter Ciriaco Sforza zwei Auswärtsspiele hintereinander gewonnen. Die Erinnerungen an Nyon sind gut, landeten die Wiler doch im vergangenen Oktober im Colovray einen diskussionslosen 3:0-Auswärtssieg. Dreifach-Torschütze war Filip Stojilkovic, der in der Winterpause an den FC Sion verkauft wurde.

In Nyon zu gewinnen, ist allerdings alles andere als einfach – und seit Ende Januar niemandem mehr gelungen. Seither gab es für «SLO», wie Stade Lausanne-Ouchy abgekürzt genannt wird, fünf Heimspiele mit drei Unentschieden und zwei Siegen. Mit dabei war ein 4:1-Erfolg gegen die Grasshoppers. In der Hinrunde war im Colovray schon Leader Lausanne-Sport ohne Punkte geblieben. Und das alles im Exil-Stadion von Stade Lausanne-Ouchy. Zuletzt aber setzte es für die Waadtländer auswärts aber zwei hohe Niederlagen bei Aufstiegs-Aspiranten ab: 0:4 im Letzigrund gegen die Grasshoppers und 1:5 im Fürstentum Liechtenstein beim FC Vaduz.