«Es ist meine Pflicht als Präsident des FC Wil, das Beste rauszuholen.» Das antwortet Vereinsoberhaupt Maurice Weber am Freitagabend zu hallowil.ch auf die Frage, warum der Transfer von Filip Stojilkovic zum FC Sion noch immer nicht unter Dach und Fach ist, obwohl das Interesse der Walliser längst publik ist. Droht der Wechsel noch zu platzen? «Ich hoffe nicht. Neben dem FC Sion zeigen auch andere Vereine Interesse», sagt Weber.

Dass es der FC Wil bei den Verhandlungen genau nimmt, versteht sich. Der Marktwert des Spielers, der in Wil einen Vertrag bis Sommer 2022 besitzt, wird vom Portal transfermarkt.ch mit 500'000 Franken veranschlagt. Eine Menge Holz für einen Verein, der noch immer daran ist, Altlasten aus türkischer Ära abzustottern. Nach wie vor deutet aber viel darauf hin, dass Stojilkovic zu den Wallisern wechselt. Von den Wiler Spielern hat sich der 8-fach-Torschütze der Hinrunde bereits verabschiedet.

Silvio: Auch hier stehen die Zeichen auf Abschied

Mit Stojilkovic ist auf dem Bergholz also nicht mehr zu rechnen. Es kristallisiert sich heraus, dass die Wiler für die Rückrunde Flügelspieler Kwadwo Duah zum Stürmer machen. Zudem wurde der österreichische Angreifer Alessandro Paunescu – er hat Jahrgang 2003 – nach Wil gelotst. Der 16-Jährige soll laut Weber behutsam aufgebaut werden und bekam einen so genannten Jugend-Ausbildungsvertrag. Zudem setzt der Verein auf die Loyalität von «Altmeister» Silvio. Ihm hat man mitgeteilt, dass sein im kommenden Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Derzeit deuten die Zeichen auf Abschied hin, obwohl man ihn gerne in anderer Funktion im Klub behalten möchte. Denn Silvio ist auf dem Weg zum Trainer daran, das A-Diplom zu machen. Dafür genügt es nicht, bei der 2. Mannschaft, welche in der 2. Liga interregional spielt, einen Trainerposten inne zu haben.

Eben dieser Silvio zeigte im letzten Testspiel am Freitagnachmittag gegen Austria Lustenau, den Tabellen-Fünften der zweithöchsten Division Österreichs, dass er nach wie vor wichtig sein kann. Wie schon am vergangenen Samstag bei der 3:5-Testspiel-Niederlage gegen den FC Thun kam mit Silvios Einwechslung Schwung in den Wiler Angriff. Gegen Lustenau brauchte der eingebürgerte Brasilianer keine drei Minuten, um zu treffen. Mitte zweiter Halbzeit verwertete er ein Zuspiel Kwadwo Duahs zum Ausgleich – und Schlussergebnis. Es blieb dabei, obwohl die Wiler dem Sieg gegen Ende näher waren als die Lustenauer, auch dank Silvio.

Celant springt ein – und verletzt sich

Alles in allem ging das Remis in einer ereignisarmen Partie in Ordnung. Den Rückstand hatten sich die Wiler in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit eingefangen, als Mattia Celant im eigenen Strafraum zu spät kam und einen Foulpenalty verursachte. Thomas Mayer traf flach und sicher in die rechte Ecke.

Apropos Celant: Dieser wäre eigentlich nicht für die Stammformation vorgesehen gewesen. Er kam aber zum Zug, da Fabian Rohner kurz vor dem Spiel mit Verdacht auf eine Zerrung forfait gegen musste. Eine MRI-Untersuchung soll nun Klarheit geben, was passiert ist. Celant spielte dann aber auch nicht zu Ende und musste nach einer Stunde verletzt ausstempeln. Er dürfte einen Schlag erhalten haben. Also kam Neuzugang Andrea Padula in seiner 45-minütigen Premiere zuerst auf dem Flügel, dann als Aussenverteidiger zum Einsatz.

Damit sind bereits alle beide Testspiele dieser kurzen Vorbereitungsphase absolviert. Am Sonntag, 26. Januar um 15 Uhr gilt es im Vaduzer Rheinparkstadion bereits wieder ernst. hallowil.ch wird mit einem Liveticker aus dem «Ländle» berichten.

FC Wil 1900 – SC Austria Lustenau (2. Division Österreich) 1:1 (0:1)

Bergholz: 113 Zuschauer. – Sr: Ljatifi.

Tore: 45. Mayer (Foulpenalty) 0:1. 66. Silvio 1:1.

FC Wil 1900: Mossi; Celant (63. Silvio), Schmied (46. Dimitrou), Kamberi (77. Traber), Schmid; Muntwiler (46. Ndau), Abedini (77. Ismaili); Brahimi, Krasniqi (46. Fazliu), Bosic (46. Padula); Duah (67. Paunescu).

SC Austria Lustenau: Kunz; Lageder (46. Schilling), Feyrer, Grujcic (46. Stumberger), Avramovic; Freitag (46. Matheus I), Grabher (46. Tiefenbach); Mayer, Steinwender (67. Richard), Wallace (67. Ranacher); Matheus II.

Bemerkungen: Wil ohne Stojilkovic (abwesend), Rohner (verletzt), Klein, Schäppi (rekonvaleszent), Kostadinovic, Wörnhard, Sejdija und Beka (nicht im Aufgebot). – 60. Celant angeschlagen ausgeschieden.

_______________________________________________________________________________

Der Liveticker:

Das soll es gewesen sein aus dem Wiler Südquartier. Ich bedanke mich für Ihr Interesse und wünsche einen guten Start ins Wochenende. hallowil.ch meldet sich nächste Woche wieder aus Vaduz mit dem Liveticker des Rückrundenstarts in die Challenge League.

Schlussfazit: Der FC Wil spielt im letzten Test gegen die Gäste aus Lustenau unentschieden. Die Wiler kommen nicht überein 1:1 hinaus, obwohl sie über den ganzen Match gesehen dominanter waren. Es liessen jedoch die ganz grossen Chancen auf sich warten. Und so war es an Altmeister Silvio, kurz nach seiner Einwechslung den Ausgleich zu erzielen. Falls der Transfer von Filip Stojilkovic zu Sion definitiv bestätigt wird, muss man sich im Bergholz Gedanken machen, wer in der Rückrunde im Sturm das Zepter nun übernehmen wird. 

Schlusspfiff im Bergholz. Die beiden Mannschaften trennen sich 1:1-Unentschieden.

87. Minute: Lustenau kommt noch einmal gefährlich in den Wiler Strafraum. Ein Abwehrspieler muss den Österreicher mit einem Foul kurz vor dem Sechzehner stoppen. Der Freistoss aus aussichtsreicher Position führt aber zu nichts. 

83. Minute: Das Spiel biegt auf die Zielgeraden ein. Beide Mannschaften haben sich schon länger nicht mehr vor dem gegnerischen Tor blicken lassen. Brahimi kommt jetzt über rechts. Seine Flanke wird aber vom Torwart aus der Luft gepflückt.

80. Minute: 113 Zuschauer verfolgen das Geschehen live im Stadion Bergholz.

77. Minute: Doppelwechsel bei den Äbtestädtern: An Stelle von Kamberi und Abedini sind Ismaili und Traber neu auf dem Feld.

75. Minute: Guter Kombinationsfussball bei den Wilern: Neuzugang Padula bringt den Pass von der rechten Seite aber nicht in den Strafraum.

72. Minute: Nach den Auswechslungen spielt Wil befreiter. Man merkt, dass einige frische Kräfte auf dem Platz stehen. Der FC Wil ist jetzt spielbestimmender.

68. Minute: Nächster Wechsel bei der Heimmannschaft. Für Kwadwo Duah kommt neu ein Testspieler aus Österreich. Der 16-jährige Alessandro Paunescu aus der Steiermark stürmt nun neben dem Routinier Silvio.

67. Minute: Doppelwechsel bei Austria Lustenau: Richard ersetzt Steinwender und Ranacher kommt für Wallace.

66. Minute: TOOOOOOR für den FC Wil durch Silvio zum 1:1. Der kurz zuvor eingewechselte Wiler Stürmer macht den Ausgleich nach einer Unsicherheit der österreichischen Abwehr im eigenen Strafraum.

63. Minute: Celant ist bereits verletzungsbedingt in die Kabine gegangen. Erst einige Minuten später wird er jetzt durch Silvio ersetzt. 

61. Minute: Aber auch hier bleiben die Österreicher in der Wiler Abwehr hängen. Ein Spektakel, wie gegen Thun ist es heute ganz und gar nicht. 

59. Minute: Die Wiler machen momentan mehr Meter ohne Ball als mit. Lustenau versucht das runde Leder in den eigenen Reihen zu halten und wiederum mit einem langen Ball in die Spitze in die Nähe des Wiler Tors zu kommen.

55. Minute: Lustenau hat zehn Minuten nach Wiederanpfiff ein bisschen mehr vom Spiel. Zu Chancen wie in der ersten Halbzeit kommen sie aber kaum.

51. Minute: Das Spielt geht so weiter, wie es aufgehört hat: Viel findet im Mittelfeld statt und nur ab und an versuchen die Mannschaften, mit einem langen Ball nach vorne eine Möglichkeit zu kreieren.

46. Minute: Auch Lustenau hat vier Wechsel vorgenommen. Neu dabei sind Schilling, Stumberger, Matheus I und Tiefenbach. Nicht mehr erschienen sind dafür Lageder, Grujcic, Freitag und Grabher.

46. Minute: Die zweite Hälfte ist angepfiffen. Ciriaco Sforza stellt auf vier Positionen um. An Stelle von Krasniqi, Bosic, Schmied und Captain Muntwiler spielen neu Ndau, Fazliu und die beiden Neuzugänge Dimitriou und Padula.

Pausenfazit: Ein ereignisarmes Spiel bekommt kurz vor der Pause doch noch einen Höhepunkt. Obwohl beide Mannschaften wenig bis gar nichts für die Offensive getan haben, müssen die Wiler mit einem Rückstand in die Katakomben. Dieses Tor hätte aus Sicht der Wiler nicht sein müssen - hat man doch den Gegner über die gesamte erste Distanz im Griff gehabt. 

Pausenpfiff im Bergholz: Der FC Wil liegt zur Pause gegen Austria Lustenau mit 0:1 zurück.

45. + 1. Minute: TOOOOR für Austria Lustenau durch Mayer per Foulpenalty zum 0:1. Der Mittelfeldspieler schiebt den Ball locker in die rechte untere Ecke. Keine Chance für Mossi, den Ball noch rauszukratzen.

45. Minute: Ein Fehlpass der Wiler leitet einen Gegenagriff der Lustenauer ein. Und prompt kommt Celant im Strafraum zu spät. Elfmeter für die Gäste kurz vor der Pause. Eine klare Sache.

42. Minute: Ein Sololauf von Krasniqi auf der rechten Seite sieht zuerst vielversprechend aus. Bis zur Flanke. Diese landet direkt in den Händen des österreichischen Goalies Kunz.

39. Minute: Es gibt ein Gerangel auf dem Feld. Mittendrin eine altbekannte Personalie. Muntwiler geht seinen Gegenspieler an. Nach der Ansprache des Schiedsrichters geben sich die beiden Streithähne aber wieder die Hand.

35. Minute: Weiterhin müssen die Zuschauer im Stadion Bergholz auf die erste Grosschance warten. Die beiden Teams schaffen es nicht, den letzten Ball an den Mann zu bringen.

31. Minute: Man merkt, dass es für die Lustenauer das erste Spiel im Jahr 2020 ist. Die Abstimmung passt noch nicht wirklich. Viele Pässe finden keinen Abnehmer. Auf der Seite der Wiler sieht das schon ein bisschen besser aus. Hoffentlich auch, denn man startet schon in neun Tagen in die Rückrunde.

26. Minute: Der erste halbgefährliche Schuss der Gäste. Torhüter Mossi muss aber nicht eingreifen.

24. Minute: Wieder ist es Duah. Der Ball flutscht durch die Hände des Keepers, landet aber auf dem Tor. Die anschliessende Ecke können die Österreicher ohne Probleme klären.

21. Minute: Nach gut 20 Minuten ist die Frage berechtigt, wer hier als erstes etwas Risiko eingeht, um den Führungstreffer mit Nachdruck anzustreben. 

15. Minute: Die Abtastphase ist vorbei und trotzdem findet meist lediglich Mittelfeldgeplänkel statt. Nur selten kommen beide Mannschaften in die Nähe des gegnerischen Tors.

12. Minute: Kamberi mit einem Energieschub. Er rennt dem Ball ununterbrochen nach und gewinnt ihn auch. Der letzte Pass will aber nicht ankommen.

9. Minute: Langsam ist auch Lustenau im Spiel angekommen. Die Kreativität in der Offensive lässt aber noch zu wünschen übrig.

6. Minute: Wil versucht nun mehr. Vor allem über die linke Seite wird Druck aufgebaut. Der erste Abschluss der Wiler in diesem Spiel von Duah geht aber weit am Tor vorbei.

4. Minute: Beide Mannschaften starten verhalten. Chancen lassen bisher auf sich warten.

1. Minute: Der Ball rollt auf dem Kunstrasen im Südquartier.

Die Mannschaften sind da und bereit. Gleich geht es los hier im Bergholz.

Das Spiel wird geleitet von Mehmed Ljatifi. 

Die Gäste aus Lustenau laufen ebenfalls in einem 4-2-3-1-System auf. Im Tor steht Kunz. Die 4er-Abwehr bilden von rechts nach links Lageder, Feyrer, Grujcic und Avranovic. Im defensiven Mittelfeld laufen Captain Freitag (rechts) und Grabher auf. Das offensive Mittelfeld bilden von rechts nach links Mayer, Steinwender und Wallace. Einziger Stürmer ist Matheus II.

Die Wiler spielen heute im gewohnten 4-2-3-1-System wie folgt: Im Tor spielt Mossi. Die Verteidigung bilden von rechts nach links Celant, Schmied, Kamberi und Schmid. Im defensiven Mittelfeld spielen Captain Muntwiler (rechts) und Abedini. Das offensive Mittelfeld bestücken von rechts her gesehen Brahimi, Krasniqi und Bosic. Und einziger Stürmer ist Duah. Eigentlich wäre Rohner als rechter Verteidiger vorgesehen gewesen. Aber er musste sich kurz vor Spielbeginn angeschlagen abmelden.

Herzlich willkommen zum letzten Test vor dem Rückrundenstart. Die Wiler empfangen heute zuhause im Stadion Bergholz die Nachbarn aus Lustenau. Können die Äbtestädter den Erfolg gegen die Österreicher vom Juli wiederholen? Nach dem Torreigen vom letzten Wochenende gegen Thun sind wir gespannt, ob heute wieder so ein Feuerwerk gezündet wird. Heute zeigt sich, wie gut der FC Wil auf den ersten Ernstkampf nächste Woche gegen Vaduz gerüstet ist. Neuzugang Andrea Padula steht zum ersten Mal im Kader. Grüezi wohl aus dem Bergholz von Lukas Tannò, der durch den Match tickert.

_______________________________________________________________________________

Die Vorschau:

Es ist fast schon Tradition, dass der FC Wil und Austria Lustenau in der Vorbereitungsphase aufeinandertreffen. Eher aussergewöhnlich ist die Konstellation. Während es für die Wiler das letzte Testspiel vor dem Rückrundenstart ist, treten die Lustenauer zum ersten Mal im Jahr 2020 in einer Partie gegen den Ball. Die Rückrunde beginnt für die Österreicher, welche sich auf Platz 5 der zweithöchsten Division ihres Landes befinden, erst in der zweiten Februar-Hälfte mit dem Heim-Derby gegen Dornbirn. Schon am 8. Februar steht das Cupspiel gegen die WSG Tirol an.

Für die Wiler ist das letzte Vorbereitungsspiel allerdings auch erst die zweite Partie des Jahres. Am vergangenen Samstag hatte es eine spektakuläre 3:5-Heimniederlage gegen das Super-League-Schlusslicht FC Thun abgesetzt.

Mit zwei Torhütern gewonnen

Die Partie FC Wil gegen Austria Lustenau hatte es letztmals am 12. Juli des vergangenen Jahres gegeben – in Flawil. Auch damals war es für die Wiler die Generalprobe vor dem Pflichtspiel-Start gewesen. Der 1:0-Sieg, zu dem Radivoj Bosic Mitte erster Halbzeit den goldenen Treffer beigesteuert hatte, war historisch, da der allererste in der bereits langen Serie an Testspielen dieser beiden Klubs. Das Bemerkenswerte daran: In der Schlussphase spielte der FC Wil mit zwei Goalies. Trainer Ciriaco Sforza hatte bereits alle Wechsel vorgenommen und die ausgewechselten Spieler standen unter der Dusche. Als sich dann der eingewechselte Ajet Sejdija verletzte, blieb nichts mehr anderes übrig, als Ersatzgoalie Gianluca Tolino als Feldspieler einzusetzen. Fast schon logisch, dass der FC Wil mit zwei Goalies zu Null spielte …

Post inside
FC-Wil-Goalie Gianluca Tolino als Feldspieler. Das gab es beim letzten Aufeinandertreffen zwischen Wil und Lustenau im Juli des vergangenen Jahres zu sehen.