«Ich kann dieses Schwarz-Weiss»-Denken nicht verstehen. Die Fussballerspieler können zum Beispiel keine Interviewtermine oder Autogrammstunden mehr vornehmen und deshalb nicht voll arbeiten», sagt Maurice Weber, Präsident des FC Wil. Es geht um den Entscheid des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), dass Fussballspieler nicht mehr unter Kurzarbeit angemeldet sein dürfen, wenn sie wieder trainieren oder spielen.

So erstaunt es denn auch nicht, dass der FC Wil den Trainingsbetrieb am kommenden Montag nicht aufnimmt, obwohl dies gemäss Bundesrat ab dann möglich wäre. Laut Weber wäre es für den FC Wil schlicht zu teuer, die Spieler schon im Mai voll zu entlöhnen. Kommt dazu, dass die letzten 13 Runden dieser Saison frühestens ab dem 19. Juni in Angriff genommen werden. Das hat die Swiss Football League am Donnerstag vermeldet. Man will abwarten, ob der Bundesrat am 27. Mai definitiv grünes Licht gibt. Zudem hofft man, bis dann Klarheit zu haben betreffend Finanzhilfen des Bundes. Am 29. Mai entscheiden die 20 Klubpräsidenten der Super League und Challenge League, ob es weitergeht oder die Saison abgebrochen wird. Falls es weitergeht, will der FC Wil das Training danach wieder aufnehmen.

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FC-Wil-Präsident Maurice Weber fordert Lösungen im wirtschaftlichen Bereich, bevor wieder Fussball gespielt werden könne.


Viele Profis wollen die Saison abbrechen

Und wie steht der FC Wil zu diesem Thema? Abbrechen oder Weiterspielen? Die Entscheidung im Verwaltungsrat ist noch nicht gefallen. Weber gibt aber zu verstehen, dass es wirtschaftliche Lösungen brauche, um weiterspielen zu können. «Ansonsten müssen wir mit dem TV-Partner eine andere Lösung finden.»

Wie die Spieler in dieser Frage denken, weiss der Vereinspräsident nicht. Denn gefragt wurden diese noch nicht. Laut Medienberichten ist aber eine Mehrzahl der Schweizer Profifussballer für einen Abbruch der Saison. «Mit dieser Einstellung habe ich etwas Mühe. Wenn jemand auf einer Baustelle arbeitet, kann er auch nicht einfach fernbleiben. Die Fussballer haben eine Vorbildfunktion», sagt Weber.