Die Situation der Frau hat sich in den letzten Jahrzehnten positiv verändert und in vielen Punkten verbessert. Aber es besteht trotzdem in vielen Lebensbereichen noch ein Verbesserungspotenzial. Dieser Meinung ist das Organisationskomitee des Wiler Frauentags. Es ist ein neunköpfiges Team, das aus acht Frauen und einem Mann besteht und die Tradition des internationalen Frauentags bewahren möchte. «Der Tag der Frau wird in Wil eigentlich seit den Achtzigerjahren gefeiert», sagt Marianne Mettler im Rahmen einer Medienkonferenz. Weil das OK in den letzten Jahren ein Nachwuchsproblem hatte, wurde kein Wiler Frauentag organisiert. «Das soll sich ab diesem Jahr wieder ändern», so Mettler. Der Wiler Frauentag soll wieder zelebriert werden. Dieses Jahr wird ein Abend im Cinewil und im Stadtsaal organisiert. Wie wichtig der internationale Frauentag für Wil ist, erklärt Ok-Mitglied Mettler im folgenden Video: 

 
Marianne Mettler, OK-Mitglied des Wiler Frauentags, erklärt, warum sich Frauen und Männer gleichermassen für die Frauenrechte und die Gleichstellung einsetzen müssen. (Video: Magdalena Ceak)

«Es ist wichtig, dass dieser Tag Beachtung und Aufmerksamkeit bekommt», sagt Monika Paminger. Dann könne man beispielsweise die Missstände in den Unternehmen in Sachen Lohngleichheit ansprechen. «Fakt ist, dass berufstätige Frauen in der Schweiz letztes Jahr sieben Milliarden Franken weniger als Männer verdient haben», führt Paminger weiter aus. Das sei weder fair noch zeitgemäss. «Gleiche Arbeit muss gleich entlöhnt werden», so Paminger.

Noch immer werden berufstätige Mütter diskriminiert

Ein Problem sei nicht nur die Gleichstellung von Frau und Mann. Für viele Frauen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch eine sehr grosse Herausforderung im Alltag. «Viele Mütter möchten gerne arbeiten», sagt Miriam Schildknecht während der Medienkonferenz. Aber: «Für viele betroffene Frauen ist es schwierig sich zu organisieren, weil die Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder heute noch beschränkt sind». Es brauche viel mehr Lösungen. «Viele Väter möchten gerne Teilzeit arbeiten, um sich an der Kindererziehung zu beteiligen und um ihre Partnerin zu unterstützen», so Schildknecht. Aber in vielen Unternehmen sei genau dies nicht möglich. 

«Uns geht es nicht darum über bestehende Familienmodelle zu werten», betont Anja Bernet, ebenfalls OK-Mitglied, «sondern sowohl Frauen als auch Männer zum Nachdenken anregen». Frauen und Männer sollten über ihre Familiensituation nachdenken und sich fragen, «ob sie wirklich eine freie Wahl hatten». 

«Natürlich hat sich seit den Achtzigerjahren vieles verändert», sagt Erwin Sulzer als einziger Mann im OK. Trotzdem müsse noch Einiges getan werden. «Und der Tag der Frau kann hierfür nachhaltig etwas bewirken», fügt OK-Mitglied Paminger hinzu. Deshalb habe sich das neunköpfige OK etwas Besonderes ausgedacht.

Ein Abend für Frauen und Männer

Der Abend soll um 18 Uhr mit der Doku «Female Pleasure» im Cinewil beginnen. Ab 19 Uhr werden in einer Ausstellung vom Stadtarchiv Wil die Wiler Frauen im Laufe der Zeit gezeigt. Höhepunkt der Veranstaltung wird Podiumsdiskussion verschiedenen Wiler Frauen sein. So werden Frauen aus den Bereichen Politik, Sport, Bildung und Dienstleistungen über ihre Erfahrungen als Führungskraft oder berufstätige Mutter reden. «Am Ende des Abends möchten wir wissen, was die Stadt Will tun kann, um Frauen mehr zu unterstützen und ihnen den Alltag zu erleichtern», sagt Mettler.

«Natürlich ist die Veranstaltung über Frauen», sagt Mettler, «aber es auch ein Abend für Männer, die herzlich Willkommen sind». Denn die Themen Frauenrechte und Gleichstellung von Frau und Mann würden auch Männer betreffen. «Und das sollte die Männer auch interessieren», ist Mettler überzeugt. Schliesslich seien viele mit Frauen verheiratet und Familienväter.

hallowil.ch wird über diesen Anlass berichten.