Nachdem in Wil nach 20 Jahren im Jahr 2019 wieder ein Anlass zum Frauentag organisiert wurde, haben aktive Frauen und Männer beschlossen, einen Verein zu gründen. Dieser wurde im Dezember 2019 ins Leben gerufen. Und für den diesjährigen Tag der Frau lud Vereinspräsidentin Renata Ruggli die bekannte Feministin Margrit Stamm ein. Sie sollte ein Referat zum Thema «Neue Väter brauchen neue Mütter» halten. Wegen der aktuellen Entwicklung des Coronavirus hat die Referentin einige Tage vor dem Wiler Tag der Frau den Auftritt abgesagt. Denn sie verzichtet in den nächsten zwei Monaten auf öffentliche Veranstaltungen. 

So war der Vorstand des Wiler Frauentages gefordert, auf die Schnelle ein neues Programm zusammenzustellen. Cinewil griff dem Verein dabei unter die Arme und schlug vor, den Film «Von der Rolle» zu zeigen, der von der Schweizer Regisseurin Verena Endtner realisiert wurde. Kurz vor 10 Uhr fanden sich Sonntag rund 50 Personen im Foyer des Wiler Kinos ein. Frauen waren in der Mehrheit. Trotz Wahlsonntag waren drei Wiler Politikerinnen und Politiker mit dabei.

50 Jahre fürs Frauenstimmrecht – weitere 50 Jahre für Lohngleichheit

Vereinspräsidentin Ruggli erzählte, dass der Frauentag in der Schweiz seit dem 8. März 1921 gefeiert wird. Damals machten sich die Frauen für das Frauenstimmrecht stark. Trotzdem dauerte es nochmal einmal 50 Jahre bis es 1971 dann eingeführt wurde. Gleichberechtigung und Lohngleichheit sind Forderungen, die heute von den Frauen verlangt werden. Setzt man es gleich wie mit dem Frauenstimmrecht,  müssten 50 Jahre nach 1971 also auch die Lohngleichheit kommen. Das wäre dann 2021, also nächstes Jahr. Aber daran glaubt Renata Ruggli nicht.

Humoristische Hiebe auf die «gängige» Rollenverteilung

Der Film von Verena Endtner zeigt auf, wie moderne Familien heute mit den Rollenverteilungen umgehen. Was passiert, wenn Väter mehr Familienarbeit leisten als Mütter? Ein Einblick in drei Familien, in denen die Rollen vertauscht wurden. Die Erfahrungen der Regisseurin mit Kindern fliessen in Form kurzer, parodierender Animationen ein. Mit Humor werden Elternalltag und verkrustete Rollenbilder aufs Korn genommen. Im Publikum gab es manchen Lacher, aber auch zustimmendes Nicken während dem Film.