Um es vorweg zu nehmen: Die Wahlveranstaltung war zwar vom externen Moderator Ralph Dietsche mit Witz moderiert, brachte dem Stimmbürger aber wenig neue Anhaltspunkte. Die Kandidaten waren um Korrektheit bemüht, ohne viel Würze hineinzubringen. Eine echte Diskussion wollte während des ganzen rund zweistündigen Anlasses nicht entflammen. Auch nicht bei der Konfrontation der beiden Kandidaten für das Schulpräsidium. Amtsinhaber Clemens Meisterhans (FDP) will eine dritte Legislatur anhängen, der amtierende Schulrat Serdar Günal Rütsche (CVP) das Schulpräsidium erklimmen.

Wie es denn sei, wenn man in der Behörde plötzlich einen Gegenspieler habe, wurden die beiden gefragt. Sie antworteten, dass man professionell damit umgehe. Auch beim Thema Schulwegsicherheit lehnte sich keiner aus dem Fenster. Der Weg von Zuzwil nach Züberwangen sorgt in der Bevölkerung für Diskussionen, da die dicht befahrene St. Gallerstrasse überquert werden muss. Man nehme das Thema ernst, aber der Schulweg sei sicher, sagten beide. Potenzial gebe es immer, ergänzte Günal Rütsche.

Grosse Auswahl beim Schulrat

Man schien auch bemüht zu sein, das Thema Kita nicht wieder aufzugreifen. Es wäre ein Punkt gewesen, in dem die Meinungen der beiden Kandidaten auseinandergehen. Die Frau von Serdar Günal Rütsche leitet die Zuzwiler Kindertagesstätte Summervogel. Kooperationsgespräche zwischen dem Schulrat und eben dieser Kita im Rahmen des Aufbaus von schulergänzenden Tagesstrukturen waren im Frühjahr gescheitert.

Im Video: Clemens Meisterhans zur Schulwegsicherheit

 

Im Video: Serdar Günal Rütsche zu seiner Kandidatur

 

Auch bei den Schulräten wollte keine echte Diskussion entstehen. Gleich sieben Personen wollen eines der vier Mandate erlangen. Neben den beiden Bisherigen Erica Brändle (FDP) und Pascal Heer (FDP) kandidieren folgende Personen: David Aebischer (EVP), Fabienne Beer Jung (parteilos), Raffael Sarbach (SP), Arber Wagner (CVP) und Rebecca Wolgensinger (SVP). Aebischer stand an diesem Abend gleich zweimal auf der Bühne, kandidiert er doch auch als neues Mitglied der Geschäftsprüfungskommission für die Oberstufenschulgemeinde Sproochbrugg.

Womöglich ein Kreisel auf der St. Gallerstrasse

Emotionen gab es einzig bei der Vorstellung der Gemeinderäte. Dort gibt es keine Kampfwahl. Der scheidende Mark Brunner von der FDP dürfte durch Michael Gschwend (FDP) ersetzt werden. Dessen Motto: Sparen müsse man nicht. Dafür sollen die Themen Dorfbach-Sanierung, neue Sportplätze und regionale Abwasserreinigungsanlage angepackt werden. Christoph Ammann (CVP) und Petra Mosimann-Oberholzer (CVP) wollen weitermachen.

Die Emotionen kamen beim Thema Strassen – wenn auch von den spärlich erschienenen Zuschauern an die Kandidaten herangetragen. Die neugestaltete Lindaustrasse sorgte für Diskussionen. Das Trottoir wurde abgesenkt, so dass dieses nun von Autos befahren werden kann. Das führt zu brenzligen Situationen. «Wenn es nicht besser wird, dann stellen wir zwei, drei Poller auf», sagte Gemeindepräsident Roland Hardegger (parteilos), welcher der Gemeinde seit 17 Jahren vorsteht und weitermachen möchte. Auch die St. Gallerstrasse warf Fragen auf. Dabei sagte Hardegger, dass es in Züberwangen bei der Einmündung Kirchstrasse nun womöglich doch einen Kreisel geben könnte. Eine Blinklicht-Anlage auf Höhe Primarschule Züberwangen, wie von der SVP und anderen Personen im Dorf gefordert, dürfte aber Wunschdenken bleiben.

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Griffen sich nicht gegenseitig an: Die beiden Schulpräsidiums-Kandidaten Serdar Günal Rütsche (CVP, links) und Clemens Meisterhans (FDP, rechts) im Gespräch mit Moderator Ralph Dietsche.