Ende Juli 2022 waren im Kanton St.Gallen 8'684 Stellensuchende bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet. Das sind 397 Personen oder 4,4 Prozent weniger als Ende Juni 2022, erneut ein für die Saison starker Rückgang. Im Vergleich zum Juli 2021 sind 3'701 Personen oder 29,9 Prozent weniger auf Stellensuche. Die Zahl der Stellensuchenden liegt tiefer als vor der Pandemie, um 569 gegenüber Ende Juli 2019.

Altersgruppen

Die Zahl der Stellensuchenden zwischen 15 und 24 Jahren liegt Ende Juli 2022 um über 40 Prozent unter dem Vorjahreswert, bei 782 Personen. Bei den 25- bis 49-Jährigen wird der Vorjahresstand um rund 2'100 Personen oder knapp 30 Prozent unterschritten. Die Zahl der 50-jährigen und älteren Stellensuchenden ist gegenüber dem Vorjahreswert um rund 1'100 Personen gesunken, mehr als ein Viertel.

Wahlkreise

Die Zahl der Stellensuchenden ist in allen Wahlkreisen im kurzfristigen Vergleich wie auch gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Am stärksten ist die Abnahme im Monatsvergleich im Toggenburg (-9,3%), am schwächsten im Sarganserland (-1,5%). Im Vorjahresvergleich liegen die Wahlkreise Rorschach, Rheintal und Wil etwas hinter den übrigen Regionen. In Wil sind es -20,8 Prozent, am anderen Ende, in See-Gaster, -37,5 Prozent. Spezifische Gründe für die Unterschiede sind nicht festzustellen, sie betreffen den Industrie- wie auch den Dienstleistungsbereich.

Kurzarbeit

Die Zahl der für Kurzarbeit vorangemeldeten Mitarbeitenden ist per Ende Juli 2022 auf rund 750 aus 31 Betrieben gesunken. Dies sind 1'000 Personen weniger als im Vormonat. Solche tiefen Werte gab es zuletzt im Jahr 2019, also vor der Pandemie. Betroffen sind vor allem die Metall- und die Maschinenindustrie sowie das Baugewerbe.

Offene Stellen

Ende Juli waren auf den RAV des Kantons St.Gallen 5'885 Stellen gemeldet, rund 1'400 mehr als vor Jahresfrist und 550 weniger als im Vormonat. Über 80 Prozent davon stammen aus Berufen, die der Meldepflicht unterstehen. Am stärksten gesucht sind mit total rund 4'900 Stellen Hilfsarbeitskräfte, Dienstleistungsberufe, Verkäuferinnen und Verkäufer sowie Handwerks- und verwandte Berufe. Der Anteil Teilzeitstellen beträgt 18,6 Prozent, ist also gegenüber dem Vorjahr (22,3%) etwas gesunken.

Ukraine: Situation auf den RAV im Kanton St.Gallen

Die Situation der in die Schweiz geflüchteten Personen aus der Ukraine beschäftigt auch das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen und die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV). Grundsätzlich können Geflüchtete mit Schutzstatus S in der Schweiz einer bezahlten Arbeit nachgehen. Voraussetzung dafür ist jedoch in jedem Fall eine Arbeitsbewilligung. Um Ungleichbehandlungen von Geflüchteten aus verschiedenen Nationen auf den RAV auszuschliessen, bewältigt der Kanton St.Gallen die Vermittlung von Ukrainerinnen und Ukrainern im Rahmen der bewährten Regelstrukturen. Damit ist auch eine einheitliche Handhabe auf dem ganzen Kantonsgebiet gewährleistet. Bis Ende Juli 2022 haben 73 Personen aus der Ukraine mit Schutzstatus S die Dienstleistungen der St.Galler RAV in Anspruch genommen; mehr als zwei Drittel davon sind Frauen. 31 dieser Personen haben sich wieder vom RAV abgemeldet.