Das eigene Geschlecht kann zum beengenden Korsett werden: Vor wenigen Tagen sorgte das Top-Model Tamy Glauser für Schlagzeilen, die 36-Jährige outete sich als Non-binär. Sie fühlt sich weder eindeutig als Mann, noch klar als Frau.

Frau mit Vollbart

Dass Geschlechterrollen zum zweifelhaften Klischee werden können, hat die österreichische Sängerin Conchita Wurst alias Tom Neuwirth mit ihrem/seinem spektakulären Auftritt und Sieg am Eurovision Song-Contest 2014 in Kopenhagen vor grossem Publikum aufgezeigt. Im femininen Kleid und mit Vollbart machte sie/er auf die überkommenen geschlechtlichen Erwartungshaltungen gegenüber Frauen und Männern aufmerksam.

Identität angleichen 

Längst nicht alle Menschen, die mit ihrer geschlechtlichen Zuschreibung im Widerstreit sind haben den Mut von Conchita Wurst und Tamy Glauser. Sie nehmen eine äussere Identität an, die nicht mit ihrem psychischen Empfinden übereinstimmt und leiden unter dieser Selbstverleugnung. 

Oft wagen sie erst nach jahrelangem innerer Kampf, ihre empfundene geschlechtliche Identität nach aussen zu zeigen. Dies kann eine Hormonbehandlung und eine operative Geschlechtsanpassung bedeuten. Und auch die Änderung der entsprechenden amtlichen Dokumente.

Nachteile drohen

Einige müssen für diesen geschlechtlichen Wandel mit Anfeindungen und mit Ausgrenzung rechnen. Manche Personen verlieren ihre Arbeitsstelle, wenn sie sich zu einer Geschlechtsumwandlung entschliessen. Dabei sind Kündigungen aufgrund des Geschlechtes gesetzlich nicht zulässig.

Trans-Personen erzählen

Am 31.März 2021 wird am internationalen Tag der Trans-Sichtbarkeit auf die besondere Situation von trans Menschen hingewiesen. Das kantonale Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung (KIG) des Kantons St. Gallen sowie die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen stellen an diesem Tag Kurzvideos ins Internet, in der trans Personen auf ihre Anliegen und auf die bestehende Diskriminierung aufmerksam machen.

Im Weiteren wird am 9.September 2021 im kulturellen Zentrum Palace in St. Gallen der Dokumentarfilm «Sous la Peau» gezeigt. Während zwei Jahren begleitete der Genfer Regisseur Robin Harsch drei junge trans Personen und ihre Eltern mit der Kamera. 

Im Anschluss steht eine Diskussion zum Thema auf dem Programm.