Der Herbstanlass des Freundeskreises wurde diesmal im Rössli-Saal in Magdenau durchgeführt. Monika Scherrer, Gemeindepräsidentin von Degersheim und Präsidentin des Freundeskreises, konnte eine stattliche Zahl Interessierter willkommen heissen. Sie liessen sich von Andrea Taverna nach Russland, in die Mongolei und nach China entführen.

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Die transsibirische Eisenbahn führt von Moskau über Ulan-Ude entweder noch Wladiwostok oder Peking. Andrea Taverna ist nach Peking gefahren.

Enttäuschung als Ansporn
Andrea Taverna, gerade 65 Jahre alt geworden, ist in Rebstein aufgewachsen. Die bescheidenen Verhältnisse der sechsköpfigen Familie erlaubten keine gemeinsamen Reisen und Ferien. Aber bereits während der kaufmännischen Lehre zog es ihn in die Ferne und später ist Reisen zu seinem Hobby geworden.

Vor mehr als 40 Jahren habe er mit drei Kollegen eine Reise vom Rheintal nach Helsinki und weiter über St. Petersburg nach Moskau geplant. Bis in die finnische Hauptstadt hätten sie die Reise durchgeführt. Der Rest sei am fehlenden Visum gescheitert. Damals habe er sich vorgenommen, Russland später zu besuchen. Bis zur Verwirklichung sei zwar eine lange Zeit vergangen. Dafür sei die Reise jetzt umfassender und attraktiver ausgefallen.

Von Moskau nach Peking
Im Herbst 2017 machte er den Bubentraum wahr. Er startete in Moskau mit der transsibirischen Eisenbahn auf die 8000 Kilometer lange Strecke durch Russland und die Mongolei nach der chinesischen Hauptstadt Peking. Romantik pur für Eisenbahn-Liebhaber – aber auch anforderungsreich und anstrengend, wie aus den Schilderungen von Andrea Taverna hervorging.

Schweizer Reisegruppe
Die Schweizer Reisegruppe flog von Zürich nach Moskau. Nach der Besichtigung der russischen Metropole bestiegen die Teilnehmer den Zug. Zwei Wagons mit je neun Abteilen waren für die Gruppe reserviert. Diese beiden Wagons fuhren jeweils an einen Regelzug angehängt bis zum nächsten vorgesehenen Ziel. Dann wurden sie abgehängt, und die Teilnehmer wurden mit Bussen in ein Hotel und zu Sehenswürdigkeiten geführt. Die Weiterfahrt erfolgte wieder in den beiden reservierten Wagons, angehängt an einen fahrplanmässigen Zug.

Zeitbegriff verliert an Bedeutung
Er glaube, dass sich viele Schweizer eine Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn wünschten, sagte Andrea Taverna. Allerdings würden nicht sehr viele den Wunsch in die Tat umsetzen. Fast drei Wochen mit der Eisenbahn unterwegs zu sein, stelle eine Herausforderung dar. Das Zusammenleben erfolge auf engem Raum und verlange Toleranz. Tausendfache Eindrücke aus dem Fenster des rasant fahrenden Zuges stürmten auf einen ein. Ebenso gelte es die Eindrücke der besuchten Orte und Gebäude zu verarbeiten. Oft gehe es auch lange gleichförmig weiter und nach und nach spiele die Zeit eine untergeordnete Rolle.

«Der Weg ist das Ziel»
Diese Redensart hat in gewisser Weise auch für die Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn Gültigkeit. Das Aushalten von 8000 Kilometern Fahrt in einem Eisenbahnabteil ist anspruchsvoll und keine reine Romantik. Das Durchfahren der russischen Taiga, der Mongolei und von China sowie die vielen eher flüchtig erhaschten Bilder von Menschen, Dörfern und Städten, aber auch das in Führungen erworbene Wissen entschädigen aber für manche Durchhalte-Situationen.