Ganz nüchtern betrachtet ist der Mensch als sogenannter Mischkost-Verwerter eingerichtet. Trotz feinster Tischmanieren ist er eine Art Mittelding zwischen Raubtier und Pflanzenfresser. Sein Verdauungssystem muss sich auf Sauerkraut, Kalbshaxen und Schwarzwäldertorte einstellen können.

Ein spezialisiertes Nervensystem, das so genannte «Bauchhirn», kontrolliert und steuert in jedem Abschnitt des Magen-Darm-Traktes die Abläufe. Dazu verfügt es über mehr als 100 Millionen Nervenzellen, die von der Speiseröhre bis an den Darmausgang verteilt sind.

Dieses Steuerungssystem analysiert wie die Nahrung zusammengesetzt ist, und sorgt dafür, dass die einzelnen Sekrete in der richtigen Menge und zum passenden Zeitpunkt ausgeschüttet werden.

Nahrung wird geknetet

Der Mund ist die erste wichtige Station der Nahrungsverwertung. Selbst die erlesensten Köstlichkeiten werden hier von den Zähnen gnadenlos geschreddert und mit reichlich Speichel vermengt.

Nach der ersten mechanischen Nahrungszerkleinerung im Mund, kommt es zu einem vier- bis fünfstündigen Zwischenhalt: Magensekret mit einem hohen Säuregrad wirkt auf die Speisen ein. Gleichzeitig werden sie durch die muskulösen Magenwände geknetet. Nach dieser Prozedur bleibt selbst von erlesenen Kreationen nur noch ein dünner Brei übrig.

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Gaumenfreuden bedeuten für die Verdauung oft eine grosse Herausforderung. (Foto:pixabay RitaE)

Im Dünndarm werden ihm weitere Chemikalien beigemengt. Unter anderem sorgt Gallensaft dafür, dass die Fette aufgespaltet werden, denn der Körper kann diese nur in zerlegter Form weiter verarbeiten.

Vital- und Aufbaustoffe

Das basische Dünndarmsekret schliesslich neutralisiert die aggressive Salzsäure im Nahrungsbrei. Rund sechs Stunden dauert dieser Prozess. Spurenelemente, Pflanzenstoffe, Proteine, Mineralstoffe und die vielen weiteren Substanzen werden hier über die Darmwände in den Organismus aufgenommen.

Im letzten Abschnitt der Verdauung, im rund 1,2 Meter langen Dickdarm, wird den nach der Auswertung noch übrig gebliebenen Nahrungsbestandteilen Flüssigkeit entzogen. Hier ist das Hauptarbeitsgebiet der Darmflora. Die Mikroorganismen lösen die allerletzten verwertbaren Inhaltsstoffe aus den Speisen heraus, unter anderem die Vitamine B 12 und K.

Unruhe im Bauch

So ausgeklügelt der menschliche Verdauungstrakt auch aufgebaut ist, manchmal gelangt er an seien Grenzen. Magenbrennen, Druckgefühl, ständiges Aufstossen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall kennen die meisten Menschen aus eigner Erfahrung.

Manche greifen dann zum Verdauungsschnaps. Eine neue Studie zeigt, dass dies keine vorteilhafte Idee ist. Eine Gruppe von Versuchspersonen konsumierten Weisswein zum Fondue und gönnten sich danach einen Verdauungsschnaps.

Die zweite Gruppe trank Schwarztee und Wasser zum Fondue. Ihre Mahlzeit war deutlich rascher verdaut als die der Alkohol konsumierenden.

Hochprozentiges entspannt vorübergehend die Muskulatur des Magens. Längerfristig führt es aber zu mehr Verdauungsproblemen, resümieren die Forschenden ihre Erkenntnis aus der Studie.

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Verschiedene Gründe können dafür sorgen, dass einem das Essen schwer aufliegt. (Foto: pixabay mohamed_hassan) 

Mit den Tipps von hallowil muss der Bauch weniger Schwerstarbeit leisten:

  • Essen, Trinken und Plaudern gehören zu den Feiertagen dazu. Beim Reden und gleichzeitigen Kauen kann reichlich Luft in den Magen gelangen. Durch ihn kann es zum Magendrücken oder zum Aufstossen kommen. Wer langsam isst und sorgfältig kaut, schluckt weniger Luft.
  • Anstelle eines Verdauungslikörs greift man besser zu Kräutertee, dem Bauch helfen Kamille, Fenchel, Anis, Pfefferminze, Melisse, Süssholz sowie Scharfgarbe. In Fachgeschäften und in Grossverteilern sind gebrauchsfertige Magen-Teemischungen erhältlich.
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Ein ganze Reihe von Heilpflanzen erleichtern die Verdauung. (Foto: pixabay Myriams-Fotos)  
  • Im arabischen Raum wird zum Essen ein Mix aus Grün- und Pfefferminztee gereicht, diese Kombination ist sehr empfehlenswert, sie erleichtert die Verdauung.
  • Bei Magendrücken hilft auch die Auflage einer Wärmeflasche, eines erwärmten Kirschensteinsäckchens oder eines Heizkissen, ihre Wärme entspannt die Muskultur im Verdauungssystem.
  • Auch die bewährte Regel «Nach dem Essen sollst du ruhen oder tausend Schritte tun» unterstützt die Verdauungsorgane bei ihrer Arbeit.
  • Konflikte am Esstisch bedeuten für den Bauch Stress. Die Muskulatur zieht sich zusammen und die Durchblutung wird reduziert, Streit kann einem wortwörtlich auf den Magen schlagen.