Ob zum Jubiläum oder 102. Tagung, weil coronabedingt zwei physische Tagungen ausfallen mussten, war den gutgelaunten Gästen eher egal. Wichtig war, dass man sich endlich wieder treffen konnte und die gute alte Turner-Tradition zelebrieren und geniessen konnte.

Im dritten Anlauf

Nachdem das OK-Team aus der Männerriege des Stadtturnvereins Wil die Vorbereitungen zweimal «einfrieren» und wieder «auftauen» musste, befürchtete man allenfalls kleinere Frostbeulen. Dies war aber keineswegs so, denn der Anlass wurde zum Erfolg und Dank der grossen Anzahl Helferinnen und Helfer aus den Riegen des Stadtturnvereins, konnte man die Gäste jubiläumswürdig bewirten, verwöhnen und unterhalten. Es waren 53 fleissige Turner/innen im Einsatz welche mit über 400 Einsatzstunden für das gute Gelingen sorgten.

Jugendlicher Start

Musikalisch eröffnet wurde die Tagung mit einem Konzert der Wiler Bläserkids unter der Leitung von Thomas Fehle. Mit ihrem jugendlichen musikalischen Elan brachten sie viel Start-Schwung und ernteten den verdienten Applaus. «Mal was Anderes und Neues und es war super», so ein Gast aus dem Rheintal. Die eigentliche Tagung der Vereinigung unter dem Vorsitz von Präsident Urs Meli aus Gossau verlief nach dem traditionellen Muster mit dem Einmarsch der Fahnen, Gedenken an die Verstorbenen, Wertschätzung der ältesten Tagungsteilnehmer und Auszeichnung des mit 99! Jahren tagesältesten Benjamin Glaus, Ortsgruppe Benken. Die etwa 2267 Mitglieder umfassende Vereinigung ist aber nicht nur ein Verbund von älteren, sagen wir mal erfahrenen Turnern, sondern auch Sponsor vor allem im Nachwuchsbereich in den verschiedenster Turnsparten. So wurde für 2022 eine Vergabesumme von knapp 14'000 Franken beschlossen. Als Nachfolger des St. Gallers Arthur Gegenschatz wurde Kurt Gschwend aus Gams zum neuen Finanzchef gewählt. In seinem rückblickenden Resümee über die 100 Jahre der Vereinigung zeichnete Präsident Urs Meli das Wachsen einer kleinen Vereinigung zum grossen Verband, der die Kameradschaft pflegt aber auch den Nachwuchs unterstützt.


Kameradschaft

Mit einem feinen Mittagessen aus der Kirchberger «Toggi-Küche» startete der gesellige Nachmittag. Hochstehenden turnerischen Vorführungen der Girls aus dem Regionalen Leistungszentrum in Will, mit einigen Nachwuchs-Kaderturnerinnen im Team, begeisteren die Gäste mit «Die Evolution am Zitter-Balken». Unterhaltende und rassige Aerobic präsentierten die Girls und ein Junge des TV Lütisburg. Hochstehend auch die Darbietungen des im Neuaufbau befindenden Regionalen Leistungszentrum SG der Rhythmischen Gymnastik. Mit Seil, Ball, Keule, Band und Reif präsentierten die Kaderturnerinnen eine Darbietung vom Feinsten. In seinem Grusswort an die Gäste hob Stadtpräsident Hans Mäder die Vorzüge der Sport- und Kulturstadt Wil, vor allem den über die Region hinaus bekannte Hof zu Wil ins Rampenlicht. Regierungsrat und Sportchef des Kantons, Stefan Kölliker freute sich wieder einmal alte Kameraden zu treffen und auch darüber, dass der Kanton während der Pandemie auch den Breitensport grosszügig unterstützen konnte. Ralph Wüthrich, Präsident des Stadtturnereins Wil präsentierte unbekannte aber umso interessantere Anekdoten über 130 Jahre Stadtturnverein Wil.

Viel Lob

Die anerkennenden Wort der Obmannschaft der Vereinigung und vieler Gäste, waren eine schöne Wertschätzung für das OK und die Helfer/innen. Dass der Anlass auch finanziell im grünen Bereich abgeschlossen werden kann und alle Helfer/innen einen Obolus in ihre Riegenkassen erhalten, ist auch Dank den beiden grössten Gönnern, der Stadt Wil und der Rolf-Peter Zehnder-Stiftung, möglich. Für alle war es nach zwei Jahren Stille und als Neulinge im OK eins solchen Anlasses eine Genugtuung, dass alles gelungen ist. Die Frostbeulen nach den zweimaligen auftauen wurden im Vorfeld und während des Anlasses professionell behandelt und zu einem feinen turnerischen, kulinarischen und organisatorischen Leckerbissen verbunden.