Der Kanton Thurgau will, wenn die ordentlichen Kommunikations- und Informationsmittel sowie die lebensnotwendigen Versorgungsinfrastrukturen ausfallen, gewappnet sein und ordnet deshalb die Errichtung sogenannter Notfalltreffpunkte (NTP) an. Jede Thurgauer Gemeinde muss ab 2023 über mindestens einen einsatzbereiten Notfalltreffpunkt verfügen. 

Im Bezirk Münchwilen hat der Regionale Führungsstab zusammen mit der Zivilschutzorganisation Hinterthurgau die Standorte der Notfalltreffpunkte in den ihnen zugeordneten Gemeinden definiert, den Betrieb organisiert und die Verantwortlichen geschult. Die weiteren drei Hinterthurgauer Gemeinden – Braunau, Rickenbach und Wilen – gehören in die Zuständigkeit und Verantwortung des Sicherheitsverbunds Wil.

Schulung für die Gemeindeverantwortlichen

Zwei Schulungsnachmittage fanden in der Zivilschutzbasis Lenzbühl in Gloten bei Sirnach statt. RFS-Stabschef Arthur Hascher aus Lommis und ZSO-Bataillonskommandant Daniel Häberli aus Aadorf begrüssten jeweils die Gemeindevertreterinnen und -vertreter. Hascher dankte den Teilnehmenden und zollte ihnen Respekt für ihre Bereitschaft, diese wichtige Aufgabe zu übernehmen. Roland Aeby aus Münchwilen, Leiter Fachstab NTP, leitete die auf kantonalem Konzept aufgebauten Schulungen, welche einen theoretischen und einen praktischen Teil umfassten. Hauptthemen waren der Aufbau und die Inbetriebnahme der Infrastruktur, die Handhabung des Materials und die Rekrutierung und Ausbildung des Personals. Im Katastrophenfall müssen die Notfalltreffpunkte innert zwei Stunden einsatzbereit sein. Herausfordernd ist der Personaleinsatz, da der Betrieb rund um die Uhr sichergestellt sein muss. Das Material – unter anderem Notstromaggregate, Radiogeräte und batteriebetriebene Scheinwerfer – ist bei den Gemeinden eingelagert. Sie stellen die Wartung sicher.

Anlaufstelle für die Bevölkerung

Bei Katastrophen und Notlagen müssen die verantwortlichen Behörden die Bevölkerung möglichst schnell informieren und unterstützen können. Polizei, Sanität und Feuerwehr müssen erreichbar sein, wenn jemand Hilfe benötigt. Bei einem Stromausfall (Blackout) funktionieren jedoch normale Kommunikationsmittel nicht. Für dieses Szenario braucht es die Notfalltreffpunkte. Im Ereignisfall sind sie die Anlaufstelle für die schutz- und hilfesuchende Bevölkerung und stellen auch bei längeren Stromausfällen eine zuverlässige Kommunikation zu den Behörden sicher. Die Notfalltreffpunkte sind mit Signaltafeln gekennzeichnet, die mit einem gesamtschweizerisch einheitlichen Logo versehen sind. Sie müssen für das Gros der Bevölkerung innert kurzer Zeit zu Fuss erreichbar sein. Im Hinterthurgau befinden sich die Standorte hauptsächlich bei den Gemeindehäusern, bei Schulhäusern und Turnhallen (siehe Box). Zu welchem Zeitpunkt die Notfalltreffpunkte in Betrieb genommen werden, hängt von der jeweiligen Gefährdung ab. Dies kann lokal beziehungsweise regional unterschiedlich sein. 

NTP-Standorte in den Gemeinden

Aadorf Gemeindehaus

Bettwiesen Feuerwehrdepot

Balterswil Schulhaus Lützelmurg

Eschlikon Gemeindehaus

Oberwangen Hörnlihalle

Lommis Mehrzweckhalle Primarschule

Münchwilen Gemeindehaus

Sirnach Gemeindezentrum Dreitannen

Tägerschen Turnhalle Primarschule

Wängi Dammbühlhalle

Peter Mesmer