Die von den St.Galler Parlamentariern und der Stadt Wil organisierte Schweizermeisterschaft der Kantonsrats-Fussballteams wurde von den Wallisern vor Fribourg und Luzern gewonnen. Die Gäste aus 20 Kantonen lobten das Sportplatz-Bijou Bergholz und die tadellose Organisation.Die beiden St.Galler Mannschaften konnte ihre eigenen sportlichen Erwartungen zwar nicht ganz erfüllen und belegten die Plätze 9 (SG 2) und 14 (SG 1). Dafür zeigte sich das OK, gespickt mit Personen aus dem Kantonsrat, der Stadt Wil, dem Sportpark Bergholz und des kantonalen Sportamtes, als versierte, grosszügige und freundliche Gastgeber. Wir schenkten nicht nur unser Lächeln, eine gute Organisation und gute Erinnerungen an die Region, sondern auch Punkte an die Gäste aus 20 Kantonen", schmunzelt OK-Präsident Felix Bischofberger.

St.Galler und Wiler als gute Gastgeber
Obwohl sich die beiden St.Galler Teams recht viel vornahmen und die Plätze im vorderen Drittel aus den Vorjahren wiederholen wollten, zeigten sie sich als gute Gastgeber bedeutend stärker als auf dem sportlichen Feld. Obwohl die erste Mannschaft keine Spiele verlor, das heisst, eine handvoll Remis erspielte, reichte das nicht fürs Podest im Feld der 20 Mannschaften. "Gut gespielt schlecht belohnt aber wir hatten riesigen Spass", so die Kantonsräte Damian Gahlinger aus Niederhelfenschwil und Bruno Dudli aus Uzwil.

"Es war ein schönes und sehr kollegiales Turnier, bei welchem für einmal nicht die Politik den Ton angab, sondern Geselligkeit, Sportgeist und Fairness", meint ein zufriedener OK-Präsident Felix Bischofberger. Bleibt wohl die Frage, ob man diesen Turniergeist nicht auch vermehrt in Parlamentssäle übertragen könnte? Das Turnier verlief recht fair und ohne gravierende Verletzungen, auch wenn Mann und Frau sich einsatzmässig und sportlich nichts schenkten. A propos Frau; noch hat der Frauenanteil in den Teams noch nicht ganz die Quote im Parlamentsaal erreicht, aber die Frauen holen auf und zeigten tollen Fussball. Zu vermerken gilt, dass in den zwei St.Galler Teams keine Frau spielte, was für die kommenden Turnier sicher noch Anlass gibt, mit den anderen Kantonen gleichzuziehen.

Mann und Frau gingen zur Sache
Für einmal erlebte man wie sich ein Linker rechts aussen vortankte, den Pass einem Grünen zu Mitte gab und ein sonst eher politischer Hinterbänkler plötzlich zum Matchwinner wurde. Herr Regierungsrat ordnete sich dem Jungpolitiker unter und liess sich gar sportlich ein- und zurechtweisen. Dies auch, wenn aus der Mitte die sportliche Steilvorlage nicht verwertet wurde und der Erfolg des Vorstosses scheiterte. Ein Linker umarmte den Rechten, weil er das Runde aus der Mitte dem Grünen ins Eckige in die Maschen buxierte.

"Für einmal ist Politik absolut zweitrangig, denn es soll der gesellschaftliche Aspekt vorherrschen", so OK-Präsident Felix Bischofberger von der CVP. Dies unterstrichen zum Beispiel der SVP Neukantonsrat Damian Gahlinger, der gar bei den Waadtländern aushalf, weil sich ein Linker leicht verletzte und kein gleichwertiger Ersatz mehr einsatzfähig war. Dasselbe von Jens Jäger, dem FDP-Mann aus Wangs, der sich als Ersatz für die Aargauer abrackerte und sich danach von der Masseurin im Suva-Massagezelt wieder fitkneten lassen musste - oder wollte.

Erstaunliches Niveau
Obwohl einige Akteure mit ergrauten Schläfen und altersbedingten Rundungen auf dem Platz standen, sah man recht hochstehende Fussballkost. Kaum zu übersehen war aber, dass einige Spieler wie Spielerinnen Fussball im Blut und nichts verlernt haben. Die Älteren harmonierten recht gut mit den Jungen. Vor allem bei den Podestteams aus dem Wallis, Freiburg und Luzern waren es die feinere Technik und das Zusammenspiel, das zum Sieg verhalf.

Alles in allem aber sehr unterhaltsame und sehenswerte Fussballkost. Wobei es aber auch nicht zu übersehen war, dass bei einigen die Puste nicht immer über die ganze Spieldauer reichte. Gespielt wurde auf vier kleinen Feldern auf dem Bergholz Hauptplatz. Auf dem Feld standen pro Team jeweils sieben Akteure über die Spieldauer von 13 Minuten. Nach insgesamt 70 Partien, welche von lizenzierten Schiedsrichtern geleitet wurden, standen die Sieger fest.

Auch Kosten im Griff
Dank den Sponsoren und Beiträgen des Kantons konnte das Budget von 35'000 Franken für den Anlass, das heisst den Galaabend am Freitag und das Turnier am Samstag im Gleichgewicht gehalten werden", sagt OK-Präsident Felix Bischofberger. Grosse Kostenfaktoren waren gemäss Patrik Baumer, Chef des Kantonalen Sportamtes aus Wil, die Schiedsrichterauslagen und vor allem für die speziellen Markierungen und deren Entfernung von vier Spielfeldern auf dem Kunstrasen des Hauptplatzes auf dem Bergholz. "Die Kosten für die Schiedsrichter sind natürlich gerechtfertigt und verdient", so Baumer.

Alle Akteure durften am Schluss ein mit kulinarischem Leckereien aus der Region gefüllte Tasche mit nach Hause nehmen. Die Hoffnung bleibt auch, dass sich die Äbtestadt von der besten Seite zeigte und Gäste auch einmal privat in den Osten reisen. Das OK hat jedenfalls ihr Bestes geleistet um für die diese Motivation zu sorgen und die Rückmeldungen aus den Kantonalteams waren durchwegs sehr positiv. Im kommenden Jahr findet der Anlass im Kanton Schaffhausen statt.

20 Mannschaften dabei
Spielberechtigt waren amtierende und ehemalige Kantons-, National-, Stände- und Regierungsräte sowie Mitglieder von Parlamentsdiensten. Heuer beteiligten sich 20 Kantone mit 19 Teams (die beiden Appenzell mit einer gemeinsamen Mannschaft). Der Kanton St.Gallen stellte zwei Teams. In den vier Gruppen zu je fünf Teams wurde am Samstagmorgen um den Einzug in die Rangierungs- und Finalpartien vom Nachmittag gespielt.

Rangliste
32. Eidg. Parlamentarier Fussballturnier 2017 in Wil
1. Wallis, 2. Freiburg, 3. Luzern, 4. Waadt, 5. Basel Land, 6. Appenzell AR/IR, 7. Glarus, 8. Thurgau. 9. St.Gallen 2, 10. Schwyz, 11. Zürich, 12. Uri, 13. Schaffhausen, 14. St.Gallen 1, 15. Zug, 16. Aargau, 17. Titelverteidiger Tessin, 18. Jura, 19. Basel Stadt, 20. Genf.