Seit über zehn Jahren gibt es im Appenzeller Vorderland grosse Pläne. Es geht um einen ganzen Wellnesspark in Unterrechstein bei Heiden. 56 Millionen Franken sollen gemäss übereinstimmenden Medienberichten neben dem Appenzeller Heilbad investiert werden – auch in einen Wohnkomplex mit Eigentumswohnungen. Doch realisiert worden ist im vergangenen Jahrzehnt nur ein Bruchteil der Pläne. Hintergrund: Die federführende «Park Residenz Appenzellerland AG» steckt in finanziellen Schwierigkeiten und kann seit geraumer Zeit die Kreditzinsen und die Amortisation nicht mehr bezahlen.

Die kreditgebende Bank hat nun als Gläubigerin beim Betreibungsamt Appenzeller Vorderland eine so genannte Betreibung auf Grundpfandverwertung eingeleitet und ein Verwertungsbegehren gestellt. Heisst konkret: Es kommt zu einer Grundstücksversteigerung. Die Gant ist auf den 25. November 2019 um 14 Uhr im Kursaal Heiden angesetzt.

Keine Voranmeldung nötig

Doch wie läuft so eine Grundstücksversteigerung eigentlich ab? Wichtig zu wissen: Jeder kann mitbieten. Man muss also nicht eine Bank oder Immobilien-Unternehmen sein, um teilnehmen zu können. Einzig für ausländische Personen aus dem Nicht-EU-Raum gelten laut dem Bundesrecht spezielle Bestimmungen und so brauchen sie eine Bewilligung der Behörde. Eine Anmeldung ist aber nicht nötig. Das heisst also auch: Es gibt keine Einheimischen-Bevorzugung: Wer am meisten bietet, der bekommt den Zuschlag. Punkt. Für die elf Parzellen erfolgen Einzelaufrufe, Gruppenaufrufe sowie ein Gesamtaufruf.

Im Video: Michael Bischof vom Betreibungsamt über die Gant:

 

Das Betreibungsamt, welches für die Abwicklung der Gant verantwortlich ist, verlangt dabei natürlich vom Meistbietenden Sicherheiten, bevor der Zuschlag definitiv erfolgt. Einerseits müssen im Voraus definierte Anzahlungen direkt vor Ort geleistet werden – von Vorteil mit einem Bankcheque. Diese Anzahlung entspricht etwa 10 bis 20 Prozent der Gesamtsumme. Zudem braucht es eine Zahlungsbescheinigung einer Bank, welche die Kreditwürdigkeit des Bietenden bestätigt. Wie viele Leute an der Gant teilnehmen und wer schliesslich das Rennen macht, ist völlig offen. Claudius Platzer, Leiter der Betreibungsamtes Appenzeller Vorderland, kann nur mutmassen, dass es in diesem Fall 20, 30 oder auch 40 sein könnten. Wer alles mitbietet, weiss selbst Claudius Platzer noch nicht, es ist ein gut gehütetes Geheimnis.

Rettung in letzter Sekunde möglich

Noch ist allerdings nicht ganz sicher, ob die Gant überhaupt stattfindet. Denn bis zur Versteigerung am 25. November hat die «Park Residenz Appenzellerland AG» die Möglichkeit, die Schulden zu begleichen. Laut Medienberichten sei Verwaltungsratspräsident Josef Blättler in Verhandlungen mit einem möglichen Investor. Noch einen Monat hat er nun Zeit, die Zahlungsgarantien aufzutreiben. Gelingt ihm dies, wird die Gant abgesagt.

Alle Informationen zu dieser Grundstücksversteigerung sind unter www.ar.ch/grundstueckverwertungen abrufbar.