SVP Wil: «Der Detailhandel ist in einem Strukturwandel und alle Städte haben mit rückläufigen Kundenfrequenzen zu kämpfen. So auch die genannten Städte St. Gallen und Frauenfeld. Erschwerend zur Situation kommen die verschiedenen Interessen der politischen Positionen zum Tragen. Der Individualverkehr wird dabei oft gegen den ÖV ausgespielt und gewisse Parteien möchten das Erreichen von Zentren für den Individualverkehr so unattraktiv wie möglich machen. Die Kundschaft reagiert und weicht auf andere Einkaufsmöglichkeiten am Rande der Stadt aus, zum Beispiel nach Rickenbach oder Münchwilen.»

Beispiel Art Garden

SVP Wil: «Die Stadt Wil zeigt aber bei der Kreativität auch gute Ansätze wie z.B. Art Garden, die ein Erfolg ist. Solche Ansätze müssen weiterverfolgt werden damit die Innenstadt attraktiv bleibt. Das war der Beweggrund für die SVP Volksinitaitive 30 Minuten Gratisparkieren. Wil hat eine der schönsten Einkaufstrassen, die am Leben gehalten werden muss und dazu gehört auch die Steigerung der Attraktivität für alle Verkehrsträger.»

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Geschäftsinhaber Natal Müller findet, die Attraktivität der Oberen Bahnhofstrasse  in Wil müsse gesteigert werden. 

SP Wil: «Für Innovation in Wil zu sorgen, ist nicht die alleinige Aufgabe der Stadt. Dass das Stadtzentrum (zu) wenig belebt ist, hat mit verschiedenen Faktoren zu tun. Die Stadt kann nicht die Bestimmung regulieren, welche Geschäfte ansässig werden. Restaurants, die am Abend geöffnet haben sorgen für eine Belebung, im Gegensatz zu Ladenketten. Parkplatzflächen tragen auch nicht zu Belebung bei. Innovation ist in Wil vor allem in einzelnen Quartiren sichtbar.»

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So war das Erscheinungsbild der Oberen Bahnhofstrasse vor rund 100 Jahren. Foto: wilnet 

FDP Wil: «Wenn vorliegend die Fragen zu beantworten ist, ob Wil genügend oder zu wenig innovativ sei, dann ist jedoch zuerst die Gegenfrage zu stellen, von wem denn die Innovationen erwartet werden. Es liegt uns fern, der Bevölkerung und insbesondere den zahlreichen Unternehmerinnen und Unternehmern fehlende Innovationskraft vorzuwerfen. Sehr zurückhaltend sind wir jedoch, wenn die Verwaltung versucht, in Form von eigenen Projekten eine Rolle als Innovationstreiber einzunehmen. Die Rolle des Staates soll sich darauf beschränken, für Wirtschaft, Gewerbe und Gesellschaft möglichst attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen. Diese machen eine florierende Stadt aus.»

Unbürokratische Unterstützung

FDP Wil :«Bei diesen Rahmenbedingungen sieht die FDP durchaus Verbesserungsmöglichkeiten. Um das Gewerbe im Stadtzentrum (namentlich Altstadt und Fussgängerzone) ist es nicht gerade zum besten bestellt. Wenn Einkaufen und Konsumieren in Wil wieder zum Erlebnis werden sollen, bedarf dies attraktiverer Öffnungszeiten, nicht allzu rigider Lärmvorschriften und angemessener Parkierungsmöglichkeiten. Hier kann möglicherweise der von der FDP angeregte Stadtfonds seinen Teil beitragen. Wer in Wil etwas realisieren will, dem sollen nicht in erster Linie Steine in den Weg gelegt werden, sondern er soll dabei möglichst unbürokratische Unterstützung erfahren. Hier wäre zuweilen mehr Pragmatismus und weniger Perfektion gefragt. Ideologisch oder persönlich motivierte Einsprachen verhindern leider immer wieder, dass innovative Projekte zur Umsetzung gelangen.»

Schwerfällige Umsetzung

FDP Wil :«Die Verwaltung soll in erster Linie zeitnah die Forderungen aus dem Parlament umsetzen. In der Einführung eines Tagesschulmodells, wie vom Parlament bereits 2016 angeregt, würde beispielsweise sehr viel Innovationspotential liegen. Auch die Entwicklung von Wil in Richtung einer "«Smart City» dürfte durchaus rascher erfolgen. In Sachen Digitalisierung könnte z.B. die Erbringung von Leistungen der Stadtverwaltung an die Bürgerinnen und Bürger noch einen Zacken zulegen.

In zahlreichen anderen Bereichen, z.B. in der Verkehrsplanung, zeigt sich, dass es nicht in erster Linie an guten und auch innovativen Ideen fehlt, sondern eher an der Umsetzung. Dies scheint ganz generell eher das Problem zu sein als die fehlende Innovationskraft. Hier stehen wir uns oftmals selber im Weg.»

Weiter Stellungnahmen von Parteien folgen.