Die Auflösung des Schulrates wird von den meisten Bürgern gutgeheissen. Hätten Sie mit dem deutlichen Resultat gerechnet?

Ich habe vermutet, dass eine Mehrheit die Zeit für gekommen hält, um den Schulrat abzuschaffen. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass der Schulrat seit der Einführung der Einheitsgemeinde eine gemeinderätliche Kommission ist und dass dessen Aufgaben nicht mehr mit früher vergleichbar sind.

Bei einigen Gemeinden wurde der Schulrat bereits abgeschafft. War das der Anstoss, um die Behördenorganisation zu überprüfen?

Das stand nicht im Vordergrund. Wir haben in 12-Jahres-Schritten Änderungen bei der Behördenorganisation gemacht. Da Ende 2024 wieder 12 Jahre seit der letzten Änderung um sind, haben wir uns ganz generell gefragt, ob Änderungen nötig und sinnvoll sind. Jede Firma oder Körperschaft sollte sich immer wieder fragen, ob sie noch richtig aufgestellt ist.

Der Schulrat ist natürlich anderer Meinung und plädiert für die Beibehaltung. Auch damit war zu rechnen, oder?

Ein gewisses Verständnis kann man dafür haben. Wer schafft sich schon selber gerne ab? In anderen Bildungseinrichtungen geht die Entwicklung aber in die gleiche Richtung: Man hat beispielsweise die Miliz-Aufsichtskommissionen der Kantonsschulen auch abgeschafft – und dies aus ganz ähnlichen Gründen.

Die Aufgaben bleiben, sie werden jedoch einfach verlagert – ein Argument gegen die Auflösung ist ja, dass der Aufwand steigen würde. Was halten Sie dagegen?

Da unterliegen viele einer Illusion: Der Aufwand sinkt, wenn man ein Gremium abschafft und die Kompetenzen nach unten delegiert. Die Prozesse werden einfacher und kürzer. Die Mitglieder der Geschäftsleitung Schule müssen nicht mehr in zwei Gremien tagen und sie müssen nicht die Geschäfte für den Schulrat aufbereiten. Die Privatwirtschaft macht es vor: Prozesse müssen schlank sein, damit man die Kosten im Griff hat.

Das letzte Wort wird das Stimmvolk haben. Welches sind nun die nächsten Schritte?

Die Auflösung wird der Bürgerversammlung vom März 2023 zum Entscheid unterbreitet. Rechtlich wird das mit einer Änderung der Gemeindeordnung geregelt. Nachher wird der Gemeinderat die Entscheidungskompetenzen festlegen. Dabei gehe ich davon aus, dass künftig die Geschäftsleitung Schule die meisten Entscheidungen im Schulbereich treffen wird. Die Geschäftsleitung besteht aus dem Schulverwalter, den beiden Schulleitern und dem Schulpräsidenten, der Mitglied des Gemeinderates ist.