Warum wohl sind entlang der alten Staatsstrasse in Henau Baumstämme jeglichen Kalibers aufgereiht, mögen sich Passanten fragen. Es sind besonders wertvolle Stämme aus der Waldregion 1 des Kantons St. Gallen. Holzverarbeiter konnten sie auf einen Platz konzentriert besichtigen und für Stämme, an denen sie interessiert waren, ein Angebot machen. Den Zuschlag erhielt der Meistbietende. Die Submission dauerte bis zum 3. März. Ab Montag, 11. März werden die Stämme von den neuen Besitzern abtransportiert.

8000 Franken für eine Eiche

Am Samstag sind zahlreiche Interessierte – darunter viele Waldbesitzer – vor Ort informiert worden. Revierförster Bruno Cozzio, zuständig für das Forstrevier Uzwil, hat die Wertholzsubmission bereits zum elften Mal organisiert. Er und Förster aus benachbarten Revieren haben Wissenswertes über das Wertholz entlang der Strasse und die Waldwirtschaft vermittelt.

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Bruno Cozzio  leitet das Forstrevier Uzwil und hat die Wertholzsubmission bereits zum elften Mal organisiert. Als Kantonsrat setzt er sich für die Waldwirtschaft auch auf politischer Ebenen ein.

330 Stämme waren für die Submission nach Henau gebracht worden, eine Holzmenge von fast 500 Kubikmetern. Sie verteilten sich auf 14 Baumarten. Ein Eichenstamm mit einem Volumen von 9 Kubikmetern und einem Gewicht von 12 Tonnen hat einen Preis von gut 8000 Franken erzielt.

Verkäufer und Käufer profitieren

Die Wertholzsubmission in Henau ist eine von fünf Submissionen, welche die Holzmarkt Ostschweiz AG zusammen mit der Waldregion St. Gallen durchführt. Dem Platz Henau waren Hölzer aus einer Region zwischen Goldach und Sirnach und Wuppenau bis Mosnang zugeführt worden. Dass es sich um spezielle Hölzer handle, sei im Interesse von Käufern und Verkäufern, sagte Bruno Cozzio. So müsse der Käufer die Spezialitäten nicht in der ganzen Schweiz zusammensuchen, sondern finde sie konzentriert auf einem Platz Der Verkäufer erziele beim Submissionsverfahren einen besseren Preis.


Vermarktung ist wichtig

Über die tiefen Holzpreise zu lamentieren, helfe wenig, stellt Bruno Cozzio fest. Vielmehr gelte es, mögliche Chancen zu nutzen. Durch die Submission werde wertvolles Holz optimal eingesetzt. Es werde beispielsweise als Furnierschicht gebraucht und bringe so dem Waldbesitzer ein Mehrfaches gegenüber dem Verkauf als Sägeholz. Die Förster vor Ort wirkten für die Waldbesitzer als Berater und wiesen sie darauf hin, welche Stämme sie für die Submission anmelden sollten. Das Interesse an der Submission sei gross gewesen. Es habe auch Angebote aus den angrenzenden Ländern und sogar aus Polen gegeben. Der Gesamterlös an der aktuellen Submission belaufe sich auf rund 850'000 Franken. Die Spitzenpreise pro Kubikmeter bewegten sich je nach Baumart zwischen rund 120 und 6000 Franken.

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Riegelesche, Riegelahorn und Riegeleiche waren an der Submission vertreten.


Laune der Natur

Am begehrtesten waren Riegelahorne, Riegeleschen, und erstmals war sogar eine Riegeleiche auf dem Platz. Bevor sie gefällt wurden, unterschieden sich die Bäume nicht von ihren Artgenossen. Im Holz hat sich jedoch eine besondere Struktur ausgebildet, eine Wuchsanomalie, ein Fehler, der das Holz aber besonders begehrt macht.