In der Wohnung an der Alleestrasse 4 in Wil startet in diesen Tagen die Spielgruppe für das Westquartier. Es war die Initiative des Quartierverein Wil West unter Guido Bünzli, mit der Einrichtung einer quartiernahen Spielgruppe Familien gleich welcher Herkunft und verfügbaren Mitteln den Zugang zu ermöglichen. An der Medieninformation vom Mittwochmittag betonte das Leitungsteam, bereits mit neun Kindern starten zu können. Das Wiler Westquartier gehört zu den Stadtteilen, wo wenige 30 Prozent der Kinder aus der Stadt eine Spielgruppe besuchen. Begründet ist dies nach Projektleiterin Susanne Gähwiler in der unterschiedlichen Herkunft der Kinder. Frühförderung für Kinder scheint wenig im Bewusstsein, teils kennen die Leute das Angebot gar nicht.

Private Trägerschaft „Quartierverein Wil West“
Projektleiterin Susanne Gähwiler, aktuell im Alleeschulhaus als Lehrkraft tätig, nahm sich beim Studium Pädagogik und Kommunikation in einem Modul dem Thema Frühförderung an. In den Vordergrund stellt sie die Chancengerechtigkeit, allen Familien den Zugang zu einer Spielgruppe zu ermöglichen. Mit der quartiernahen Spielgruppe an der Alleestrasse 4 biete sich den Kindern aus dem Westquartier ein einfacher und kostengünstiger Zugang.

Seitens der Stadt erfahren Spielgruppen bereits heute eine Anschlussfinanzierung. Spielgruppen müssen sich nach wie vor auf privater Basis finanziell über Wasser halten. Um die Kosten für die Leitungspersonen und die Miete der Wohnung zu sichern, müssen mindestens sechs Kinder angemeldet sein, was die Spielgruppe nun mit neun Kindern bereits mehr als erreicht hat. Im Laufe von 2019 kann nach ersten Kontakten die notwendige Zahl Kinder gehalten werden. Auch die finanzielle Basis wird sich auf 2019 verbessern, weil für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen ein Beitrag ausgerichtet wird. Weil die Stadt Beiträge leistet, ist auch eine minimale Überwachung des Betriebes vorgesehen.

Optimale Raumverhältnisse
Die Wohnung an der Alleestrasse 4 ist nach Susanne Gähwiler ein Glücksfall. Sie hätten auf dem dritten Stockwerk eine 4-Zimmerwohnung zu Verfügung, wo sie den Kindern verschiedene Aktivitäten anbieten können. Die Erreichbarkeit sei für die Familien vom Westquartier überaus vorteilhaft. Die Einrichtungen in der Wohnung konnten zumeist über kostenlose Angebote erworben werden. Wie lange sie diese Räumlichkeiten nutzen könnten sei allerdings offen, da das Haus zum Verkauf ausgeschrieben sei. Sie halten bereits heute Ausschau nach geeigneten Räumlichkeiten, um nicht plötzlich auf der Strasse zu stehen.

Der Besuch der Spielgruppe steht Kindern im Jahr vor dem Eintritt in den Kindergarten offen. Der Besuch wird aktuell einmal pro Woche für zwei Stunden angeboten für 15 Franken pro Besuch und pro Kind. Ziel ist es, später den Besuch an zwei Tagen pro Woche anbieten zu können. Die Leitung der Spielgruppe ist Andrea Munding und Christiane Altherr übertragen, welche auch über eine notwendige Ausbildung verfügen.

Soziale Durchmischung wichtig
Projektleiterin Susanne Gähwiler ist die soziale Durchmischung der Spielgruppe wichtig. Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen erlernten die deutsche Sprache schneller unter deutschsprechenden Gspänli. Seitens der Eltern werde das Angebot überaus geschätzt, wie sie aus ersten Kontakten und Informationen festgestellt hätten. Die zukünftige Durchmischung sieht Susanne Gähwiler mit der im Quartier platzierten Spielgruppe verbessert. Die Leute kennen sich und die Kinder besuchen später zusammen den Kindergarten.

Eine Spielgruppe wird maximal mit 10 Kindern geführt. Minimal müssten sie sechs Kinder erreichen. Sollten sich auf längere Sicht mehr Kinder anmelden, werde man die Bildung einer zweiten Spielgruppe prüfen.